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BIG - Basketball in Deutschland
„Ich war auf dem Spielfeld manchmal zu lax“ – Bambergs Kapitän Elias Harris im großen BIG-Interview Daniel Löb

„Ich war auf dem Spielfeld manchmal zu lax“ – Bambergs Kapitän Elias Harris im großen BIG-Interview

— Jan Finken

Elias Harris ist neuer Kapitän von Meister Brose Bamberg. Der 27-Jährige ist drittbester Scorer des Teams, obwohl er verhältnismäßig wenig Spielzeit erhält. Zum Headcoach pflegt der Power Forward dennoch ein enges Verhältnis.

Elias, du bist seit dieser Saison Kapitän von Brose Bamberg. Hat Headcoach Andrea Trinchieri dich dazu bestimmt oder bist du vom Team gewählt worden?

Die Mannschaft hat mich gewählt. Jeder hatte zwei Stimmen, am Ende habe ich die meisten von allen gehabt. Für mich ist es eine Riesenehre, in Bamberg Kapitän zu sein.

Hast du dem Team davor eine Einladung zum Essen versprochen?

Das war nicht nötig, ich bin im Team offenbar ziemlich beliebt. (lacht) Im Ernst, ich freue mich natürlich über die Wahl, aber ich habe mich dafür nicht verstellt. Ich bin so, wie ich bin.

Und wie bist du?

Ich halte mich für einen ziemlich positiven und offenen Typen, mit dem man Spaß haben kann, der aber auch weiß, wann harte Arbeit gefragt ist.

H.O.R.S.E mit Elias und Daniel:

Wie interpretierst du deine neue Rolle als Kapitän?

Als einer der erfahrenen Spieler hatte ich schon vorher eine gewisse Verantwortung. Nun muss ich noch mehr darauf achten, dass die Stimmung auf und abseits des Parketts gut ist, dass ich Probleme erkenne, wenn sie sich anbahnen, und diese dann auch anspreche. Ich habe mir vorgenommen, immer mit gutem Beispiel und einer positiven Einstellung voranzugehen. Die Jungs aufzumuntern, wenn es bei ihnen gerade nicht gut läuft, sehe ich als eine meiner wichtigsten Aufgaben.

Wie ist dein Verhältnis zu Coach Trinchieri?

Andrea war und ist für mich der richtige Coach zur richtigen Zeit. Als ich 2013 nach Bamberg gewechselt bin, habe ich Chris Fleming als Trainer nur eine halbe Saison erlebt, danach gab es den Umbruch im Team und den Trainerwechsel. Ich muss sagen, dass ich unter Andrea ein ganz anderes Gefühl für Basketball bekommen habe.

Hier geht es zum H.O.R.S.E-Duell zwischen Elias und Daniel: Erster und zweiter Teil bei Youtube.

Wie meinst du das?

Bevor ich mit ihm gearbeitet habe, war ich auf dem Spielfeld manchmal zu lax. Andrea hat mir beigebracht, genauer zu sein, Situationen besser zu beobachten und die richtigen Entscheidungen zu treffen. Ich habe heute ein besseres Feeling für den Spielfluss als noch vor drei Jahren. Andrea hat mich zu einem besseren Spieler gemacht.

Wie hat er das geschafft?

Durch ständige Hinweise und Korrekturen im Training und nach Spielen. Am Tag nach jedem Match gibt es eine kurze, knackige Video-Analyse, in der die entscheidenden Situationen besprochen werden. Ich lerne daraus unheimlich viel.

Du hast heute also ein besseres Spielverständnis. Was macht dich noch zu einem besseren Spieler als früher?

Meine Athletik war schon immer auf einem ganz guten Level, aber in den letzten Jahren habe ich daran noch einmal ganz intensiv gearbeitet. Das Krafttraining in Bamberg ist hochprofessionell und individuell auf jeden Spieler abgestimmt. Ich habe zum Beispiel festgestellt, dass es mir guttut, immer eine gewisse Grundspannung im Körper zu haben. Diese versuche ich mit speziellen Übungen stets beizubehalten. So habe ich in Sachen Athletik auch mit fortschreitendem Alter nichts verloren – sie ist eher noch besser geworden.

Du bist mit 27 Jahren im besten Basketballeralter, dein Vertrag in Bamberg läuft im kommenden Jahr aus. Welche Pläne hast du für die nächste Saison?

Daran verschwende ich jetzt noch keinen Gedanken. Wir sind mitten in der Saison, ich denke – so klischeehaft es klingt – nur von Spiel zu Spiel.

Gute Leistungen würden deinen Marktwert nicht sinken lassen. Es dürfte kommende Spielzeit einige Klubs geben, die dich gern in ihren Reihen hätten. Könntest du dir, rein theoretisch, einen Wechsel zu einem Top-Klub innerhalb der BBL – ALBA, FC Bayern – vorstellen?

Vorstellen kann ich mir vieles, aber das tue ich zurzeit nicht. (lacht)

Bei einem anderen Verein würdest du wahrscheinlich mehr Minuten bekommen als derzeit in Bamberg.

Das sind ziemlich viele Konjunktive. (lacht) Es geht um mehr als nur um die Minuten, die du auf dem Feld stehst. Welche Rolle spielst du im Team, welche Ziele verfolgt der Klub, wie wohl fühlst du dich im Umfeld des Vereins – es sind ziemlich viele Aspekte, die bei der Wahl eines Klubs eine große Rolle spielen. Und die Faktoren abseits des Parketts werden wichtiger, je älter du wirst. Ich bin vor kurzem Vater geworden, da verschieben sich die Prioritäten automatisch. Ich fühle mich absolut wohl in Bamberg – warum sollte ich das für etwas aufgeben, von dem ich nicht weiß, ob es für mich besser wäre?

Vielleicht weil du in individueller Hinsicht noch einmal angreifen möchtest? Weil du in einer Mannschaft der Go-to-Guy sein möchtest?

Auch hier gilt es abzuwägen, ob es das wert ist, aufzugeben, was ich jetzt habe. Ich spiele beim Deutschen Meister, wir wollen den Titel verteidigen. Ich spiele im höchsten europäischen Vereinswettbewerb, meine Familie und ich fühlen uns in Bamberg pudelwohl. Ich bin hier in einer komfortablen Situation.

Du hast dein letztes Spiel für die Nationalmannschaft im August 2014 gegen Polen absolviert. Sehen wir dich in Zukunft noch einmal mit dem Adler auf der Brust?

Soweit ich weiß, habe ich noch nicht meinen Rücktritt erklärt. (lacht) Wenn meine Leistungen im Verein gut genug sind und der Bundestrainer mich in den Kader beruft, bin ich mit von der Partie – vorausgesetzt natürlich, ich bin gesund. Ich wäre auf jeden Fall gerne dabei: Wir haben ein junges, spannendes und sehr talentiertes Team, das noch viele Jahre zusammenspielen kann. Wenn ich als einer der dann schon älteren Spieler gefragt sein sollte, bin ich am Start!

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