FB Twitter Instagram YouTube Google+
BIG - Basketball in Deutschland
Frankfurts Point Guard Konstantin Klein im BIG-Interview: „Zlatan Ibrahimovic fasziniert mich!“ © Ronny Ehrlich

Frankfurts Point Guard Konstantin Klein im BIG-Interview: „Zlatan Ibrahimovic fasziniert mich!“

— BIG, Bastian Teinert

Konstantin Klein hat es in Frankfurt mit großem Willen und viel Einsatz zum Starting Point Guard gebracht. Im BIG-Interview spricht er über seine mentale Stärke, fehlende Eier bei deutschen Talenten und verrät, warum er ein Kandidat für die EM ist.

Konstantin Klein, Sie haben es über die ProB zum Starting Point Guard in der BBL gebracht. Junge deutsche Spieler mit Biss, die ihre Ziele offen formulieren, gibt es nicht allzu viele ...

Das ist das größte Problem in Deutschland. Wenn du große Ziele hast und von deinen Fähigkeiten sehr überzeugt bist, ob nun im Basketball oder auch im Leben allgemein, wirst du viel belächelt. Oder dir wird gesagt: bleib am Boden – nicht abheben. Das beste Beispiel ist Dennis Schröder. Ich habe gehört, dass er mit 16 Jahren im Bundesliga-Training rumgebrüllt hat. Alle haben ihn ausgelacht. Er sagte, dass er von der NBA träume. Und jetzt? Jetzt wollen alle dabei sein, auf seiner Welle mitschwimmen und cool mit ihm sein, weil er drei, vier Jahre später in der NBA spielt. Er war damals der Einzige, der daran geglaubt hat, dass er es in die NBA schafft. Natürlich sollst du auf andere hören. Aber nur du weißt, was wirklich möglich ist. Viele junge Spieler schaffen es nicht, ohne Angst zu spielen. Sie schaffen es nicht, auf dem Court an sich zu glauben. Da sehe ich das größte Problem in Deutschland. Es gibt genügend junge deutsche Spieler, die 16, 17 Jahre alt sind und es in die BBL schaffen können. Sie glauben aber nicht an sich oder bekommen nicht das Vertrauen von den Trainern.

Gerade die US-Amerikaner bringen eine andere Mentalität mit in die BBL. Vermissen Sie bei deutschen Talenten die oft zitierte amerikanische Winner-Mentalität?

Auf jeden Fall. Das fehlt uns hier in Deutschland. Viele Deutsche sind, was Talent und Skills angeht, besser als mancher Amerikaner. Man sieht das ja. Wenn du was erreichen willst, musst du an dich glauben. Du darfst dich davon einfach nicht abbringen lassen. Das fehlt meiner Meinung nach vielen.

Sie sind in der Jugend von TuS Lichterfelde und Alba Berlin groß geworden. Haben die Coaches diese offensive Einstellung gefördert?

Ich weiß gar nicht, ob das von Coaches genau so rübergebracht werden kann. Es ist schwierig, einem Spieler eine gewisse Einstellung beizubringen. Der Trainer kann es versuchen, kann dem Spieler sagen, dass er mehr Eier zeigen soll. Zunächst musst du es aber selber wollen, es muss irgendwie in dir stecken. Es hängt vermutlich auch sehr mit der Erziehung zusammen und damit, welche Erfahrungen du im Leben gesammelt hast. Ich hatte Henrik Rödl als Coach. Er hat mir sehr viele Möglichkeiten gegeben. Ich konnte mich beweisen. Er hat mir auch nach schlechten Leistungen immer wieder eine neue Chance gegeben. Er hat an mich geglaubt. So schenkte er mir Selbstvertrauen. Muzaffer Talan bei TusLi war mein erster richtiger Trainer über mehrere Jahre. In der U16 sind wir zusammen Deutscher Meister geworden. Er hat mir auch menschlich sehr viel beigebracht, vieles, was jungen deutschen Spielern fehlt. Er hat Ehrgeiz und Selbstvertrauen aus mir herausgekitzelt. Dafür bin ich ihm bis heute dankbar. Er hat dich geärgert, manchmal hast du ihn bis zum Umfallen gehasst. Aber er hat immer etwas Gutes aus dir herausgeholt. Das hat man im Nachhinein gemerkt. Ich habe noch heute Kontakt zu ihm. Bei mir ist alles perfekt gelaufen. Ich hatte meistens Trainer, die an mich glaubten. Das ist zum Teil aber auch das Glück des Tüchtigen. Ich habe meine Möglichkeiten gesucht und genutzt. 

