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BIG - Basketball in Deutschland
Am Tisch der Meister – Andrea Trinchieri, Svetislav Pesic und Sasa Obradovic im BIG-Interview

Am Tisch der Meister – Andrea Trinchieri, Svetislav Pesic und Sasa Obradovic im BIG-Interview

— BIG; Interview: Kai Zimmermann, Jan Finken, Alexander Büge

Sie sind Autoritäten. Sie sind emotional. Und sie können schlecht verlieren. BIG brachte Andrea Trinchieri, Svetislav Pesic und Sasa Obradovic an einen Tisch. Die Cheftrainer aus Bamberg, Berlin und München sprechen über die kommende Saison, ihr Verhältnis zueinander und die Debatte um deutsche Spieler in der BBL

Herr Pesic, Herr Obradovic, Herr Trinchieri, die drei großen Bs haben die vergangene Saison stark dominiert. Am Ende setzte sich Bamberg durch. Aber die Serien zwischen Berlin, Bayern und Bamberg waren extrem umkämpft. Was erwarten Sie von der kommenden Saison?

Pesic: Als Erstes möchte ich festhalten, dass es nicht nur drei Teams in dieser Liga gibt. Ich hoffe, ich mache damit nicht gleich das Interview kaputt. Richtig ist, dass es drei Teams gibt, die bessere Chancen auf den Titel haben als die anderen. Aber es gibt keine Garantie dafür, dass sie den Titel am Ende auch gewinnen. Oldenburg hat den Pokal gewonnen. Das bedeutet, dass auch andere Mannschaften dazu in der Lage sind. Ich gehe fest davon aus, dass es mehrere Mannschaften geben wird, die versuchen werden, eine starke Ausgangsposition für die Playoffs zu erreichen.

Die vergangene Saison sah allerdings recht eindeutig aus. Warum sollte sich das ändern?

Pesic: Ich bin schon lange in dieser Liga. Die BBL wird jedes Jahr besser. Der Wettbewerb wird härter. Auswärtsspiele zu gewinnen, ob in Bamberg, Berlin, Weißenfels, Göttingen oder zuletzt in Trier, ist keine Selbstverständlichkeit. Bei den Kleinen ist es oft sogar schwieriger. Ihre Mannschaften sind ausgeruht und spielen nicht in der Euroleague oder im Eurocup. Außerdem ist es für die Gegner stets das Spiel des Jahres, wenn die Bayern kommen. Die Gegner sind hoch motiviert. Manchmal hat es den Eindruck, die Gegner spielen so, als bedeute ein Sieg gegen uns die Qualifikation für die Playoffs.

Werden Sie wieder nach dem Titel greifen, den Ihnen Bamberg weggenommen hat?

Pesic: Nicht nötig, mich das zu fragen. Unser Ziel ist immer der Titel.

Herr Trinchieri, vergangene Saison hatten Sie die Nase vorn. Ihr Aufsichtsratschef, Michael Stoschek, hat angekündigt, dass das nächste Team noch besser wird als Ihre Mannschaft, die den Titel geholt hat. Wie sehen Sie das?

Trinchieri: Stoschek ist der Boss. Und er sagt, was er denkt. Das ist überall auf der Welt das Gleiche. Ich denke, den Titel zu gewinnen ist unser Ehrgeiz – nicht das Ziel. Nichts und niemand wird dir garantieren, den Titel zu gewinnen. Das ist ja auch das Schöne am Sport. Das hat auch nichts mit den Investitionen zu tun oder mit den Spielern, die für dich spielen. Wir haben den Ehrgeiz, den Titel zu holen. Aber das ist eine sehr herausfordernde Liga. Wenn wir also glauben, dass alles so weiterläuft wie im vergangenen Juni, machen wir einen großen Fehler. Jede Saison ist anders.

