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Nationalmannschaft
Wie wir Nationalspieler den freien Turniertag rumkriegen? Natürlich mit Doppelkopf, Skat und Uno fotoduda.de

Wie wir Nationalspieler den freien Turniertag rumkriegen? Natürlich mit Doppelkopf, Skat und Uno

— Philipp Schwethelm

Philipp Schwethelm schreibt für Euch während der Europameisterschaft über die Deutsche Nationalmannschaft. Der Swingman der EWE Baskets Oldenburg hat 49 Länderspiele in der Vita und war bei der WM 2010 und der EM 2011 am Start.

Am heutigen Dienstag haben die Jungs in Berlin einen wohlverdienten Ruhetag. Nach dem Krimi können wahrscheinlich auch alle Zuschauer, die der deutschen Mannschaft vor dem Fernsehen die Daumen drücken, einen freien Tag gebrauchen.

Natürlich steckt so ein Spiel, wie das gegen Serbien noch in den Köpfen der Spieler drinnen. Ich bin immer froh, wenn man nach einer solchen Niederlage wieder schnell in die Halle kommt. Im Training oder beim Spiel verarbeitet man solche Eindrücke immer am schnellsten.

Der freie Tag gilt nur dazu, Wunden zu lecken und die Akkus wieder aufzuladen. Angeschlagene Spieler können zudem ihre Blessuren ein wenig auskurieren. Außerdem wird sich die Mannschaft im Training und den Video-Sessions taktisch auf das nächste Spiel vorbereiten können.

Freie Tage sind aber auch immer eine willkommene Gelegenheit, zumindest etwas auf andere Gedanken zu kommen- oder mal etwas Abwechslungsreiches zu essen. Die von der FIBA organisierten Hotels halten sich oft etwas zu streng an die Essensvorgaben. Da kann es schon mal vorkommen, dass man 18 Tage lang zum Mittag- und Abendessen Nudeln mit Tomatensoße, Gemüse und Hähnchen bekommt. Damit es an Kohlenhydraten bloß nicht mangelt, gibt es dann zum Snack zur Abwechslung auch nochmal Nudeln mit Tomatensoße. Der freie Tag bietet einem Spieler in diesem Fall die Gelegenheit, mal etwas Ausgefalleneres zu sich zu nehmen.

In Zeiten von iPhones und Tablets sieht man Spieler vieler Mannschaften oft isoliert ihr eigenes Ding machen. Wenn man für rund zehn Wochen fast ausschließlich mit denselben zwölf Jungs zusammen ist, ist man auch mal froh, etwas Ruhe zu haben.

Die deutsche Nationalmannschaft hat sich da zum Glück aber trotzdem immer ein stückweit von anderen Teams unterschieden. Bei uns standen Doppelkopf, Skat und Uno immer besonders hoch im Kurs. Wenn eine Mannschaft erstmal ein Spiel für sich entdeckt hat, wird jede freie Sekunde dazu genutzt zu zocken. Es gibt da allerdings einen großen Unterschied wenn man mit seinen Teamkollegen, oder mit Freunden zockt. Der Ehrgeiz zu gewinnen überträgt sich dann auch schnell mal vom Sport auf das Kartenspiel und dann geht's richtig zur Sache. Die Bilder stammen von der EM aus Litauen, wo wir auf dem Hotelflur auf einem umfunktionierten Klappbett Aktivity gespielt haben. Die Stunden für solchen Aktivitäten sind aber während der Europameisterschaft äußerst rar gesät.

Hoffen wir, dass die Jungs mit aufgeladenen Akkus an die überzeugende Leistung gegen Serbien anknüpfen können und den nächsten so wichtigen Sieg einfahren.

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