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BIG - Basketball in Deutschland
Die Aufsteiger im BIG-Check: Doug Spradley und Darren Fenn führen Würzburg zurück in die Beletage Viktor Meshko

Die Aufsteiger im BIG-Check: Doug Spradley und Darren Fenn führen Würzburg zurück in die Beletage

— BIG; Jan Finken

Der direkte Wiederaufstieg war das erklärte Ziel der S.OLIVER BASKETS WÜRZBURG. Auch wenn der Traditionsverein der ProA-Titel als Krönung versagt blieb, hat die Mannschaft von Trainer Douglas Spradley die Pflichtaufgabe souverän erfüllt. Im Oberhaus soll nun nur an wenigen Stellschrauben gedreht werden.

Die Saison:

Die s.Oliver Baskets Würzburg dominierten wie erwartet die Hauptrundensaison. 28 Siegen standen nur zwei Niederlagen gegenüber, und so erreichte der Erstliga-Absteiger deutlich sein erstes selbst gestecktes Ziel, als Tabellenerster in die Playoffs einzuziehen. Nach dem lockeren 3:0-Sieg in der Serie gegen die Hamburg Towers entpuppten sich die Oettinger Rockets Gotha als die größte Herausforderung, der sich die Mannschaft von Headcoach Douglas Spradley bis dahin stellen musste. Mit dem 59:57-Sieg in Spiel vier in Gotha, den 13 Sekunden vor Schluss ausgerechnet der bis dahin glücklose Carlos Medlock (bis zu diesem Zeitpunkt kein Feldkorb) mit einem Dreier unter Dach und Fach brachte, und dem damit verbundenen Einzug ins ProA-Finale sicherten sich die Würzburger das sportliche Teilnahmerecht für die Beko BBL.

Die Mannschaft:

Würzburg ging nicht ohne Grund als Aufstiegsfavorit ins Rennen. Mit dem klaren Auftrag, die sofortige Rückkehr ins Oberhaus zu schaffen, durfte der neue Headcoach Douglas Spradley ein Team zusammenstellen, das auch keine Entschuldigung zugelassen hätte. Mit Routinier Darren Fenn, dem umsichtigen Point Guard Carlos Medlock und wichtigen deutschen Akteuren wie Ruben Spoden, Sebastian Betz und Christian Hoffmann stand Spradley eine homogene Truppe zur Verfügung – zwar ohne absoluten Star, dafür aber mit einem halben Dutzend Leistungsträgern. Die Ausgeglichenheit spiegelte sich auch in den relevanten Statistikkategorien wider: Hier gehörten die Würzburger überall zu den besten drei, Ausnahme: Freiwürfe (68,6 Prozent).

Der Trainer:

Nach einjähriger Pause war Douglas Spradley Mitte vergangenen Jahres bei den s.Oliver Baskets wieder ins Trainergeschäft eingestiegen. Nach seiner Entlassung bei den Eisbären Bremerhaven hatte der Amerikaner, der seit vielen Jahren in Deutschland lebt, eine einjährige Pause eingelegt beziehungsweise einlegen müssen. Das Angebot der Würzburger kam kurz bevor sich Spradley beruflich anders orientieren wollte. „Ich starte in Würzburg noch einmal komplett neu“, so Spradley gegenüber BIG. Positiver wolle er als Coach sein, verriet er damals, und erinnern sollte ihn daran sein gewohnter Sidekick Stephan Völkel. Ihn und Spradley gab es im Grunde immer als Doppelpack, sei es in Paderborn oder in Bremerhaven. Acht Jahre arbeitet das Duo bereits zusammen, in Würzburg soll nun mindestens ein weiteres hinzukommen.

Die Finanzen:

Nachdem den Traditionsklub im Geschäftsjahr 2013 noch ein Schuldenstand von 835 000 Euro drückte, ist die finanzielle Konsolidierung inzwischen fast abgeschlossen. Laut Geschäftsführer Steffen Liebler gebe es zwar noch geringe Altlasten, deren weiterer Abbau und der entsprechende Sanierungsplan würden von der Beko BBL aber eng begleitet. Insofern gab es auch bei der Lizenzerteilung im Mai keine Beanstandungen. Über die Höhe des Etats, der in der ProA zu den größten zählte, in der Beko BBL wollte Liebler keine Angaben machen.

Halle und Organisation:

„Für die perspektivische Entwicklung des Basketballstandorts Würzburg ist der Bau einer neuen Halle unabdingbar“, sagt Liebler. Die Pläne für eine moderne Multifunktionsarena liegen seit Jahren in der Schublade, auch das entsprechende Grundstück ist bereits auserkoren. Was fehlt, sind Investoren, die die Neubau in Angriff nehmen. „Wir als Verein werden, anders als etwa die Telekom Baskets Bonn bei ihrer Halle, nicht investieren, helfen aber aktiv bei der Suche nach Investoren“, betont Liebler. 6000 Zuschauern soll die Arena bei Spielen der Würzburger Basketballer, die als Ankermieter vorgesehen sind, Platz bieten, für andere Events, beispielsweise Konzerte, soll die Kapazität auf 8000 erhöht werden können. Damit würden die s.Oliver Baskets in der gleichen Liga spielen wie Bonn, Ratiopharm Ulm oder die EWE Baskets Oldenburg. Eine Prognose, wann die Bagger anrollen können, ist momentan nicht möglich. Wunsch des Klubs wäre es, ab der Saison 2016/2017 in einer neuen Halle zu spielen. Was die Klub-Organisation angeht, so hat Würzburg den Status quo aus Erstliga-Zeiten auch in der ProA aufrechterhalten, insofern gibt es hier kaum Verbesserungsbedarf. Investieren müssen die Baskets lediglich in eine neue 24-Sekunden-Anlage (mit Zehntelsekunden-Anzeige).

Die Fans:

Würzburg ist nicht erst seit Dirk Nowitzki ein absoluter Basketballstandort. Die Menschen in der Region leben den Sport und haben die s.Oliver Baskets auch nach dem Abstieg nach Kräften unterstützt. Dass der Verein in wirtschaftlich solideres Fahrwasser zurückgefunden hat und mit Douglas Spradley ein Trainer gefunden wurde, der sich mit dem Klub identifiziert, wurde von den Anhängern wohlwollend registriert.

Den kompletten Artikel könnt Ihr in der aktuellen Ausgabe der BIG lesen, die es ab Dienstag, den 02.06.2015, im Handel gibt (Abonnenten haben sie bereits eine Woche früher im Briefkasten), außerdem gibt es im Heft noch folgende Themen:

  • Go-to-Guys. Welcher Deutsche bekommt den Ball, wenn es drauf ankommt? Das große BIG-Ranking
  • Chris Fleming. Der Bundestrainer schreibt in BIG über Go-to-Guys in Deutschland
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