Wir müssen eine neue Chemie bilden, neue Herausforderungen erkennen und annehmen. Und es wird wieder eine sehr harte Saison. Ich sehe ALBA, die Bayern, die immer noch die größte Organisation für mich sind, obwohl wir am Ende den Titel geholt haben. Es ist außerdem eine Reihe von sehr gefährlichen Mannschaften in der Liga. Ulm und Oldenburg sind Teams, die von außen schießen können. Wenn sie ihre Dreier treffen, können sie schnell zum Albtraum werden. Ich rechne auch mit Bonn auf einem ähnlichen Niveau wie vor einem Jahr. Und es wird wie immer zwei oder drei Überraschungsteams geben.

Herr Obradovic, wird ALBA Bamberg und Bayern erneut Widerstand leisten können?

Obradovic: Es wird schwieriger, aber wir werden alles dafür geben, mit unseren Tugenden wieder oben anzugreifen. Wir haben einige neue Leistungsträger hinzugewonnen. Bamberg und Bayern konnten den Großteil ihrer Teams halten. Das macht es einfacher, zu arbeiten. Weil sich das Team an die Philosophie, die du vertrittst, genau erinnern kann. Außerdem: Wenn du einen Spieler wie Zisis verpflichten kannst, ist das ein Vorteil. Das ist jemand, den du nicht mehr unterrichten musst. Oder Renfroe für die Bayern. Das sind Spieler, die einen hohen IQ haben, die das Spiel verstehen. Wir mussten dagegen bestimmte Risiken eingehen.

Pesic: Wer ist euer Aufbauspieler jetzt?

Obradovic: Jordan Taylor, aber das ist jetzt eine andere Frage …

Trinchieri: Sehr guter Spieler!

Obradovic: Ich bin zufrieden mit den Spielern, die wir dazuholen konnten. Man muss sich an dieser Stelle auf seinen Riecher verlassen. Du weißt nie, in welcher Verfassung und mit welcher Haltung die Neuen zu dir kommen. Ob sie das leisten, was du dir vorstellst. Oder ob ein Spieler viel schlechter ist, als du gedacht hast. Wenn er von einem unterklassigen Team kam, ist das noch schwerer einzuschätzen. Die Kenntnisse eines Spielers über das Spiel sind an dieser Stelle sehr wichtig. Weiß er, was Basketball ist? Aber weil wir über Budget sprechen: Das ist nicht entscheidend. Ein hohes Budget gibt auch keine Garantie. Auch da kann man sich verrechnen. Das haben wir im vergangenen Jahr gezeigt.
In Europa.

Sind Sie traurig, dass Sie im kommenden Jahr nicht in der Euroleague spielen?

Obradovic: Natürlich. Ich bin traurig, muss die Entscheidung akzeptieren. Aber ich will mich immer mit den Besten messen. Und die Erfahrungen, die man in dieser Liga sammelt, sind sehr wertvoll. Auf der anderen Seite muss ich mich auf das fokussieren, was vor mir liegt. Meine Aufmerksamkeit gilt jetzt anderen Zielen.

Brauchen wir drei Startplätze für deutsche Teams in der Euroleague?

Trinchieri: Yes. Wir können aber leider nur fragen. ALBA, Bayern und Bamberg sind groß genug, um in dieser Liga zu spielen und zu bestehen.

Was ist Ihr Ziel in Europa?

Trinchieri: Überleben und verbessern. Wir brauchen eine optimale Chemie, um in dieser für uns sehr schweren Gruppe zu bestehen. Es ist ein anderer Basketball, jeder Fehler zählt doppelt. Wenn du dir in der Bundesliga Fehler erlaubst, bist du fünf oder sieben Punkte hinten. In der Euroleague sind es 15 und das Spiel ist vorbei.

Wann ist das erste deutsche Team im Final Four?

Trinchieri: Das passiert bald. Sehr bald. ALBA hat im vergangenen Jahr gezeigt, was möglich ist. Ich war übrigens der größte Fan. Ich war nach dem Spiel gegen Maccabi Tel Aviv tief frustriert. Weil ich es ALBA gegönnt habe, den Sprung zu schaffen.

