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EM-Held von 1993 verstirbt im Alter von 51 Jahren: Basketball-Deutschland trauert um Chris Welp Claus Bergmann

EM-Held von 1993 verstirbt im Alter von 51 Jahren: Basketball-Deutschland trauert um Chris Welp

Basketball-Deutschland trauert um seinen EM-Helden Christian Welp. Wie die Universität von Washington mitteilte, verstarb der ehemalige NBA-Spieler (Philadelphia 76ers, San Antonio Spurs, Golden State Warriors) im Alter von nur 51 Jahren. Weitere Angaben zum Tod wurden nicht gemacht, eine offizielle Bestätigung für einen Medienbericht über einen Herzinfarkt gab es zunächst nicht.

Welps Freiwurf zum EM-Sieg:

 Der 106-malige Nationalspieler, der von 1991 bis 1996 mit Bayer Leverkusen eine Ära prägte und nach einem Gastspiel bei Olympiakos Piräus (Saison 1996/1997) bei ALBA BERLIN (Saison 1997/1998) erneut zu Titelehren kam, bleibt hierzulande unvergessen. Schließlich war es der 2,12 Meter große Center, der Deutschland am 4. Juli 1993 zum ersten und bisher einzigen EM-Titel geführt hatte: In einem dramatischen Finale gegen Russland wird Welp Sekunden vor Schluss mustergültig von Playmaker Kai Nürnberger bedient. Beim Stand von 68:70 aus deutscher Sicht zieht der Center zum Korb und erzielt trotz eines Fouls per Dunk den Ausgleich. Die Zuschauer in der Münchner Olympia-Halle toben. Als der gebürtige Delmenhorster auch den fälligen Freiwurf nervenstark verwandelt, ist die Sensation perfekt. Deutschland ist Europameister – und Welp wird zum besten Spieler des Turniers gewählt.

 Große und vor allem viele Worte sind dem ehemaligen Team-Kollegen von Detlef Schrempf – beide gingen zu College-Zeiten für die Washington Huskies auf Korbjagd – fremd. Nach der Schluss-Sirene rennt der Matchwinner in Richtung Ausgang, überlässt die Feierlichkeiten und die Bühne zunächst den anderen.

 „Die Nachricht von seinem viel zu frühen Tod hat uns tief betroffen gemacht“, sagte Beko BBL-Geschäftsführer Jan Pommer. „Chris Welp war ein herausragender Spieler, der Spuren hinterlassen hat. Das gilt sowohl für die Nationalmannschaft als auch für die Klubs, in dessen Diensten er gestanden hat. Unser tiefes Mitgefühl gehört seiner Familie und seinen Angehörigen“, so Pommer weiter. Chris Welp werde untrennbar mit den Erfolgen im deutschen Basketball verbunden bleiben.

 „Ich bin schockiert und sehr traurig. Christian war ein großer Basketballer; zu seiner Zeit war er mit Detlef Schrempf der beste Europäer in der NBA“, sagte Bayern Münchens Headcoach Svetislav Pesic, der 1993 Bundestrainer war. „Seine Verdienste für den deutschen Basketball sind unbeschreiblich groß. Er hat uns zum EM-Titel geführt. Ich habe heute bereits mit mehreren Spielern aus dem EM-Team gesprochen. Wir sind alle sehr, sehr traurig.“

Holger Sauer
Chris Welp und der EM-Pokal

„Das ist heute ein sehr trauriger Tag. Wir haben einen großartigen Teamkollegen verloren“, sagte Hansi Gnad, Kapitän der Europameistermannschaft und 1993 Zimmerkollege von Welp. „Christian war ein ganz ruhiger, ausgeglichener Charakter, der nie im Rampenlicht stehen wollte; Nordländer halt – einfach sympathisch anders und am Boden geblieben. In meiner ganzen Karriere habe ich nie wieder mit so einem einzigartigen Charakter zusammen gespielt. Er spielte trotz seiner 2,10 Meter gerne mit dem Gesicht zum Korb und hatte einen guten Wurf von außen – zu der Zeit für einen Center mehr als ungewöhnlich und im Prinzip deutete er damit schon die Entwicklung an zu den modernen Fünfern, die den Basketball der Gegenwart dominieren. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie.“

„Ich war tief betroffen, als mich die traurige Nachricht heute Morgen erreichte“, sagte Jon Brockman von den MHP RIESEN Ludwigsburg - der aktuell beste Rebounder der Beko BBL trug in seiner Zeit an der Universität von Washington ebenso wie Welp die Trikotnummer 40. „Chris war einer der besten Spieler aller Zeiten bei den Huskies und ein großartiger Mensch. Ich kannte ihn persönlich, und er war immer noch Teil unseres Basketball-Programms. Ich bete für seine Familie und die Menschen, die ihm nahe standen.“

Der 2,12 Meter große Center spielte von 1983 bis 1987 in der NCAA für die Universität von Washington, wo er bis heute mit 2073 Punkten den Rekord für die meisten Karrierepunkte hält. In der NBA absolvierte er 109 Partien für die Philadelphia 76ers, die San Antonio Spurs und die Golden State Warriors. Er gewann insgesamt sechs Mal, in den Jahren 1991 bis 1996 und 1998, die Deutsche Meisterschaft, er wurde 1991, 1993 und 1995 Pokalsieger und gewann 1997 die Europaliga mit Olympiakos Piräus. Seine Karriere beendete er bei Viola Reggio Calabria in Italien. Danach siedelte er in die USA um und wurde dort heimisch. Zuletzt lebte er in Seattle.

Der wichtigste Wurf in der Geschichte des deutschen Basketballs - Unentschieden, drei Sekunden auf der Uhr und Chris Welp an der Linie:

Der wichtigste Wurf in der Geschichte des deutschen Basketballs - Unentschieden, drei Sekunden auf der Uhr und Chris Welp an der Linie: Holger Sauer
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