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Die größten Überraschungen in der Geschichte der Basketball Bundesliga

Die größten Überraschungen in der Geschichte der Basketball Bundesliga DBB-Archiv

Die perfekte Playoff-Saison:

In der Geschichte der Bundesliga marschierte seit Einführung der Playoffs mit drei Runden* fünf Mal ein Team ohne Niederlage durch die Postseason:

 2015/16 - Brose Baskets (Bamberg), Bilanz 9:0

Viertelfinale: 3:0 gegen s.Oliver Baskets (Würzburg)

Halbfinale: 3:0 gegen FC Bayern München

Finale: 3:0 gegen ratiopharm ulm

Bamberg gewann seine neun Playoff-Spiele mit durchschnittlich 23,4 Punkten Differenz.

 2001/02 - ALBA BERLIN, Bilanz 9:0

Viertelfinale: 3:0 gegen TSV Bayer 04 Leverkusen

Halbfinale: 3:0 gegen OPEL SKYLINERS

Finale: 3:0 gegen RheinEnergy Cologne

Berlin gewann seine neun Playoff-Spiele mit durchschnittlich 10,6 Punkten Differenz.

 1997/98 - ALBA BERLIN, Bilanz 10:0

Viertelfinale: 4:0 gegen TSV Bayer 04 Leverkusen

Halbfinale: 3:0 gegen TVG Trier

Finale: 3:0 gegen SSV ratiopharm Ulm

Berlin gewann seine zehn Playoff-Spiele mit durchschnittlich 15,4 Punkten Differenz.

1993/94 - TSV Bayer 04 Leverkusen, Bilanz 8:0

Viertelfinale: 2:0 gegen MTV 1846 Gießen

Halbfinale: 3:0 gegen ALBA BERLIN

Finale: 3:0 gegen Brandt Hagen

Leverkusen gewann seine acht Playoff-Spiele mit durchschnittlich 15,4 Punkten Differenz.

1991/92 - TSV Bayer 04 Leverkusen, Bilanz 8:0

Viertelfinale: 2:0 gegen SSV 1846 Ulm

Halbfinale: 3:0 gegen TTL Bamberg

Finale: 3:0 gegen ALBA BERLIN

Leverkusen gewann seine acht Playoff-Spiele mit durchschnittlich 19,8 Punkten Differenz.

1969/70 - TuS 04 Leverkusen, Bilanz 25:0

In der Saison 1969/70, also vor Einführung der Playoffs, allerdings gewann der TuS 04 Leverkusen in einer perfekten Spielzeit sogar alle seine 25 Saisonspiele: 18 Partien in der Vorrunde, sechs in der Zwischenrunde und das Finale gegen den MTV Gießen mit 76:73.

*Seit 1986 gibt es Playoffs mit Viertelfinale, Halbfinale und Finale. In den Finals wird seit 1988 nach dem Modus best-of-five gespielt, seit 1989 auch im Halbfinale, seit 1999 alle drei Runden. Von 1996 bis 1998 wurde das Viertelfinale drei Jahre lang sogar best-of-seven gespielt.

Überraschend Deutscher Meister:

2009/10 – Brose Baskets als Fünfter der Hauptrunde gestartet

Viertelfinale: 3:0 gegen Telekom Baskets Bonn

Halbfinale: 3:0 gegen New Yorker Phantoms Braunschweig

Finale: 3:2 gegen DEUTSCHE BANK SKYLINERS

Am 12. November 2009 wurde Anton Gavel in Bamberg nachverpflichtet - und damit das entscheidende Puzzleteil für das folgende dreifache Double der Brose Baskets. Aber in der regulären Saison blieben die Leistungen des Teams wechselhaft, und es dauerte bis zu den Playoffs bis die Truppe von Chris Fleming richtig klickte. 