Woher kommt diese Einstellung?

Ich habe mich neulich erst mit Freunden darüber unterhalten. Ich weiß nicht, ob man so geboren wird. Manche haben es in sich. Es hängt aber auch viel mit deinen Erfahrungen zusammen. Bei mir gab es nie etwas, wenn ich nicht was dafür getan habe. Ich wusste von Anfang an, dass ich den Korb nicht treffe, wenn ich nicht dafür trainiere.

Sie haben im Sommer in einem Interview erklärt, Sie werden einfach besser sein als in der vergangenen Saison. Auch ein Teil dieser speziellen Einstellung?

Die Verletzung war das Einzige, das mich gestoppt hat. Die ersten sieben Spiele waren dann auch ganz okay. In der Vorsaison wurde es ja auch immer besser. Ich schaue mir viele Spiele an und analysiere, was ich besser machen kann. Da gibt es so viele Sachen.

Schauen Sie auf der Suche nach Fehlern auch selbst Videos?

Ja, klar. Zu Hause, ganz entspannt. Ich sehe so viele Sachen, die ich noch falsch mache. Oder ich sehe Dinge, die mich motivieren. In der letzten Saison habe ich in Berlin gegen die beste Defense der Liga 16 Punkte gemacht. 16 Punkte gegen Berlin und manchmal, gegen schwächere Teams, sind es vielleicht nur vier Punkte. Da spüre ich, dass noch so viel mehr möglich ist und daran glaube ich auch. Warum soll ich nicht in jedem Spiel 16 Punkte machen? Ich bin sehr selbstkritisch, was manchmal auch mein größter Fehler ist. Nach schlechten Spielen bin ich für ein paar Tage gar nicht gut auf mich zu sprechen. 

Ihr Vertrag läuft aus. Gab es schon Kontakt mit dem Management?

Im Sommer gab es Kontakt. Man konnte sich aber nicht einigen. Zurzeit gibt es keinen Kontakt. Ich kann sagen, dass ich im Sommer auf jeden Fall bleiben wollte und auch jetzt bleiben will. Frankfurt ist eine schöne Stadt, ich habe viel gespielt. Ich weiß nicht, was die Vereinsseite denkt. Im Moment geht es aber vor allem darum, wieder fit zu werden und eine gute Saison als Team zu spielen. Danach wird man weitersehen.

Sind die Skyliners Ihr erster Ansprechpartner?

Natürlich. Am liebsten möchte ich bleiben. Aber man weiß nie, was passiert. Vielleicht sagen sie: Konsti, wir haben keinen Bock mehr auf dich. Dann haben sie keinen Bock mehr auf mich. Dann verpassen sie was ... (lacht)

Was wäre, wenn Alba anfragt?

Das wäre natürlich schön. Alba ist momentan das beste Team der Liga. Das heißt aber noch lange nicht, dass ich weg wäre, wenn sie fragen. Es muss alles stimmen. Das gilt aber auch für Frankfurt. Das gilt im Prinzip immer. Da, wo ich hingehe, muss ich mich wohlfühlen. Ich weiß aber, dass ich immer spielen werde, egal wohin ich komme. Ich kann meine Nische auch bei großen Vereinen finden, weil ich Qualitäten habe, die wenige Spieler haben und die jeder Trainer braucht. Das soll jetzt aber nicht so klingen, als ob ich wechseln wollen würde. Ich fühle mich in Frankfurt pudelwohl.

