FB Twitter Instagram YouTube Google+
BIG - Basketball in Deutschland
Wenn beim Spieleabend das Brett durch die Luft fliegt – Münchens Anton Gavel im BIG-Interview

Wenn beim Spieleabend das Brett durch die Luft fliegt – Münchens Anton Gavel im BIG-Interview

— BIG, Julian Galinski

Anton Gavel hat mit den Brose Baskets Bamberg in fünf Jahren vier Meisterschaften gewonnen und wurde dort zur Ikone. Vor der Saison wechselte er zum FC Bayern München, dem großen Rivalen. Hier erklärt der Deutsch-Slowake, was seine Ziele beim Deutschen Meister sind (Foto: Rau).

Sie arbeiten nun zum ersten Mal mit Svetislav Pesic zusammen, Herr Gavel. Was macht ihn aus?

Er achtet unglaublich auf die Details. Er ist ein Trainer, von dem man aufgrund seiner Erfahrung wahnsinnig viel lernen kann. Man trainiert hart und viel. Und man weiß, dass er einen am Ende auf jeden Fall nach vorne bringen wird. Für mich persönlich geht es darum, das, was er erwartet, so gut wie möglich umzusetzen.

Was ist Ihre Aufgabe?

Sie wird auf jeden Fall anders sein, als in Bamberg. Erst einmal heißt es, dass ich mich ins Team eingliedere. Diejenigen, die schon vergangene Saison hier waren, wissen, wie gespielt wird und geben den Ton an. Ich will ein Teil des Ganzen sein und meinen Teil zum Erfolg beitragen. Das heißt nun vor allem: sehr gut verteidigen und vorne die Plays laufen, die der Trainer erwartet.

Die Verantwortlichen des FC Bayern haben die Führungsrolle, die sie von Ihnen erwarten, durchaus betont.

Und davor schrecke ich auch keinesfalls zurück. Klar will ich die Mannschaft vorantreiben und wenn es notwendig ist zeigen, wo es hingeht. Aber ich bin eben nicht der Einzige, der das kann. Die Verantwortung ist auf viele Schultern verteilt. Ich sehe das absolut positiv. Es ist ein gutes Gefühl, zu wissen, dass wir auch Ausfälle und Verletzungen kompensieren können, so wie zu Saisonbeginn, als uns in einzelnen Spielen bis zu fünf Spieler gefehlt haben.

Hat die Mannschaft schon eine echte Gewinner-Mentalität?

Das Gefühl ist ähnlich wie in Bamberg: Man ist sich bewusst, dass man die Favoritenrolle hat, und das gibt einem ein gewisses Selbstvertrauen. Und dann gibt es Spiele, bei denen man einfach ahnt: Das werden wir, solange wir seriös auftreten, nicht verlieren, auch wenn es mal nicht gut läuft. Weil wir einfach einen Gang hochschalten können. 

Zumindest in der Beko BBL.

Ich sehe das auch als Vorteil der deutschen Mannschaften, die in der Liga ganz vorne mitspielen. Dadurch, dass man in der Euroleague ein Außenseiter ist, besteht gar nicht erst die Gefahr, abzuheben. Das holt einen auf den Boden der Tatsachen zurück. Gerade in einer extrem schweren Gruppe, wie wir sie nun vor uns haben.

Spricht man mit Spielern, Trainern und Experten aus der Liga über Anton Gavel, hört man vor allem großen Respekt: Für die Integrität und die Arbeitseinstellung. Ist Ihnen diese Anerkennung wichtig?

Nein, ich mache das für mich, nicht für andere. Ich will einfach nur so gut wie irgendwie möglich auf das nächste Spiel vorbereitet sein. Und mit meiner Arbeit eben meine Nachteile so gut es geht kompensieren. Ich war nie der große Athlet, ich war nie der Schnellste. Ich habe versucht, andere Dinge zu meinen Waffen zu machen.

Ihr Ehrgeiz ist bekannt. Es heißt, Sie wollen in jedem Training, in jedem Drill der Beste sein.

Das war mal so, ja. Ich habe jede einzelne Aufgabe als persönliche Herausforderung gesehen. Jetzt ist das aber nicht mehr so möglich.

Wieso? Sind Sie schon zu alt?

Ich versuche es zwar, aber ich kann einfach nicht mehr alles gewinnen.

Sind Sie privat auch so verbissen? Muss man beim Spieleabend Angst haben, dass am Ende das Brett durch die Luft fliegt?

Das ist schon mal passiert, ja.

Immerhin passt das zum Anspruch an den FC Bayern und dem des Münchner Sports generell: Siege und Titel.

Wenn man amtierender Meister ist, sollte man sich auch keine kleineren Ziele setzen, was ergäbe das für einen Sinn? Wir müssen nach oben schauen! Klar wird es nicht leicht, den Titel zu verteidigen, wir sind die Gejagten – aber alle hohen Ziele sind schwer zu erreichen.

Wie gehen Sie nun damit um, bei Auswärtsspielen ausgepfiffen und ausgebuht zu werden?

