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Beko BBL TOP FOUR
ALBA BERLIN beim Beko BBL TOP FOUR: Albatrosse wollen den dritten Pokalsieg in Folge abgreifen

ALBA BERLIN beim Beko BBL TOP FOUR: Albatrosse wollen den dritten Pokalsieg in Folge abgreifen

— Martin Vogel

Bis zum Wochenende stellen wir jeden Tag ein Team vor - diesmal eine Mannschaft, die bis zum Titelgewinn weiß, dass sie noch gar nichts erreicht hat: Willkommen bei ALBA BERLIN.

Genre: Kompromissloser als jeder Action-Star pflügen die Hauptstädter durch Beko BBL und Euroleague, markieren die zweitmeisten Punkte (85,6 Zähler im Schnitt) und stellen die zweitbeste Defense der Liga. Trotz der Doppelbelastung aus Beko BBL und Euroleague sind die Berliner nicht nur ganz oben mit dabei, sondern einer der Top-Favoriten auf den Titel.

Hauptdarsteller: Es ist nicht so, als hätte Reggie Redding seine vielen Talente nicht schon bei den WALTER Tigers Tübingen unter Beweis gestellt. Trotzdem gab es Skeptiker, die dem Forward als Star des Blockbusters „ALBA BERLIN“ den Untergang prophezeiten. Doch der 26-Jährige ließ sich nicht beeindrucken und spielt das, was sein Regisseur ihm vorgibt: Scoren? Kein Ding: 23 Zähler gegen den FC Bayern München. Rebounden? Fischt sich Redding gegen die Artland Dragons eben elf Bretter. Passen? Beim Beko BBL Champions Cup rutscht der 1,93-Meter-Mann auf die „Eins“ und gibt neun Vorlagen. Dazu gibt’s noch gute Defense und die Frage, wie man diesen Mann eigentlich aufhalten soll.

Regisseur: Wenn Sasa Obradovic mal schlechte Laune hat, zittert sogar Gunnery Sergeant Hartman aus „Full Metal Jacket“ vor seinen Wutausbrüchen. Der ehemalige Weltklasse-Aufbauspieler verlangt von seinen Spielern nicht weniger als 100 Prozent. Und die Spieler folgen ihm, denn wer widerspricht schon gerne einem Welt- und Europameister, der neben einem Sieg im Korac-Cup auch in Jugoslawien, Serbien, Deutschland und der Ukraine Titel gewonnen hat?

Bester Nebendarsteller: In „Kingsman“ geht es um einen talentierten, aber noch rohen Typ, der durch das knallharte Training seiner Geheimorganisation fast unverhofft zu einem Top-Agenten wird. So gesehen trägt Alex King einen mehr als passenden Namen, denn nach Stationen in Frankfurt, Bonn und Würzburg schien die Karriere des Forwards bereits als ordentlicher Rollenspieler bei Mittelklasseteams seinen Höhepunkt erreicht zu haben. Auftritt Geheimorganisation „ALBA BERLIN“: Plötzlich ist der Mann, der in Frankfurt noch für Zittern sorgte, wenn er von außen abdrückte, ein besserer „Scharfschütze“ als Bradley Cooper in „American Sniper“ und als Kapitän der „Albatrosse“ Führungsspieler eines Top-Klubs – und damit sind die Berliner irgendwie alle „Kingsmen“.

Bösewicht: Wenn Akeem Vargas auf das Parkett kommt, wissen die Gegner, dass sie gut sind – denn in der Berliner Defense ist der Flügelspieler James Bond; ein Mann, der auf die Besten der Besten angesetzt wird. Anstelle einer Walther PPK bringt er die Fähigkeit mit, tiefer in den Kopf des Gegners einzudringen als Nicolas Cage und John Travolta in „Face/Off“.

Outtakes: Mit einem Sieg könnte sich ALBA BERLIN zum dritten Mal in Folge als Pokalsieger feiern lassen. Bis jetzt gelang ihnen das noch nie – das einzige Team, welches überhaupt drei Mal in Folge den Pokal gewann, waren die Brose Baskets zwischen 2010 und 2012. Zudem würde ein Finaltriumph die Berliner bis auf einen Cup an den Rekord-Pokalsieger Bayer Leverkusen heranbringen: Die Rheinländer gewannen den Titel zehn Mal, ALBA hat acht Pokalsiege im Briefkopf stehen. Hier feiern die Albatrosse ihren Pokalsieg 2013 in Ulm:

Zahlen zum Film: Mehr Bad Boys als Will Smith und Martin Lawrence zusammen: Die Berliner langen mit 23,0 Fouls pro Partie öfter zu als die anderen drei Teilnehmer des Pokalwochenendes (Platz vier in der Beko BBL). Ein Grund dafür? Die Stärke am Brett: 37,0 Rebounds pro Spiel sind der Spitzenwert der vier Mannschaften in Oldenburg und zweitbester Wert der Liga – und wo gehobelt wird, fallen bekanntlich Späne.

Was bisher geschah: Die ersten Spieltage sahen ein bisschen aus wie Saloon-Prügeleien mit Bud Spencer und Terrence Hill: Egal, was die Gegner auch versuchten, die Berliner blieben stehen und spazierten fröhlich pfeifend mit dem Sieg in der Tasche aus der Halle. Erst nach 14 Siegen erlaubten sich die Brose Baskets, Berlin Punkte abzuluchsen, konnten die Obradovic-Truppe jedoch nur kurz aus dem Konzept bringen. Dass in der Pokal-Qualifikation dann noch der FC Bayern München ausgeschaltet werden konnte, dürfte bei der Rivalität der Klubs ein besonderes Leckerli gewesen sein.

Bisherige Auszeichnungen: Deutscher Meister 1997-2003, 2008 / Pokalsieger 1997, 1999, 2002, 2003, 2006, 2009, 2013, 2014 / Korac-Cup-Sieger 1995

And the Oscar goes to: Die Berliner sind wohl die zweitstärkste Mannschaft, haben aber den größten Brocken schon im Halbfinale vor sich. Sollte es ihnen gelingen, den alten Rivalen Bamberg zu besiegen, gehen sie als Favorit ins Finale – aber auch ein Aus der Titelträume schon am Samstag ist nicht unrealistisch.

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