2005/06 – RheinEnergie Köln als Dritter der Hauptrunde gestartet

Viertelfinale: 3:0 gegen EnBW Ludwigsburg

Halbfinale: 3:2 gegen GHP Bamberg

Finale: 3:1 gegen ALBA BERLIN

Es war das erste Jahr von Sasa Obradovic als Headcoach - und dann auch noch mit einer jungen Kölner Mannschaft. Im fünften Halbfinale beim Meister in Bamberg traf Aleksandar Nadjfeji den Buzzerbeater zum 69:68-Sieg, im dritten Finale krönte ein Dreier von Immanuel McElroy ein Comeback nach 25:44 Halbzeitrückstand zum 82:80-Auswärtssieg der Kölner.

2001/02 – ALBA BERLIN als Fünfter der Hauptrunde gestartet

Viertelfinale: 3:0 gegen TSV Bayer 04 Leverkusen

Halbfinale: 3:0 gegen OPEL SKYLINERS

Finale: 3:0 gegen RheinEnergy Cologne

In keinem der sieben Meisterjahre zwischen 1997 und 2003 starteten die Albatrosse von einem schlechteren Platz - umso eindrucksvoller pflügten sie anschließend fehlerlos durch die Playoffs (siehe oben).

1984/85 – TSV Bayer 04 Leverkusen als Fünfter der Hauptrunde gestartet

Halbfinale: 2:0 gegen ASC 46 Göttingen

Finale: 2:0 gegen DTV Charlottenburg

Die erste Saison nach der Leverkusener Fusion zum TSV Bayer 04 war schwierig, aber nach dem sensationellen Erfolg im Halbfinale gegen den klar favorisierten ASC Göttingen wurde im Finale auch der Vorgängerverein von ALBA BERLIN besiegt.

1974/75 – MTV Gießen als Erster der Hauptrunde gestartet

Halbfinale: 81:80 und 78:78 gegen MTV Wolfenbüttel

Finale: 84:69 und 56:67 gegen USC Heidelberg

Eine junge Gießener Mannschaft, die über die ganze Saison mit Fastbreak-Basketball überraschte. Viele Abgänge, der neue US-Center Dennis Curran schrumpfte beim Atlantikflug von 2,06 auf 1,93 Meter und als Trainer sprang der ehemalige Spieler Klaus Jungnickel ein - Allen Problemem zum Trotz spielte Gießen von Anfang an eine konstant starke Saison.

1972/73 – USC Heidelberg als Dritter der Südgruppe gestartet

Halbfinale: 64:52 und 70:60 gegen TuS 04 Leverkusen

Finale: 70:70 und 71.70 n.V. gegen MTV Gießen

Fünf der ersten sechs Meisterschaften in der Bundesliga gingen an Leverkusen und Gießen - und genau diese beiden Überteams besiegte Außenseiter Heidelberg in der siebten Saison der Liga. Nachdem das Hinspiel des Finales unentschieden ausging, war im Rückspiel in Heidelberg eine Verlängerung nötig, bis USC-Center Didi Keller den Sieg an der Linie eintütete und anschließend feierte (Foto oben).

Ohne Heimvorteil bis ins Finale:

2006/07 – Artland Dragons als Achter der Hauptrunde gestartet

Viertelfinale: 3:0 gegen ALBA BERLIN

Halbfinale: 3:2 gegen RheinEnergie Köln

Finale: 1:3 gegen Brose Baskets

2015/16 – ratiopharm ulm als Siebter der Hauptrunde gestartet

Viertelfinale: 3:1 gegen EWE Baskets Oldenburg

Halbfinale: 3:1 gegen FRAPORT SKYLINERS

Finale: 0:3 gegen Brose Baskets

2009/10 – DEUTSCHE BANK SKYLINERS als Siebter der Hauptrunde gestartet

Viertelfinale: 3:1 gegen ALBA BERLIN

Halbfinale: 3:2 gegen Eisbären Bremerhaven

Finale: 2:3 gegen Brose Baskets

2007/08 – Telekom Baskets Bonn als Siebter der Hauptrunde gestartet

Viertelfinale: 3:1 gegen Artland Dragons

Halbfinale: 3:2 gegen DEUTSCHE BANK SKYLINERS

Finale: 1:3 gegen ALBA BERLIN

1997/98 – SSV ratiopharm Ulm als Siebter der Hauptrunde gestartet

Viertelfinale: 4:1 gegen Telekom Baskets Bonn

Halbfinale: 3:2 gegen TTL universa Bamberg

Finale: 0:3 gegen ALBA BERLIN

1996/97 – Telekom Baskets Bonn als Aufsteiger und Siebter der Hauptrunde gestartet