Den Titel 2016 werden Sie ALBA kaum gönnen. Wer wird Meister?

Trinchieri: Es ist völlig offen. Ich denke, es wird ein hartes Gefecht.

Pesic: Bamberg ist Titelverteidiger. Unser Ziel ist es, dass wir Meister werden.

Obradovic: Wir werden alles versuchen. Aber wir haben uns auch im vergangenen Jahr als Außenseiter wohlgefühlt.

Das komplette Interview könnt Ihr in der aktuellen Ausgabe der BIG lesen, die es seit Dienstag, den 22.09.2015, im Handel gibt (Abonnenten haben sie bereits eine Woche früher im Briefkasten), außerdem gibt es im Heft noch folgende Themen:

Inhalt Sonderheft 2015/16

  • Stefan Holz – Der neue Geschäftsführer der Beko BBL im Interview
  • Trinchieri, Pesic, Obradovic – BIG brachte die Trainer der großen Bs zum exklusiven Interview an einen Tisch
  • Maximilian Kleber – Wie der Forward bei Bayern München durchstarten will
  • Johannes Herber – Unser Kolumnist über die Rückkehr der s.Oliver Baskets Würzburg in die Beko BBL
  • Euroleague vs. Fiba – Wolfgang Heyder analysiert den Streit im europäischen Basketball
  • Die BBL in Europa – Wer spielt in welchem Wettbewerb? Wie ist der Modus?
  • Beko BBL - Brose Baskets, Bayern München, Alba Berlin, Ratiopharm ulm, Telekom Baskets Bonn, Fraport Skyliners, EWE Baskets Oldenburg, MHP Riesen Ludwisgburg, Basketball Löwen Braunschweig, BG Göttingen, Mitteldeutscher BC, Phoenix Hagen, Walter Tigers Tübingen, Eisbären Bremerhaven, Medi Bayreuth, Crailsheim Merlins, Giessen 46ers, s.Oliver Baskets Würzburg
  • Daniel Müller – Der Geschäftsführer der Zweiten Liga im Interview
  • ProA - Hamburg Towers, Wohnbau Baskets Essen, Niners Chemnitz, Science City Jena, Hebeisen White Wings Hanau, Rasta Vechta, Dragons Rhöndorf, VfL Kirchheim Knights, Finke Baskets Paderborn, rent4office Nürnberg, Gladiators Trier, Baunach Young Pikes, Bayer Giants Leverkusen, RheinStars Köln, MLP Academics Heidelberg, Oettinger Rockets Gotha
  • ProB Nord - Citybaskets Recklinghausen, Noma Iserlohn Kangaroos, Astro Stars Bochum, Rostock Seawolves, Baskets Adademie Weser-Ems, Itzehoe Eagles, Hertener Löwen, SC Rist Wedel, EN Baskets Schwelm, MTV Herzöge Wolfbüttel, RSV Eintracht Stansdorf
  • ProB Süd - BG Karlsruhe, Weißenhorn Youngstars, BIS Baskets Speyer, Dresden Titans, Fraport Skyliners, Giants TSV 1861 Nördlingen, Team Ehingen Urspring, Uni-Riesen Leipzig, Scanplus Baskets Elchingen, Saarlouis Royals, TG Würzburg Baskets Akademie, Licher BasketBären
  • DBBL - Die Lage der Liga, TSV Wasserburg, TV Saarlouis Royals, Avides Hurricanes Rotenburg, Eisvögel USC Freiburg, Herner TC, TH Wohnbau Angels, SV Halle Lions, BC Pharmaserv Marburg, ChemCats Chemnitz, Evo New Basket Oberhausen, GiroLive Panthers Osnabrück, Rutronik Stars Keltern
  • Telekom Basketball – Frank Buschmann im Interview und was sich zur neuen Saison alles ändert
  • Unsere Stars in der NBA – Die Chancen von Dirk Nowitzki, Dennis Schröder und Tibor Pleiß
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