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BIG - Basketball in Deutschland
„Mein Ziel? Die Liga auseinandernehmen!“  - Frankfurts Nationalspieler Konstantin Klein im BIG-Porträt

„Mein Ziel? Die Liga auseinandernehmen!“  - Frankfurts Nationalspieler Konstantin Klein im BIG-Porträt

— Jan Finken

Konstantin Klein spielt nicht nur auf der wichtigsten Position, er besitzt dafür auch das nötige Selbstbewusstsein. Der Point Guard der FRAPORT SKYLINERS will in dieser Saison endlich durchstarten – wenn er nicht wieder von Verletzungen gestoppt wird

Eigentlich sollte Konstantin Klein gerade beim Shootaround seines Teams sein. Stattdessen verbringt er den Vormittag beim Physiotherapeuten. Zwei Tage vorher hatte es für die Fraport Skyliners bei den EWE Baskets Oldenburg eine knappe 80:82-Niederlage gesetzt. Tags darauf sollte es mit der gleichen Differenz eine bittere Heimschlappe gegen Aufsteiger Würzburg geben. Klein weiß, dass er bei diesem Spiel nicht dabei sein wird. Mal wieder. Beim Saisonauftakt in Bremerhaven war der Spielmacher heiß, nahm im ersten Viertel fünf Dreier, erzielte in 20 Minuten acht Punkte. Dann: Ein Schlag auf den Oberschenkel, Schmerzen, Auswechslung. „Zuerst dachte ich, es wäre nur ein Pferdekuss, aber dann ist mein Bein angeschwollen und ich konnte kaum noch laufen.“ Zurück in Frankfurt, erhält er die Diagnose: doppelter Muskelfaserriss im Oberschenkel, knapp vier Wochen Pause, frühestens Ende Oktober kann er wieder aufs Feld zurückkehren. „Ausgerechnet jetzt“, stöhnt Klein. „Ich war vorher fit wie nie zuvor.“

© Ronny Ehrlich

Fit, dass war in der Saison 2014/2015 ein Fremdwort für den Guard. Gerade einen Monat war die Saison alt, als die Leiste streikte. Schon im Sommer traten die ersten Probleme auf. Klein musste Lehrgänge mit der A1- und mit der A2-Nationalmannschaft absagen. Drei Wochen setzte er aus, zum Saisonstart schien alles in Ordnung zu sein. Dann wurden die Schmerzen wieder schlimmer, das Auswärtsspiel bei den Artland Dragons Quakenbrück im November 2014 sollte bis Ende Januar sein letztes Bundesligaspiel sein. „Eine echte scheiß Verletzung“, weiß Klein jetzt, sei diese sogenannte „weiche Leiste“, wie es im Volksmund heißt. „Du rennst zu fünf Ärzten und bekommst sechs Meinungen.“ Eine lautete, sich operieren zu lassen – bis jetzt war es die richtige. „An der Leiste habe ich keine Probleme mehr.“ Im Januar gab Konstantin Klein in der Eurochallenge-Partie gegen Den Bosch sein Comeback: „Schön zu sehen, dass ich noch werfen kann“, kommentierte er seinerzeit erleichtert seine zwei Dreier in elf Minuten Spielzeit. Danach folgten acht Spiele in der Beko BBL, ehe das Verletzungspech bei ihm erneut zuschlug: Eine Knie-OP kostete ihn die restliche Saison, die Playoffs und das Gefühl der Euphorie, das sich in Mainhattan ob des fulminanten letzten Saisondrittels inklusive Postseason breitgemacht hatte.

Während sich die Hessen im Playoff-Viertelfinale gegen den späteren Finalisten FC Bayern München achtbar aus der Affäre zogen und zuvor das Halbfinale in der Eurochallenge erreicht hatten, schuftete Konstantin Klein in seiner Heimstadt Berlin an seinem Comeback und verfolgte die Spiele seines Teams online – wenn überhaupt. „Wenn ich verletzt bin, kann ich eigentlich keinen Basketball schauen. Ich versuche, möglichst viel Abstand zu gewinnen, weil ich dann trainieren will, es aber nicht darf.“ Wenigstens im folgenden Sommer sollte es das Schicksal mit Klein gut meinen – zumindest vorerst …

