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BIG - Basketball in Deutschland
„Bei mir ist noch mehr drin“ – Berlins Center Jonas Wohlfarth-Bottermann im großen BIG-Interview

„Bei mir ist noch mehr drin“ – Berlins Center Jonas Wohlfarth-Bottermann im großen BIG-Interview

— BID, Frank Weiss

Jonas Wohlfarth-Bottermann spielt seine zweite Saison bei ALBA BERLIN. Seine Spielzeit ist jedoch gesunken, auch weil ihn eine Verletzung zurückwarf. Packt er den Durchbruch bei einem Top-Team? BIG sprach mit dem Center über die Probleme in der aktuellen Spielzeit, seine Karriereplanung und seine Freiwürfe

Jonas Wohlfarth-Bottermann, die Narbe von der OP nach Ihrem Mittelhandbruch im Dezember ist noch deutlich zu sehen. Wie sehr hat Sie diese Verletzung zurückgeworfen?

Es war die erste große Verletzung meiner Karriere. Doch es gab während der Heilung keine Komplikationen. Das war gut. Auch bei der OP ist alles glattgelaufen.

Wie groß ist die Platte, die Ihnen eingesetzt wurde?

Drei oder vier Zentimeter.

Die bleibt den Rest der Saison drin?

Auf jeden Fall. Die kann frühestens nach einem halben Jahr entfernt werden. Das würde in der Offseason passieren. Theoretisch kann ich sie auch mein ganzes Leben behalten. Das ist möglich.

Sie hatten sich nach einem schweren Saisonstart gerade wieder rangekämpft, als Sie sich verletzten. Hat Sie der Handbruch da doppelt schwer getroffen?

Das kann man nicht sagen. Es gibt keinen guten Zeitpunkt für eine Verletzung. Es wäre genauso schlimm gewesen, wenn ich schlecht gespielt und mich dann auch noch verletzt hätte. Ich bin froh, dass ich an diesem Punkt war, dass ich gut gespielt und Einsatzzeit bekommen habe. Das hat mich während der Verletzung motiviert, da wieder hinzukommen. Das war besser, als wenn es anders gewesen wäre.

An diesem Punkt sind Sie aber noch nicht. Ihre Spielzeit ist wieder deutlich zurückgegangen.

Das ist richtig. Mir war aber schon vor der Saison klar, dass wir auf meiner Position einen Spieler mehr haben und ich kämpfen muss. Doch ich werde den Kopf nicht hängen lassen. Ich weiß, dass es richtig ist, dass wir rotieren. Wir haben ein enormes Pensum. Daher glaube ich daran, dass ich meinen Spot zurückbekomme.

Wie wollen Sie das anstellen? Durch Training?

Klar. Dazu werde ich wieder Extra-Einheiten schieben. Ich versuche, konzentriert zu bleiben, wieder Spielrhythmus zu finden. Im Training und in der Spielzeit, die ich bekomme.

Woran arbeiten Sie bei diesen Extra-Einheiten?

Während der Verletzung habe ich mehr körperlich gearbeitet. Wenn ich nicht viel spiele, bin ich ja frisch, und wenn wir einen Tag freihaben, gehe ich in die Halle und mache Individual-Training mit den Co-Trainern. Da sind viele offensive Low-Post-Bewegungen dabei, Wurf, Freiwürfe – alles, was dazugehört.

Wie sieht es mit der Defense aus? Für einen Block sind Sie ja immer gut.

Ja, für den Blockshot hatte ich immer ein gutes Gefühl. Ich denke, ich bin kein schlechter Verteidiger. Ich habe physisch zugelegt, kann meine Gegner im Low-Post verteidigen. Dadurch, dass ich ja nicht ganz unbeweglich bin, kann ich ihnen auch damit das Leben schwer machen. Ich versuche, da auch meinen Job zu machen. Der Coach hat mir im letzten Jahr auch noch viel beigebracht.

Kennen Sie Ihre Spannweite?

Leider nicht. Irgendwann haben wir sie bei der Nationalmannschaft gemessen. 2,20 Meter oder so. Meine Arme und Beine sind auf jeden Fall länger als mein Oberkörper.

Müssen Sie besonders an den Low-Post-Bewegungen arbeiten?

Daran muss man immer arbeiten. Ich denke, ich habe mich da schon verbessert, und glaube, da bin ich nicht schlecht. Doch Luft nach oben gibt es da immer. Gerade auf meiner Position spielt die Erfahrung eine große Rolle. Es ist oft zum Ende der Karriere, wo man viele gute Bewegungen draufhat, noch mehr das Gefühl hat, wo der Ball beim Rebound hinkommt. Da zählt dann weniger die Athletik, die man dann vielleicht nicht mehr so hat, sondern die Erfahrung.

Wie sehr arbeiten Sie an Ihrer Physis? Wollen Sie zulegen?

Auf jeden Fall. Ich war ja nie der Brecher. Doch seit letztem Sommer habe ich gewichtsmäßig zugelegt. Ich bin schwerer als letzte Saison.

Wie viel wiegen Sie jetzt?

106 Kilo.

Wie viel haben Sie gewogen, als Sie zu Alba kamen?

Knapp 101 Kilo. Es soll aber noch ein bisschen mehr werden. Es muss aber auch gesund bleiben. Außerdem ist man ja ein bestimmter Spielertyp. Wenn man plötzlich ganz schwer ist und sich nicht mehr bewegen kann, hilft das auch nicht. Ich will auch nicht an Masse zulegen, sondern an Fitness und Kraft. Wenn ich 110 Kilo wiege, ist das, denke ich, ganz gut.

