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BIG - Basketball in Deutschland
Frankfurts Joe Voigtmann im großen BIG-Interview: Ingo Hoffmann

Frankfurts Joe Voigtmann im großen BIG-Interview: "Ich bin im Laufe der Saison egoistischer geworden!"

— BIG; Jan Finken

JOHANNES VOIGTMANNS Stern ging in dieser Saison richtig auf. Der Center der FRAPORT SKYLINERS ist jedoch kein Mann großer Worte. Dazu passt seine uneigennützige Spielweise – wobei er seine Zurückhaltung auf dem Feld schon ein wenig abgelegt hat.

Zu einem besseren Frankfurter Team tragen in dieser Saison auch Sie bei. 12,0 Punkte und 5,8 Rebounds stehen für Sie im Schnitt zu Buche. Dabei gelten Sie immer noch als zu selbstlos.

Das ist nun einmal meine Art zu spielen, auch wenn ich der Meinung bin, dass ich im Laufe dieser Spielzeit schon egoistischer geworden bin. Ich finde aber auch nicht, dass man den besser postierten Mitspieler übersehen und dafür selbst abschließen muss, um mehr Anerkennung zu bekommen.

Aber nur wer selbst schießt, wird berühmt, heißt es.

Das sehe ich anders. Ich muss mich nicht in den Vordergrund drängeln. Das widerspricht auch meinem Naturell.

Ihre Leistungen in dieser Saison wurden jedenfalls schon honoriert: Von der Liga wurden Sie zum Most Improved Player und zum besten deutschen Nachwuchsspieler unter 23 Jahren gekürt. Was bedeuten Ihnen diese beiden Auszeichnungen?

Ich bin sehr stolz darauf! Wenn man als Spieler ausgezeichnet wird, ist das immer eine große Ehre – und dass es bei mir gleich zwei Awards waren, ist sehr ungewöhnlich. Dabei ist mir aber bewusst, dass solche Wahlen immer eine sehr subjektive Sache sind. Ich weiß auch, dass ich mich im Vergleich zur vergangenen Saison verbessert habe, aber ob das dann gleich bedeutet, dass ich derjenige in der Liga sein soll, der sich am meisten verbessert hat, müssen andere beurteilen.

Sie sagen, Ihnen ist bewusst, dass Sie sich weiterentwickelt haben; in welchen Bereichen haben Sie sich aus Ihrer Sicht am meisten verbessert?

Ich denke, ich habe vor allem mehr Verantwortung übernommen, im Team eine größere Rolle bekommen, und ich habe vom Coach Vertrauen bekommen. Ich wusste schon länger, dass ich gewisse Fähigkeiten habe, aber ich habe sie jetzt zum ersten Mal auch richtig umgesetzt. Ich habe jetzt eine tragende Rolle im Team, und das erfüllt mich natürlich mit Stolz. Ich denke auch, dass ich im physischen Bereich einen Schritt nach vorne gemacht und meinen Schuss verbessert habe. Außerdem bin ich in meinen Leistungen konstanter geworden; in dieser Hinsicht bin ich zwar noch nicht da, wo ich sein möchte, aber es ist definitiv wesentlich besser als in der vergangenen Saison.

Können Sie mit der Bezeichnung „Nachwuchsspieler“ überhaupt noch etwas anfangen? Schließlich hatten Sie vergangene Saison schon nennenswerte Spielanteile und sind in dieser Spielzeit zum Leistungsträger in Frankfurt aufgestiegen.

Wenn man Nachwuchsspieler nach den Jahren in der Liga definiert, zähle ich bestimmt nicht mehr dazu, aber die Liga sortiert Nachwuchsspieler ja gemäß der U23-Kategorie, und mein Alter kann ich schließlich schlecht leugnen. Insofern ist diese Einteilung schon in Ordnung.

Nach Konstantin Klein und Danilo Barthel sind Sie im Moment das „deutsche Gesicht“ der Skyliners. Merken Sie, dass Sie nun eine andere Rolle im Verein haben?

Ja, das bekomme ich schon mit, auf und abseits des Feldes. Man steht mehr in der Öffentlichkeit, ist als Gesprächspartner gefragter. Aber solche Interviews wie beispielsweise jetzt mit BIG sind mir nicht lästig, sondern machen mir enormen Spaß. Und auf dem Feld ist es natürlich schön, wenn man in den entscheidenden Phasen des Spiels auf dem Parkett steht und der Coach in der Crunchtime sogar Plays für einen selbst aufzeichnet. Gleichzeitig ist es mir aber immer noch ein wenig unangenehm, für ein gutes Spiel gelobt zu werden. Was soll ich darauf sagen? „Vielen Dank“, oder: „Ich weiß“? Ich kann ganz gut selbst einschätzen, wann ich abgeliefert habe und wann nicht. Mit Lob kann ich nicht so gut umgehen.

Werden Sie von Ihren Gegenspielern denn inzwischen anders verteidigt? Härter? Sie sind zwar 2,11 Meter groß, aber nicht der typische Brecher unter dem Korb.

Das stimmt, und das ist auch der Aspekt an meinem Spiel, an dem ich am meisten arbeite: an meiner Physis. Im kommenden Sommer werde ich in dieser Hinsicht speziell trainieren, um noch etwas Muskelmasse draufzupacken. Was die Gegenspieler angeht: Sie analysieren unsere Systeme natürlich und haben es meistens darauf angelegt, uns das Pick’n’Roll wegzunehmen, aus dem ich immer in gute Situationen komme. Generell kommt es ein wenig auf die Spielweise des Gegners an: Ludwigsburg und Hagen spielen beispielsweise sehr physisch, was ich unter dem Korb dann natürlich mehr merke als etwa gegen den MBC, der eher eine sinkende Verteidigung spielt. Ich versuche, mich auf alle Varianten so gut es geht einzustellen.

Als Sie 2012 als 20-Jähriger vom ProA-Team Jena nach Frankfurt wechselten, hätten Sie sich wahrscheinlich nicht träumen lassen, drei Jahre später schon absoluter Leistungsträger in einem Erstliga-Team zu sein.

Nein, dass es so schnell gehen würde, konnte ich nicht ahnen. Im Grunde geht es auf meiner Karriereleiter seitdem beständig nach oben. Es bestätigt aber im Nachhinein meine Entscheidung, zu den Skyliners zu wechseln.

Das komplette Interview könnt Ihr in der aktuellen Ausgabe der BIG lesen, die es ab Dienstag, den 02.06.2015, im Handel gibt (Abonnenten haben sie bereits eine Woche früher im Briefkasten), außerdem gibt es im Heft noch folgende Themen:

  • Go-to-Guys. Welcher Deutsche bekommt den Ball, wenn es drauf ankommt? Das große BIG-Ranking
  • Chris Fleming. Der Bundestrainer schreibt in BIG über Go-to-Guys in Deutschland
  • Das Aus im Artland. Ex-Geschäftsführer Marko Beens, Guard Bastian Doreth, Fan Nils Ostermöller und Johannes Herber über das Ende der Dragons
  • Alex Renfroe. Warum Alba Berlins Aufbau nach dem Streit mit Trainer Sasa Obradovic so aufblühte
  • Johannes Voigtmann. Der Center der Fraport Skyliners im großen BIG -Interview
  • Giessen 46ers. Ein Traditionsklub ist schneller als geplant zurück. Der Meister der ProA im BBL-Check
  • s.Oliver Baskets Würzburg. Mission erfüllt: Nach dem Abstieg gelingt der sofortige Wiederaufstieg. Der Klub im BBL-Check
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