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BIG - Basketball in Deutschland
„Ich empfinde das nicht als Quälerei“ – Oldenburgs Rickey Paulding im großen BIG-Interview © fotoduda.de

„Ich empfinde das nicht als Quälerei“ – Oldenburgs Rickey Paulding im großen BIG-Interview

— Jan Finken

Rickey Paulding trägt seit 2007 das Trikot der EWE Baskets Oldenburg, kein anderer Spieler in der Liga ist einem Verein länger treu geblieben. Nur vier Spiele verpasste der 34-Jährige in den vergangenen drei Jahren. Karriereende? No way!

Rickey, wo wirst du Ende September, Anfang Oktober 2017 sein?

(lacht) Gute Frage. Hoffentlich bin ich dann gerade dabei, mich auf die neue BBL-Saison vorzubereiten!

Es wäre deine elfte Saison in Deutschland und bei den EWE Baskets Oldenburg, du wirst dann bald 35 Jahre alt.

Ja, das ist schon verrückt. Ich hätte nicht gedacht, dass ich eine so lange Zeit bei einem Klub in Deutschland verbringen würde, aber es ist schön, dass es so gekommen ist.

Hast du noch nie über ein mögliches Karriereende nachgedacht?

Ehrlich gesagt, nein. Solange mein Körper mitspielt und mir Basketball weiterhin so viel Spaß macht, sehe ich keinen Grund aufzuhören. Natürlich ist es in meinem Alter jetzt eher so, dass ich von Jahr zu Jahr denke, aber solange ich von Verletzungen verschont bleibe, denke ich nicht über das Ende meiner Karriere nach.

Es ist fast unglaublich, aber in den vergangenen neun Jahren hast du nur ganze vier Spiele verpasst – darunter aber ausgerechnet die drei Finalspiele 2013 in der Serie gegen Bamberg.

Das war extrem schlechtes Timing. Wir hatten in dieser Saison einen guten Lauf, Chris Kramer, Julius Jenkins und die anderen Jungs. Es war echt hart für mich, ausgerechnet im Finale nur zuschauen zu können. Ich hatte zum ersten Mal in meiner Karriere schlimme Rückenschmerzen, ich konnte noch nicht einmal mit den Jungs zum Auswärtsspiel fahren. Wir haben die Serie dann in Summe nur mit wenigen Punkten Differenz verloren. Es fühlt sich ein wenig so an, als hätte ich die Mannschaft im Stich gelassen, weil es vielleicht den Unterschied gemacht hätte, wenn ich hätte spielen können.

Seit rund 15 Jahren steht für dich fast jeden Tag Training oder ein Spiel auf dem Programm. Was motiviert dich, jeden Morgen aufzustehen, in die Halle zu fahren und dich von deinem Coach quälen zu lassen?

Ich empfinde das nicht als Quälerei, selbst nach so langer Zeit nicht. Für mich ist es nach wie vor ein Traumjob, mit Basketball mein Geld zu verdienen. Ich genieße jeden Tag und jeden Moment, denn ich weiß, dass meine Karriere nicht mehr lange dauern wird.

In diesem Jahr kommt ihr nur langsam in die Gänge, habt drei der ersten fünf Spiele verloren.

Die Saison ist noch lang, ich mache mir da überhaupt keine Sorgen. Wir haben ein neues Team, dass sich erst noch finden muss. Ich glaube, dass wir mit Maxime De Zeeuw und Dirk Mädrich auf den großen Positionen mehr Rotationsmöglichkeiten als in der vergangenen Spielzeit haben und wir Brian mehr entlasten können.

Sorgenkind war in den letzten beiden Saisons die Position des Point Guards. Was bringt Frantz Massenat eurem Spiel?

Auf alle Fälle jede Menge Energie. Er ist jung, kann Dampf machen und versteht es, zu scoren. Zusammen mit Chris Kramer sind wir auf der Eins gut aufgestellt.

In einem früheren Interview hat uns Chris aber verraten, dass er sich auf dieser Position gar nicht so wohlfühlt wie als Shooting Guard.

Wenn Not am Mann ist, muss er da übernehmen. Das erkläre ich ihm schon. (lacht)

Du hast eine besondere Freundschaft zu Chris, und du bist sicherlich mit ein Grund, warum er nun schon seit 2012 in Oldenburg spielt. Wie ist diese spezielle Verbundenheit zwischen euch entstanden?

Als Chris nach Oldenburg kam, haben wir von Anfang an viel Zeit miteinander verbracht. Als er noch nicht verheiratet war, haben wir ihn öfter zum Essen eingeladen.

Verstehe, als Junggeselle bekommt man sonst nichts Vernünftiges auf den Tisch.

So ungefähr. (lacht) Inzwischen ist er da durch seine Frau ja versorgt. Nein, im Ernst, wir treffen uns auch abseits der Halle regelmäßig. Er kümmert sich toll um unsere Kinder – er ist einfach ein sehr guter Freund unserer Familie.

Du hast vor Kurzem gesagt, deine Story als Basketballer ist noch nicht vorbei. Wie lange willst du noch spielen?

Solange sie mich in Oldenburg noch haben wollen! Ich möchte nicht derjenige sein, der nicht weiß, wann es Zeit ist aufzuhören, aber im Moment weiß ich, dass ich dem Team noch helfen kann. Ein Wechsel zu einem anderen Team kommt für mich nicht mehr infrage – ich werde meine sportliche Karriere bei den EWE Baskets beenden.

Und was kommt danach?

Ich weiß es noch nicht. Ich kann mir gut vorstellen, in Oldenburg zu bleiben, weil es keinen besseren Ort gibt, an dem unsere Kinder aufwachsen könnten. Auf der anderen Seite gibt es sicherlich auch die Option, nach Kansas zurückzukehren. Meine Frau ist Anwältin, arbeitet im Sommer an kleineren Projekten und kann sich sicher vorstellen, wieder ganz ihrem Beruf nachzugehen. Sie hat es ermöglicht, dass ich in Europa als Profi Geld verdienen kann, insofern ist nach dem Ende meiner Karriere erst einmal sie an der Reihe.

Das komplette Interview gibt es in der neuen BIG, die es ab sofort im Handel gibt! Abonnenten haben sie bereits eine Woche früher im Briefkasten! Außerdem gibt es im Heft noch folgende Themen:

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