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BIG - Basketball in Deutschland
„Für Joe gibt es keine Grenzen“ - Frankfurts Center Johannes Voigtmann im BIG-Portrait Florian Röske

„Für Joe gibt es keine Grenzen“ - Frankfurts Center Johannes Voigtmann im BIG-Portrait

— BIG, Jan Finken

Johannes Voigtmann verlängerte seinen Vertrag bei den Fraport Skyliners frühzeitig bis 2017. Inzwischen ist der Center so gut, dass ihm auch der Durchbruch auf Euroleague-Niveau zugetraut wird. Nur gut, dass die Frankfurter so schnell Nägel mit Köpfen gemacht haben.

Wenn Johannes Voigtmann so dürfte, wie er wollte, dann würde er regelmäßig den Ball nach vorne bringen, seinen Gegenspieler mit einer schnellen Körpertäuschung links liegen lassen, zum Korb ziehen und dem zum Korb schneidenden Center den Ball servieren. Die Realität sieht anders aus: Hier ist er derjenige, der nach dem Cut unter dem Korb den Ball bekommt. Voigtmann darf nicht sein, wie er will, denn er ist Center, kein Point Guard – und damit gefangen im Körper eines Big Man.

„Mit Konsti Klein habe ich schon öfter darüber geflachst, wie es wäre, wenn wir beide einfach unsere Körper tauschen würden. Er wäre gern ein bisschen größer“, grinst Voigtmann, den jeder nur Joe nennt. 2,11 Meter gegen 1,87, 115 Kilo gegen 87, so sähe der fiktive Streifen „Im Körper meines Buddys“ im Zahlenspiegel aus. „Ich wäre gerne ein paar Zentimeter kleiner, um als Guard spielen zu können!“

Voigtmanns Spielmacher-Qualitäten sind nicht zu bestreiten: Der Youngster zählt schon jetzt zu den besten „spielenden“ Centern der Liga, seine Übersicht beschert ihm 2,4 Assists pro Spiel. Trotzdem ist nicht davon auszugehen, dass Gordon Herbert, Chefcoach der FRAPORT SKYLINERS, den Rollentausch zwischen Point Guard Klein und Center Voigtmann vollzieht – dafür ist der gebürtige Eisenacher auf seiner natürlichen Position für die Hessen schon viel zu wertvoll geworden. 11,3 Punkte und 5,2 Rebounds legt der Fünfer in 25 Minuten pro Spiel für Frankfurt auf – Stats eines absoluten Leistungsträgers. Schon vergangene Saison überzeugte Voigtmann mit 8,1 Punkten und 4,9 Rebounds, in dieser Spielzeit hat er einen weiteren Schritt in seiner Entwicklung gemacht.

„Johannes ist eines der größten jungen Talente in Deutschland. Er hat ein großartiges Potenzial und ist zusammen mit Danilo Barthel ein wichtiger Baustein auf unseren großen Positionen“, sagt Frankfurts Headcoach Gordon Herbert über Voigtmann. Die Wertschätzung seines Klubs bekam der Jung-Nationalspieler im vergangenen Sommer auch schriftlich: Beide Seiten verlängerten den Vertrag vorzeitig mit Option bis zum Jahr 2017.

Schon vergangene Saison trat Voigtmann in Erscheinung, als er die höchste Effektivität pro Spielminute aller deutschen Spieler in der Beko BBL aufwies. Dass, was ihn von anderen Spielern auf seiner Position unterscheidet, sind sein hohes Spielverständnis und die Fähigkeit, seine Mitspieler mit Anspielen glücklich zu machen. Voigtmanns Blick für den Nebenmann kommt nicht von ungefähr: „Ich habe in Jena in der U16 mit Basketball angefangen, vorher habe ich zehn Jahre lang Handball gespielt. Meine erste Saison war furchtbar: Mir unterliefen ständig Schrittfehler, ich habe oft gefoult. Mit Lars Masell, der heute Co-Trainer in Braunschweig ist, habe ich dann im Sommer jeden Tag trainiert und dabei viele Drills für Guards durchlaufen, obwohl ich da schon 2,04 Meter groß war. Davon profitiere ich heute!“

Auch wenn ihm ein paar Zentimeter und die Masse eines Arvydas Sabonis fehlen, so gehört Voigtmann doch zur gleichen Kategorie der Center, die viel mit Auge und weniger mit Kraft machen. „Deswegen ergänze ich mich in Frankfurt auch so gut mit Danilo (Barthel, Anm. d. Red.): Er bringt die Physis mit, ich das Spielerische.“ Gunnar Wöbke erinnert er „an den jungen Sascha Nadjfeji. Joe kann so etwas wie ein ,centerspielender Aufbau-Spieler‘ werden, der zudem auch von der Dreierlinie gefährlich ist.“ Größe, Übersicht, Dreier: So einer taugt doch auch als moderner Vierer, oder? „Auf dem Papier vielleicht“, grinst Voigtmann, „aber dafür müsste ich in der Verteidigung noch einiges zulegen. Ich sehe mich schon als klassischen Fünfer.“

Weil Voigtmann schnell und viel lernt, ist er auch für Chris Fleming ein Thema. Der Bundestrainer wurde beim Heimspiel der Frankfurter Augenzeuge von Voigtmanns 27-Punkte-Performance und ließ den Youngster wissen, dass er ihn auf dem Schirm habe. „Das ist natürlich schön zu hören und motiviert einen. Der Bundestrainer hat angedeutet, dass er zum ersten Lehrgang der EM-Vorbereitung möglichst viele Kandidaten einladen wird, insofern hoffe ich schon, zumindest da dabei zu sein.“ Sein Debüt in der A-Nationalmannschaft gab der Frankfurter im vergangenen Jahr, als er Teil des deutschen Kaders in der EM-Qualifikation war. Dass es für ihn in diesem Sommer bereits so gut laufen würde, hätte Voigtmann selbst nicht erwartet. „Für die EM-Qualifikation war ich ursprünglich nicht eingeplant.“ Aufgrund der dünnen Personaldecke, aber vor allem wegen seiner starken Leistungen beim Auftaktlehrgang der Nationalmannschaft nominierte ihn der damalige Bundestrainer Emir Mutapcic für den EM-Kader. „Es hat bei der Nationalmannschaft superviel Spaß gemacht. Aber ich habe auch gemerkt, dass an manchen Ecken noch etwas fehlt.“ Speziell an der Athletik muss der Big Man weiter feilen, „um auf ein höheres Niveau zu kommen“.

Für SKYLINERS-Geschäftsführer Gunnar Wöbke ist es jedoch nur eine Frage der Zeit, bis Frankfurts „Tower“ auch in der Nationalmannschaft eine feste Größe sein wird: „Gelingt es Joe, sein Inside-Spiel zu verbessern und vorne wie hinten unter den Körben dominant zu werden, gibt es für ihn keine sportlichen Grenzen.“

Den kompletten Artikel könnt Ihr in der aktuellen Ausgabe der BIG lesen, die es ab Dienstag, den 31.03.2015, im Handel gibt (Abonnenten haben sie bereits eine Woche früher im Briefkasten), außerdem gibt es im Heft noch folgende Themen:

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  • Reggie Redding. Wie der Star von Alba Berlin seine Formkrise überwand
  • Julius Jenkins. Warum Oldenburgs Routinier noch immer so wertvoll ist
  • Mathias Fischer. Bonns Coach spricht im -Interview über das Top Four
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  • Der BBL-Reality-Check. Exklusiv: So wird die BBL bis 2020 die beste Liga Europas.
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