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Beko BBL ALLSTAR Day
OrangeZone Special - Beko BBL ALLSTAR Day 2015: Ulm als Heimat der Sterne fotoduda.de

OrangeZone Special - Beko BBL ALLSTAR Day 2015: Ulm als Heimat der Sterne

— Joshua Wiedmann

Am 10. Januar 2015 schaut Basketball-Deutschland nach Ulm: In der ratiopharm arena steigt dann der Beko BBL ALLSTAR Day. 28 Jahre dauerte es, bis das größte Sport-Spektakel der Nation erstmals seinen Weg an die Donau fand. Dabei ist Ulm seit jeher die Heimat vieler Stars und Sternchen.

Im Winter 1951 steckt der amerikanische Basketball-Sport in einer tiefen Krise. Im College-Basketball ist gerade ein Wettskandal öffentlich geworden, den nationalen Profiligen rennen die Zuschauer davon – und die NBA, gerade fünf Jahre alt, ringt ums nackte Überleben. In dieser prekären Situation hat Haskell Cohen eine geniale Idee: Wieso nicht die Popularität der Liga über ein Showgame ankurbeln, sinniert der damalige NBA-Mediendirektor? Mit den besten Spielern aller Teams und Highlights am Fließband? Die Führungskräfte der Liga reagieren zunächst skeptisch auf Cohens Vorschlag, doch der bleibt beharrlich – und bekommt sein Spiel: Am 2. März 1951 sehen über 10.000 Zuschauer, dreimal so viele wie bei einer durchschnittlichen NBA-Partie der damaligen Zeit, ein als einmalig angedachtes Tête-à-Tête der besten Profis. Das Allstar Game ist geboren.

Heute ist das Format samt seiner Faszination längst nach Europa herüber geschwappt, und in fast allen nationalen Ligen zu einem festen Saison-Ritual geworden – so auch in Deutschland. 330 Punkte werden notiert, als das Event 1987 mit einem Paukenschlag und dem bis heute höchsten Ergebnis (179:151) seine Premiere in der BBL feiert. Schon damals ist das Bestentreffen aber nicht nur mehr als ein Spiel – nämlich ein ganzer Tag, der Allstar Day –, sondern auch ein im Basketball-Kalender einmaliges Spektakel. Wenn die spektakulärsten Springer und versiertesten Werfer auf Ihresgleichen treffen, wenn sich Amateure mit Profis messen und Schiedsrichter Kopfkameras tragen: Dann ist Allstar Day – der ungezwungenste Tag im Basketball-Jahr. Im Januar 2015 kommt der „ASD“ erstmals nach Ulm; dorthin, wo er aus verschiedenen Gründen schon lange einmal hin gehört.

Der Allstar Day – eine Ulmer Domäne!

Denn der Allstar Day hatte schon immer einen Ulmer Touch – auch in den 90ern, als sich die Spatzen gerade erst in der Bundesliga etablieren. 1991 ist es Mike Knörr, der als Gewinner des Dunking-Contests den ersten Ulmer Fußabdruck in der Allstar-Geschichte hinterlässt. In Karlsruhe ist damals auch ein gewisser Jarvis Dale Walker am Start, der bis 2000 noch mehrfach dem Allstar-Team angehört. Mit der Insolvenz und dem Zwangsabstieg nach der Jahrtausendwende verschwindet Ulm anschließend zunächst von der großen Showbühne, ehe Jeff Gibbs 2007 eine goldene Ulmer Allstar-Ära einläutet.