Bis zu einem gewissen Punkt motiviert es mich, aber es ist auch wichtig, die Reaktion der gegnerischen Fans ausblenden zu können. Wenn wir in eine andere Halle kommen, ist beim Gegner Endspielstimmung. Die Atmosphäre vor den Spielen, nach den Spielen ist anders als bei einem gewöhnlichen Ligaspiel.

Wie schwer ist es, die Spieler in einer derart tief besetzten Mannschaft bei Laune zu halten? Wie halten Sie Ihr Ego im Zaum?

Man muss sich doch nur ein Beispiel an den erfolgreichen Euroleague-Mannschaften nehmen. Die haben bei jedem Spiel zwölf starke Spieler im Kader und kommen damit klar. Es geht um Mannschaftserfolg. Vielleicht hat der eine oder andere mit seinem Ego daran zu knabbern, aber das darf keine Rolle spielen. Klar kann es einem zu einem neuen Vertrag verhelfen, wenn man Topscorer der Liga wird. Aber in meinem Lebenslauf soll lieber stehen: zehnmal Meister geworden und siebenmal Pokalsieger. Mir ist dabei völlig egal, wie oft ich den Ball in der Hand hatte. Mich interessiert nur, ob wir das Spiel gewonnen haben.

Sie sind mittlerweile 29 Jahre alt – was können Sie an sich noch verbessern?

Ein neuer Trainer bedeutet immer neue Impulse, neue Sichtweisen. So lässt sich viel leichter etwas dazulernen, als wenn man sich in einer gewissen Routine befindet. Für mich ist nun vor allem wichtig, mehr auf meinen Körper zu achten. Verletzungsprophylaxe, Regeneration, Ernährung. Das war vor ein paar Jahren noch egal, jetzt ist das für mich ein großes Thema.

Wann haben Sie eigentlich zum ersten Mal vom FC Bayern Basketball erfahren?

Das war vor Beginn der Zweitliga-Saison der Bayern mit Dirk Bauermann, im Sommer 2010. Wir hatten zwei Vorbereitungsspiele gegen die Mannschaft, in Weilheim und in der Münchner Olympia-Eishalle.

Hat Sie der Fußballverein interessiert?

Ganz ehrlich: Ich verfolge natürlich ein bisschen, was im Fußball passiert, aber Fan war ich nie. Eishockey, das ist mein Sport. Ich war in Nürnberg öfter bei den Ice Tigers und werde auch in München ganz sicher zum EHC Red Bull gehen. Eishockey ist in der Slowakei schließlich Nationalsport und tief in uns verwurzelt.

Haben Sie selbst mal gespielt?

Das war zumindest der Plan. Ich habe mit sieben Jahren mit dem Eiskunstlauf begonnen, weil ich dachte, das würde mir beim Eishockey helfen. Weiter ist es aber nie gekommen. Ich habe nach einem Jahr wieder aufgehört.

Das komplette Interview könnt Ihr in der aktuellen Ausgabe der BIG lesen (Abonnenten haben sie bereits eine Woche früher im Briefkasten), außerdem gibt es im Heft noch folgende Themen:

- Die Heim-EM 2015: Alles rund um die große Chance für den deutschen Basketball 
- Niels Giffey: Sind die Erwartungen an ALBAs Rückkehrer zu hoch?
- Karten Tadda: Der letzte Überlebende aus der großen Bamberger Ära im Interview
- Dr. Axel Schweitzer: ALBA BERLINs Aufsichtsrats-Chef spricht zum 25-jährigen Jubiläum 
- Sven Schultze: Der Routinier erklärt seinen Wechsel nach Bremerhaven
- Raoul Korner: Braunschweigs Trainer und Sportdirektor spricht im Interview über seine neue Macht
- Die 10 größten Überraschungen: Welcher Spieler in der noch jungen Saison unerwartet überzeugten
- Christian Standhardinger: Der Paradiesvogel überzeugt in seiner ersten Profi-Saison als Scorer beim MBC
- Julian Albus: Der Aufstieg des Tübinger Talents zum A2-Nationalspieler
- Jamal Boykin: Göttingens Forward ist Profi und Künstler
- Michael Koch: Die Pläne von Bayreuths Coach mit seinem neuen Kader
- Think: Patrick Femerling
- Herber geht´s nicht
- El nuevo mundo de Maxi
- Mein Leben ist Basketball...aber ich lebe nicht davon
- Frank Buschmann: Der Kult-Kommentator spricht im Interview über seine Rückkehr zum BBL-Basketball
- Euroleague: Was das Financial Fairplay für die deutschen Klubs bedeutet
- Weltmeister USA: Werden die Amerikaner den Basketball auf Jahre hinaus dominieren?
- Daniel Hain: Der ehemalige Nationalspieler soll die Hamburg Towers in die Beko BBL führen
- Tobias Jahn: Warum der Center mit 28 Jahren seinen Karrierehöhepunkt noch vor sich hat
- TuS Bad Aibling Fireballs: Die ehrgeizigen Ziele des DBBL-Aufsteigers
- Nicolas Mylonas: Die verrückte Geschichte des U12-Spielers aus Nieder-Olm

comments powered by Disqus

Telekombasketball.de

Alle Spiele LIVE und in HD!

easyCredit Telekom TipBet Spalding Ranko Kinder plus Sport