Nach überstandener Verletzungspause schnürte Konsti seine Sneaker das erste Mal nicht für die Skyliners, sondern im Kreise der A2-Nationalmannschaft, die sich auf die Universiade in Südkorea vorbereitete. Der Spielmacher sollte einer der Schlüsselspieler im Team von Bundestrainer Henrik Rödl auf dem Weg zur Silbermedaille werden. Als Belohnung wurde der Frankfurter zum Auftaktlehrgang der A-Nationalmannschaft eingeladen, im Testspiel gegen Österreich absolvierte Klein seines erstes A-Länderspiel. So selbstbewusst, wie er sich bei den Skyliners von Beginn an präsentierte, trat er auch im Kreise des potenziellen EM-Kaders auf. „Für mich war das Training bei der Nationalmannschaft ganz wichtig, auch wenn ich als einer der Ersten gecuttet wurde. Denn ich habe gesehen, dass alle anderen auch nur mit Wasser kochen!“ So ist es kein Wunder, dass sich der 1,87 Meter große Spielmacher auf „einem Level mit einem Heiko Schaffartzik oder Anton Gavel“ sieht. Und Dennis Schröder? „Dennis spielt natürlich auf einem anderen Level, ich bin ja nicht bescheuert. Das heißt aber nicht, dass ich auch nur einen Zentimeter zurückweiche, wenn ich gegen ihn spiele.“ „Cochones“ nennen es die Spanier, „Eier, wir brauchen Eier“, sagt Oliver Kahn – bei Konstantin Klein wäre er an der richtigen Adresse. „Jeder sollte mit Eiern in der Hose spielen“, so seine Meinung. Jeden, der das nicht tut, wittert der 24-Jährige auf dem Parkett aus 100 Metern Entfernung. „Ganz ehrlich, wenn jemand auf dem Spielfeld nicht an sich glaubt, dann sehe ich das an seinen Augen. Und dann ist er ein gefundenes Fressen für mich.“ Amerikaner, so Klein, würden in dieser Hinsicht anders ticken als zum Beispiel Deutsche. „Von denen glaubt jeder, dass er es in die NBA schafft und dass er hier nur gut genug spielen muss, um dorthin zu kommen. Daraus ziehen die ihre Motivation.“

Den kompletten Artikel könnt Ihr in der aktuellen Ausgabe der BIG lesen, die es seit Dienstag, den 27.10.2015, im Handel gibt (Abonnenten haben sie bereits eine Woche früher im Briefkasten), außerdem gibt es noch folgende Themen im Heft:


Inhalt der BIG #47

Chris Fleming - Der Bundestrainer spricht im großen BIG-Interview über die Eurobasket, Dennis Schröder und die NBA
Ingo Weiss - Der DBB-Präsident zieht sein EM-Fazit und spricht über die Chancen auf ein olympisches Qualifikationsturnier
Neue Playercards - Nachgerüstet: Diese Spieler kamen kurz vor Saisonstart
Deutsche im Fokus - Zehn Spieler, von denen wir in dieser Saison mehr erwarten
Nicolo Melli - Der italienische Nationalspieler über Bamberg und die EM
Paul Zipser - Bayerns Forward hat bei der EM den nächsten Schritt gemacht
Deon Thompson - Was der Rückkehrer Bayern München in der Defense gibt
Jordan Taylor und Will Cherry - Albas neues Point-Guard-Duo im Doppel-Interview
Mithat Demirel - Warum der Sportdirektor Alba Berlin in Richtung Türkei verließ
Konstantin Klein - Frankfurts Aufbau strotzt vor Selbstbewusstsein.In dieser Saison will er endlich durchstarten
Kostja Mushidi - Warum das Riesen-Talent die Telekom Baskets Bonn verließ und nach Straßburg wechselte
Denis Wucherer - Der Coach der Gießen 46ers über den Sieg gegen Bamberg, Abstiegskampf und das Ende seiner aktiven Karriere
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Lockhart & Wimberg - Woran die Oldenburger Talente noch arbeiten müssen, um es in der BBL zu packen
Maurice Stuckey - Nach der Vertragsauflösung in Oldenburg kehrte der Guard nach Würzburg zurück. Dorthin, wo alles begann
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Fabian Brütting - ProB: Für immer Nördlingen. Die Pläne des Kapitäns
Marlies Askamp -Deutschlands Frauen-Basketball-Legende kritisiert den DBB

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