Seit dem Wiederaufstieg prägte kaum ein Bundesligist das Spektakel so sehr wie Ulm. Allein für das Bestenspiel stellte „Orange County“ seither 16 Teilnehmer; nur Berlin (21) und Bamberg (20) waren im selben Zeitraum häufiger vertreten. Dabei ist der Teamerfolg nur beschränkt bedeutsam für Allstar-Nominierungen – immerhin kämpfte Ulm bis 2011 noch regelmäßig gegen den Abstieg. Vielmehr ist die historisch große Ulmer Beteiligung am Allstar Day Ausdruck einer bundesweiten Popularität, für die Typen und Teamphilosophie seit jeher entscheidender waren als der Tabellenplatz: „Wir hatten immer schon besondere Spieler“, erklärt Ulms Geschäftsführer Dr. Thomas Stoll, wieso sein Club bei der Fan-Wahl zum Allstar-Game stets gut abschnitt. Ob Quadratcenter Gibbs, Schwergewicht John Bryant oder der lange unbekannte Konrad Wysocki: „Diese Jungs hatte kaum jemand auf der Rechnung, ehe ihnen bei uns der Durchbruch gelang“, so Stoll weiter. „Fans lieben solche Cinderella-Stories.“

Ein Event für Entertainer und Typen

Für die Wählergunst mindestens genauso wichtig: Der Faktor Identifikation. Als die Quotenregelung für einheimische Spieler hierzulande noch in den Kinderschuhen steckt und ausländische Profis den Allstar Day dominieren, heißen die Ulmer „Sterne“ bereits Per Günther und Robin Benzing. 2010 halten die Ulmer Jungnationalspieler in der Süd-Auswahl – die damals noch gegen die Nord-Elite antritt (siehe Kasten) – als einzige „Nationals“ die deutsche Fahne hoch. Dass an der Donau auch ohne Quotenzwang stets Verantwortung und Spielzeit an Eigengewächse verteilt wurde, „fanden deutschlandweit viele Leute gut“, glaubt Thomas Stoll. „Dadurch haben unsere Spieler schon immer zahlreiche Stimmen fürs Allstar Game bekommen.“

Zu guter Letzt geht es beim Allstar Day aber nicht nur um Idealismus. Gewählt wird schlicht, wer die Massen am besten unterhält – und kaum einer hat das in den zurückliegenden Jahren besser verstanden als ein Ulmer: nämlich Per Günther. Wenn der ratiopharm-Spielmacher einen Hookshot gegen John Bryant einnetzt oder mit dessen Hilfe einen spektakulären Dunking inszeniert (2013) oder Will Clyburn aus dem Liegen durch einen Ballwagen einen Alley-Oop-Pass serviert (2014), dann trifft er damit den Nerv der Veranstaltung. „Es geht um Spaß, für Spieler wie Zuschauer“, weiß Per. Wenig verwunderlich also, dass Günther zuletzt fünfmal nacheinander beim Allstar Game auflief – eine längere Serie hat kein aktueller Profi der „Nationals“.

Die Vorfreude auf das Familientreffen in Ulm? Riesig!

Dass die 27. Auflage des Allstar Days in der ratiopharm arena stattfindet, ist aber auch aus einem anderen Grund nur folgerichtig. Denn wie sich Basketball in Ulm/Neu-Ulm anfühlt, durften im vergangenen Frühjahr auch die Verantwortlichen der Beko BBL am eigenen Leib erfahren. Nach dem Top Four Ende März zeigte sich Liga-Chef Jan Pommer „sehr beindruckt“ von der zweitätigen Tollhaus-Atmosphäre in der Ulmer Heimspielstätte: „In Ulm und um Ulm wird Basketball ‚geatmet’“, sagt Pommer daher auch. Wie groß die Vorfreude auf die ratiopharm arena ist? Als am 20. Oktober das Ticket-Portal für den Allstar Day öffnet, dauert es kaum länger als 2 Stunden, ehe alle Sitzplatz-Tickets verkauft sind.

Am 10. Januar werden also nicht nur Spieler, sondern auch Fans aus ganz Deutschland an die Donau strömen. „Der Allstar Day ist jedes Mal eine Art Familientreffen im deutschen Basketball“, sagt Dr. Thomas Stoll. Was alle Beteiligten also erwartet, ist klar – und eben doch nicht. Denn jedes Bestentreffen schreibt seine eigenen Geschichten, sorgt für andere „Aha-Momente“ und reißt mit neuen Aktionen der Marke „Hast du das gesehen?“ von den Sitzen. Nur eins ist garantiert: Beste Unterhaltung – dafür steht das Allstar-Format inzwischen seit über 60 Jahren.

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