Wenn man sich die Gegenspieler in der Euroleague ansieht, sind die zehn Kilo schwerer oder sogar noch mehr. Viele sind natürlich auch größer.

Auf jeden Fall, die sind häufig schwerer. Aber wie Sie sagen, viele sind auch größer. Daher denke ich, im Schnitt bin ich da nicht schlecht. Es ist nicht so, dass ich da physisch nicht gegenhalten kann. Vom Körper her bin ich da schon gewappnet. Mein Ehrgeiz ist aber da, basketballerisch und physisch in den nächsten drei, vier Jahren auf meinen Höhepunkt zu kommen.

Wie wichtig ist die Erfahrung, gegen Spieler wie Ante Tomic zu spielen?

Das ist eine super Erfahrung für mich. Ich spiele das erste Jahr auf diesem Level und wir sind extrem erfolgreich. Ich habe mal mehr, mal weniger gespielt. Mal hatte ich mehr Anteil an einem Erfolg, mal weniger. Aber ich war immer dabei. Dazu waren wir erfolgreich und ich habe viel mitgenommen. Es war definitiv eine positive Erfahrung. Auch einfach sagen zu können, ich habe in den und den Hallen gespielt. Das wird man in seine weitere Karriere mitnehmen. Egal wo man spielt.

In dieser Saison ist ein Johannes Voigtmann in Frankfurt groß rausgekommen. Er spielt Ihre Position, bekommt viel Spielzeit. Ist man da etwas neidisch?

Ich kenne ihn aus der Nationalmannschaft. Ein sehr talentierter Spieler, aber ein etwas andere Spielertyp als ich. Er spielt eine super Saison und ich bin auf keinen Fall neidisch. Ich freue mich für ihn. Frankfurt spielt insgesamt gut, ist auf Playoff-Kurs. Die Situation dort ist aber eine andere. Dort herrscht weniger Druck, dieses Spiel gewinnen zu müssen. Das kommt Johannes zugute, aber auch Konsti Klein und Danilo Barthel, die sich dort gut entwickelt haben. Das ist eine gute Situation für sie und ich freue mich, dass das so gut funktioniert.

Das würden Sie sich doch sicher auch wünschen.

Jeder Spieler will spielen. Aber ich fühle mich nicht, als wäre ich kein Teil der Mannschaft. Ich bin kein Busfahrer! Ich weiß, ich bin Teil der Mannschaft. Auch wenn meine Rolle jetzt etwas kleiner ist, gebe ich dem Team etwas. Das ist es, was zählt. Zumal wir ja auch extrem erfolgreich sind. Das muss man etwas relativieren.

Wie im Pokal-Halbfinale gegen Bamberg. Da durften Sie zehn Minuten ran, machten zehn Punkte. Wie gut hat Ihnen dieser Auftritt getan?

Natürlich haben wir uns als Mannschaft beim Top Four mehr ausgerechnet und wollten unbedingt gewinnen. Wir haben aber gekämpft und das, was die Alba-Fans veranstaltet haben, war schon einmalig. Die gemeinsame Feier am Bus nach dem letzten Spiel hat uns Kraft und Motivation für die Saison gegeben. Auch wenn die Mannschaft immer im Vordergrund steht, lief das Pokal-Wochenende für mich persönlich gut. Ich konnte meine Zeit auf dem Parkett nutzen und bin froh, dass ich mich für den Rest der Saison empfehlen konnte und mich in die richtige Richtung entwickele. Die Saison ist noch lang und da brauchen wir insgesamt eine tiefe Bank und Unterstützung durch jeden Spieler im Kader.

Das komplette Interview könnt Ihr in der aktuellen Ausgabe der BIG lesen, die es seit Dienstag, den 28.04.2015, im Handel gibt (Abonnenten haben sie bereits eine Woche früher im Briefkasten), außerdem gibt es im Heft noch folgende Themen:

  • Der starke Dollar und die Folgen für die BBL. Thema des Monats: Profis aus den USA könnten für die Klubs in der kommenden Saison teurer werden
  • Marko Pesic. Bayerns Geschäftsführer im großen BIG-Interview über Geld, Neid und das schwierige Verhältnis der Liga zu seinem Klub
  • Jonas Wohlfarth-Bottermann. Der Center spricht über seine Situation bei Alba Berlin
  • Der Playoff-Check. BIG-Analyse: Die Chancen der Klubs im Meisterrennen
  • Hermann Schüller. Oldenburgs Geschäftsführer über den Vertrag für Interims-Trainer Mladen Drijencic
  • Jan Rathjen. Bremerhavens Geschäftsführer erklärt, warum die Playoffs für seinen Klub vorerst unerreichbar sind
  • TBB Trier. Wie die Zukunft des Traditionsklubs nach dem Insolvenzantrag und dem drohenden Abstieg aus der BBL aussieht
  • Tim Abromaitis. Was Braunschweigs Forward so stark macht
  • Rolf Beyer. Der Geschäftsführer der Brose Baskets über den Etat-Streit mit Bayern und Alba sowie Titel-Chancen
  • Dennis Schröder. Diese Gegenspieler erwarten unseren Aufbau-Star bei der EM
  • Gavin Schilling. Das deutsche Talent stand im Final Four des NCAA-Turniers und steht schon auf der Liste einiger BBL-Teams
  • Finke Baskets Paderborn. Der Skandal um die Anzeigetafel, den Punktabzug und den Abstieg
  • RheinStars Köln. Mit dem Aufstieg in die ProB soll der Marsch in die BBL beginnen
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