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BIG - Basketball in Deutschland
„Im Herzen werde ich immer ein Bamberger sein“ - Gießens Karsten Tadda im BIG-Interview

„Im Herzen werde ich immer ein Bamberger sein“ - Gießens Karsten Tadda im BIG-Interview

— Alexander Büge

Karsten Tadda gehörte zum EM-Kader der deutschen Nationalmannschaft. Bei den Brose Baskets kam der 27-jährige Guard trotzdem kaum noch zum Zug. Im BIG-Interview spricht er über die Gründe seines Wechsels zu den GIESSEN 46ers.

Karsten Tadda, Sie sind in Bamberg geboren, haben dort angefangen Basketball zu spielen und 2007 für die Brose Baskets Ihr Profidebüt gegeben. Es folgten fünf Meisterschaften und drei Pokalsiege. Wie schwer ist es Ihnen gefallen, den Verein zu verlassen?

Als Profibasketballer ist mir der Wechsel im Prinzip nicht besonders schwergefallen, da ich unbedingt auf dem Parkett stehen und nicht auf der Bank sitzen will. Sportlich war es also der richtige Schritt, den ich auf keinen Fall bereue. Menschlich gesehen war der Wechsel aber schon schwierig. Bamberg ist meine Heimat, ich habe dort meine Familie und viele Freunde.

Wie kam es zu dem Wechsel?

Ich habe zusammen mit meinem Agenten geguckt, welche Möglichkeiten bestehen. In Gießen hat sich nach T.J. DiLeos Verletzung dann die Chance ergeben. Denis Wucherer hat sich dann erkundigt, ob die Möglichkeit besteht, mich aus Bamberg zu holen. Die Brose Baskets waren damit einverstanden, sodass der Wechsel relativ schnell über die Bühne ging.

Sie haben während der regulären Spielzeit der vergangenen Saison unter Andrea Trinchieri mehr Einsatzzeit bekommen als jemals zuvor (17:27 MPG, 3,5 PPG). Was hat sich zu Beginn dieser Saison verändert?

Der Kader der Bamberger ist tiefer geworden. Deshalb haben mir die Verantwortlichen schon nach der letzten Meisterschaft gesagt, dass meine Rolle kleiner werden wird und ich in dieser Saison nur noch der elfte oder zwölfte Mann im Team sein werde. Das hat sich dann auch bewahrheitet.

Dennoch sind Sie eine Bamberger Identifikationsfigur, mit der es in den letzten Jahren auch sehr erfolgreich lief.

Für die Fans ist das vielleicht ein wenig schade und ich kann mit ihnen mitfühlen. Aber Bamberg ist ein großer Verein, der erfolgreich Basketball spielen will. Dort werden immer absolute Top-Spieler unter Vertrag stehen, die dementsprechend große Rollen einnehmen. Für mich war es dann natürlich schwierig, weiter nach vorne zu rücken. Diese Möglichkeit war für mich nicht da, und auch in Zukunft wird es für junge deutsche Spieler schwierig werden, in Bamberg als Identifikationsfigur eine Führungsrolle zu übernehmen.

Sie sind durch Ihre Bamberger Zeit erfolgsverwöhnt. In Gießen werden Sie wohl zunächst mehr Spiele verlieren als gewinnen. Eine schwierige Situation für Sie?

Ich werde lernen müssen, damit umzugehen. Mir ist klar, dass ich mit den Gießenern nicht mehr um Titel mitspiele. Hier geht es gegen den Abstieg und darum, die Klasse zu halten. Allerdings bin ich als Spieler jetzt in einer ganz anderen Situation. Wenn ich schlecht spiele, werden wir die Partie wahrscheinlich verlieren. Spiele ich gut, ist die Chance auf einen Sieg groß. In Bamberg hatte ich diese Verantwortung nicht. Da waren andere Spieler dafür verantwortlich, das Spiel zu entscheiden.

Haben Sie sich den 12. März 2016 schon rot im Kalender markiert?

(lacht) Nein, das habe ich noch nicht getan. Aber ich weiß natürlich, dass ich an diesem Tag mit Gießen nach Bamberg zurückkommen werde.

Wird es das emotionalste Spiel Ihrer Karriere?

(überlegt) Das könnte sein. Wenn ich nach all diesen Jahren zum ersten Mal in meine Heimatstadt zurückkehre und nicht das Bamberger Trikot trage, wird das schon ein merkwürdiges Gefühl sein. Das könnte hochemotional werden. Dennoch wird Bamberg an diesem Tag mein Gegner sein, gegen den ich guten Basketball spielen und den Sieg holen will.

Ist irgendwann eine Rückkehr zu den Brose Baskets vorstellbar?

Im Herzen werde ich immer ein Bamberger sein. Bamberg ist meine Stadt. Ich kenne dort jede Ecke und viele Leute, weswegen ich immer wieder gerne nach Bamberg zurückkommen werde. Gleichzeitig glaube ich allerdings nicht, dass ich in den nächsten Jahren noch mal für die Brose Baskets spiele werde, aber es ist natürlich nicht ausgeschlossen.

Das komplette Interview könnt Ihr in der aktuellen Ausgabe der BIG lesen, die es ab sofort im Handel gibt (Abonnenten haben sie bereits eine Woche früher im Briefkasten), außerdem gibt es im Heft noch folgende Themen:

 

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