Klingt ein wenig nach Zlatan Ibrahimovic. Der formuliert seine Ziele und Ansichten meist auch sehr offensiv. Sie haben sein Buch „Ich bin Zlatan“ gelesen. Ausgelesen?

Ja, innerhalb von ein, zwei Wochen. Ich stehe auf Zlatan. Viele sagen, er wäre ein Idiot. Mich fasziniert der Typ sehr.

Was genau?

Die Leute haben ihm früher gesagt, er würde zu viel dribbeln und zu viele Tricks machen. Einige Eltern seiner Mitspieler in der Jugend haben sogar Unterschriften gesammelt, damit er aus dem Verein fliegt. Zlatan ist seinem Stil treu geblieben. Jetzt ist er einer der größten Fußballer überhaupt und auch einer der talentiertesten Spieler am Ball. Hätte er früher auf die gehört, die ihm die Tricks ausreden wollten, würde er jetzt vielleicht gar nicht mehr Fußball spielen. Das zeigt mir, dass man immer an sich glauben sollte.

Parallelen zu Ihrer Vita?

Meiner Meinung nach war ich einfach zu coachen. Ich hatte so gut wie nie Stress mit den Coaches, weil ich immer 100 Prozent gegeben habe. Man sollte auch nicht alles so ernst nehmen, was Zlatan sagt.

Das komplette Interview könnt Ihr in der aktuellen Ausgabe der BIG lesen, die es aktuell im Handel gibt (Abonnenten haben sie bereits eine Woche früher im Briefkasten), außerdem gibt es im Heft noch folgende Themen:

-       Per Günther - Der Poker um den Nationalspieler und welche Stars im Sommer noch auf dem Markt sind

-       Hermann Schüller - Warum er die Wahl von Alexander Reil zum neuen Liga-Präsidenten kritisch sieht

-       Jamel McLean - Die Wahrheit über den Vertrag des Shootingstars bei ALBA BERLIN

-       John Bryant - Welche Zukunft der Center-Koloss bei Bayern München hat

-       Josh Duncan - Wie der Forward Bamberg nach seiner Verletzung zum Höhenflug verhalf

-       Nicolai Simon - Braunschweigs Guard und die Zuschauer-Problematik der Löwen

-       Aleksandar Nadjfeji - Der älteste Spieler der Beko BBL spricht über Fitness und den Abstiegskampf mit Tübingen

-       Ranking: Most improved players - Diese Spieler überraschten uns in der laufenden Saison in der Beko BBL

-       David Brembly - Der deutsche Guard, der aus Polen kam und sich in Bayreuth sofort in den Fokus spielte

-       Martin Romig - Crailsheims Geschäftsführer sspricht im Interview über die Folgen des Spielausfalls in Hagen

-       Chris Fleming - Mit welchem Trainer- und Betreuerstab der neue Bundestrainer in die EM geht

-       Misko Raznatovic - Der Chef der einflussreichen Spieler-Agentur BeoBasket im Interview

-       Tibor Pleiß - Deutschlands Center über die EM und seinen Start beim FC Barcelona

-       Michael Spöcker - Der neue Trainer der Talentschmiede Ehingen/Urspring im Porträt

-       Farmteams - Teil 1 des Checks der Ausbildungs-Klubs der Beko BBL-Teams

-       Marek Piotrowski - Der Trainer erklärt seinen Durchmarsch von der Landesliga bis in die Bundesliga

-       El nuevo mundo de Maxi – Die Maxi-Kleber-Kolumne

-       BIG Business / BIG Player Check / Spiel des Monats / Hallo Beko BBL, hier BIG ! / Spotlight  / BIG Block / Hallo Junge Liga, hier BIG ! / Mein Leben ist Basketball … aber ich lebe nicht davon

comments powered by Disqus

Telekombasketball.de

Alle Spiele LIVE und in HD!

easyCredit Telekom TipBet Spalding Kinder plus Sport