Viertelfinale: 4:2 gegen Tatami Rhöndorf

Halbfinale: 3:0 gegen TTL Universa Bamberg

Finale: 1:3 gegen ALBA BERLIN

1985/86 – BSC Saturn Köln als Siebter der Hauptrunde gestartet

Viertelfinale: 2:1 gegen SSV Hagen

Halbfinale: 2:1 gegen BG Steiner-Optik Bayreuth

Finale: 0:2 gegen Leverkusen

2002/03 – TSK universa Bamberg als Fünfter der Hauptrunde gestartet

Viertelfinale: 3:1 gegen RheinEnergie Cologne

Halbfinale: 3:1 gegen Telekom Baskets Bonn

Finale: 0:3 gegen ALBA BERLIN

2003/04 – GHP Bamberg als Fünfter der Hauptrunde gestartet

Viertelfinale: 3:0 gegen EWE Baskets Oldenburg

Halbfinale: 3:2 gegen ALBA BERLIN

Finale: 2:3 gegen Frankfurt

2016/17 – EWE Baskets Oldenburg als Fünfter der Hauptrunde gestartet

Viertelfinale: 3:1 gegen medi bayeuth

Halbfinale: 3:2 gegen ratiopharm ulm

Finale: 0:3 gegen Brose Bamberg

Achter gegen Erster - Außenseiter schlägt Favorit:

Zwei Mal besiegte der Achte den Ersten:

Das Playoff-Duell zwischen dem Tabellenersten und dem Achten ist wegen der Fallhöhe ein besonderes. Zwei Mal triumphierte der Außenseiter dabei in unserer Liga:

2007: Berlin - Quakenbrück 0-3 (Boxscore dritter Sieg)

2010: Oldenburg – Braunschweig 1-3 (Boxscore dritter Sieg)

Vier fünfte Spiele zwischen dem Ersten und dem Achten:

2009: Berlin – Paderborn 3-2 (Boxscore fünfte Partie)

2006: Berlin – Oldenburg 3-2 (Boxscore fünfte Partie)

2003: Bonn – Leverkusen 3-2 (Boxscore fünfte Partie)

2017: Ulm – Ludwigsburg 3-2 (Boxscore fünfte Partie)

Fünf Partien benötigte auch 2014 das Viertelfinale zwischen dem Ersten München und dem Achten Ludwigsburg vor drei Jahren – damals musste allerdings eine Partie wiederholt werden, sodass der Endstand nach fünf Partien 3:1 für die Münchener lautete.

Historie: Comeback nach 0-2

Seit der digitalen Erfassung der Ergebnisse ab der Saison 1998/99 gelang es nur drei Teams in den Playoffs einen 0:2-Rückstand aufzuholen

Halbfinale 1999/00: Leverkusen – Frankfurt 3:2

Viertelfinale 2001/02: Bonn – Bamberg 3:2

Viertelfinale 2002/03: Bonn – Leverkusen 3:2

In den Finals, die seit 1988 nach dem Modus best-of-five ausgetragen werden, gelang es nur einmal einen Rückstand von 0-2 aufzuholen:

Finale 1988/89: Bayreuth – Leverkusen 3:2

Das fünfte Spiel: Siegen oder fliegen

In der seit 1998 geführten digitalen Datenbank werden 45 fünfte Partien geführt (Stand: Sommer 2017):

30 gewann die Heimmannschaft

15 gewann die Gastmannschaft

Vor der digitalen Datenerfassung:

Erstmals wurde in den Finalspielen 1988 nach dem Modus Best-of-five gespielt. Hier die Paarungen, die in der Folge in ein entscheidendes fünftes (oder siebtes) Spiel gingen:

1998 gewann Ulm das Halbfinale 3-2 in Bamberg

1996 gewann Berlin im Viertelfinale 4-3 gegen Gießen*

1996 gewann Bayreuth im Viertelfinale 4-3 gegen Hagen*

1993 gewann Bamberg im Halbfinale 3-2 gegen Ludwigsburg

1991 gewann Leverkusen im Finale 3-2 gegen Charlottenburg

1989 gewann Bayreuth im Finale 3-2 gegen Leverkusen

*von 1996 bis 1998 wurde Viertelfinale Best-of-seven gespielt, damit auch das Team ohne Heimrecht garantiert zwei Heimspiele hat.

fotoduda.de

Die größten Comebacks - hoher Halbzeit-Rückstand und trotzdem gewonnen:

In der digitalen Datenbank der easyCredit BBL sind die Halbzeitergebnisse seit der Saison 2002/03 ausgewiesen – hier eine Übersicht über die höchsten Halbzeitrückstände, die noch in einen Sieg gedreht werden konnten:

-27 Punkte: Im zweiten Halbfinale 2017 lagen die EWE Baskets Oldenburg gegen ratiopharm ulm zur Halbzeit 33:60 zurück und gewannen 107:103 nach Verlängerung, die Rickey Paulding erst möglich machte durch einen Dreier mit der Sirene zum Ausgleich.

-24 Punkte: Am 13. Spieltag 2004/05 lagen die Artland Dragons bei den WALTER Tigers Tübingen zur Halbzeit 30:54 zurück und gewannen 85:79. Der höchste Pausenrückstand auswärts, der aufgeholt wurde.

-23 Punkte: Am sechsten Spieltag 2010/11 lagen die Telekom Baskets Bonn gegen Phoenix Hagen zur Halbzeit 36:59 zurück und gewannen 103:102.

-22 Punkte: Am ersten Spieltag 2008/09 lagen die Giants Düsseldorf gegen die Köln 99ers zur Halbzeit 30:52 zurück und gewannen 69:68.

-22 Punkte: Am 14. Spieltag 2008/09 lag MEG Göttingen bei den WALTER Tigers Tübingen zur Halbzeit 28:50 zurück und gewann 65:64.

Playoff-Bestmarken:

Auch hier stehen Oldenburgs 27 Punkte an der Spitze, aber die Bestmarke fürs Finale hält RheinEnergie Köln, das 2006 einen Rückstand von 24 Punkten aufholte.

-27 Punkte: Im zweiten Halbfinale 2017 lag Oldenburg gegen Ulm zur Halbzeit 33:60 zurück und gewann nach Verlängerung 107:103.

-19 Punkte: Im dritten Finale von 2006 lag RheinEnergie Köln bei ALBA BERLIN zur Halbzeit 25:44 zurück und gewann 82:80. Kurz nach der Pause betrug der Rückstand sogar 24 Punkte - Der höchste Rückstand, der in einem Finale in einen Sieg gedreht werden konnte.

-15 Punkte: Im zweiten Viertelfinale 2006 lagen die Telekom Baskets Bonn gegen GHP Bamberg zur Halbzeit 30:45 zurück und gewannen 75:64.

-13 Punkte: Im zweiten Halbfinale 2005 lagen die GIESSEN 46ers gegen GHP Bamberg zur Halbzeit 33:46 zurück und gewannen 84:73.

Quelle für diese Liste ist neben der digitalen Datenbank der easyCredit BBL, die seit der Saison 1998/99 geführt wird, das Archiv der ehemaligen Basketball-Zeitung, welche vor der digitalen Ära das amtliche Organ des Deutschen Basketball Bundes und damit des Ausrichters (bis 1998) der Basketball Bundesliga war. Außerdem wurden die Ergebnisse mit Nationalspielern aus den zurückliegenden Jahrzehnten besprochen und gegebenenfalls ergänzt. Trotzdem freuen wir uns über Hinweise aus der Basketball-Gemeinde über eventuelle weitere historische Sensationen in der Geschichte unserer Liga – gerne hier per Email.

Allen Fans, die sich für die Geschichte der Liga interessieren, sei unser Buch „50 Jahre Basketball Bundesliga“ empfohlen, welches unter www.50JahreBBL.de bestellt werden kann.

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