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BIG - Basketball in Deutschland
„Bayern München wird immer in meinem Herzen sein“ – Nationalspieler Robin Benzing im BIG-Interview

„Bayern München wird immer in meinem Herzen sein“ – Nationalspieler Robin Benzing im BIG-Interview

— Interview: Alexander Büge

Robin Benzing hat den FC Bayern München nach vier Jahren in Richtung Saragossa verlassen. Warum sein Wechsel nach Spanien die richtige Entscheidung war und ob er sich eine baldige Rückkehr vorstellen kann, verrät der Combo-Forward im BIG-Interview

Die Bayern-Topscorer:

1. John Bryant 1281 Punkte
2. Robin Benzing 1273 Punkte
3. Chevon Troutman 1159 Punkte
4. Bryce Taylor 1137 Punkte
5. Nihad Djedovic 1124 Punkte
6. Jared Homan 799 Punkte
7. Dusko Savanovic 777 Punkte
8. Heiko Schaffartzik 708 Punkte
9. Jan Jagla 649 Punkte
10. Tyrese Rice 632 Punkte

Robin Benzing, sind Sie sauer auf John Bryant?

(lacht) Nein, natürlich nicht!

Allerdings hat er Sie am 6. März bei der 90:93-Niederlage gegen den MBC durch seinen 1274. Münchener Punkt als bester Bayern-Scorer seit dem Wiederaufstieg abgelöst.

Ich freue mich für ihn, dass er diesen Rekord erreicht hat. Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis er diese Marke knacken würde, und leider auch nicht abzuwenden. (lacht) Ich bin natürlich sehr stolz darauf, der Rekordspieler der Münchener gewesen zu sein. Dass ich bei so einem großen Verein eine derartige Rolle spielen durfte, war eine große Ehre für mich.

Dennoch haben Sie sich für einen Wechsel nach Saragossa entschieden. Wie kam es dazu?

Saragossa wollte mich schon länger haben, weshalb sie mich auch schon einige Male beobachtet hatten. Nach meinen vier Jahren in München war ein guter Zeitpunkt gekommen, um etwas Neues zu versuchen. Natürlich gab es auch andere Angebote. Aber von der Art und Weise, wie der Klub denkt und aufgestellt ist, war mir relativ früh klar, dass Saragossa für mich die richtige Mannschaft sein wird. Durch Maxi Kleber hatte ich schon einiges von der spanischen Liga gehört, weshalb ich mich auf die ACB und das Leben in Spanien auch sehr gefreut habe. Trotzdem war es eine schwierige Entscheidung den FC Bayern zu verlassen.

Warum glauben Sie, dass Sie sich in Spanien besser weiterentwickeln als in der BBL?

Ich habe in München bereits einige Jahre in der Euroleague und dort gegen starke Teams gespielt. In Spanien ist die Dichte der Teams ebenfalls extrem hoch. Ich habe großen Respekt vor der BBL, die sich in den letzten Jahren gut entwickelt hat, aber spielerisch ist die spanische Liga der BBL noch um einiges voraus. Egal welcher Gegner da kommt, es wird einem in jedem Spiel alles abverlangt. Es geht sehr physisch zur Sache und taktisch deutlich intensiver zu. Diese Erfahrungen zu machen, ist sehr wertvoll und verbessert mich als Spieler ungemein.

Was unterscheidet die Top-Teams der spanischen Liga von denen der BBL?

Es wird nicht nur deutlich taktischer, sondern auch um einiges trickreicher vorgegangen. Es werden lockere Backdoor-Pässe gespielt, die man am Anfang eines Systems in der BBL eher nicht erwarten würde. Hinzu kommt, dass die spanischen Spieler in der ACB eine viel größere Rolle spielen als die deutschen in der BBL. Diesbezüglich kann die BBL sich von der ACB wirklich eine Scheibe abschneiden. Auf dem Feld gibt es aber noch einen weiteren wichtigen Unterschied.

Welchen?

Das Spiel ist deutlich positionsbezogener als in Deutschland. Man hat dort tatsächlich meist einen Point Guard, einen Shooting Guard, einen Small Forward, einen Power Forward und einen Center. Auf der Position drei laufen in der ACB oftmals sehr große Spieler auf, während es in der BBL auch schon mal vorkommen kann, dass die Spieler der Positionen eins bis drei eine Größe von 1,90 Meter allesamt nicht überschreiten. Zudem gibt es in der ACB viele großer Fünfer, die 2,10 Meter bis 2,15 Meter groß sind.

Kommt Ihnen das positionsbezogene Spiel entgegen?

Ich komme damit sehr gut klar, da ich mich auch als großen Dreier sehe und unter dem neuen Coach praktisch nur noch auf der Drei spiele. In der BBL hatte ich hingegen eher Probleme, wenn es gegen kleinere Spieler auf der Position drei ging. Aktuell lässt der Coach viele Post-ups für mich spielen. Da habe ich auch meine Vorteile. Dennoch bin ich offen dafür, auf der Vier aufzulaufen, solange ich dort meine Stärken ausspielen kann. Wenn man mich auf dem Feld allerdings nur in eine Ecke stellt und von dort aus werfen lässt, bin ich weniger hilfreich.

Benzing in Saragossa:

- 19:06 Minuten bekommt er im Schnitt

- 8,6 Punkte erzielt er pro Partie

- 2,3 Rebounds holt er pro Spiel

- 45,1 Prozent seiner Würfe tritt er

- 39,7 Prozent seiner Dreier sind drin

Sie erzielen 8,6 Punkte pro Spiel, können mit dem Saisonverlauf des Teams aber nicht zufrieden sein. Werden Sie Ihren Zweijahresvertrag trotzdem erfüllen?

Insgesamt ist das erste Jahr schwerer verlaufen, als ich es erwartet hätte. Trotzdem fühle ich mich hier wirklich sehr wohl. Gleichzeitig darf man aber nie zufrieden sein. Wir können uns als Mannschaft deutlich verbessern, wie auch ich als Spieler. Die Rolle, die ich unter unserem neuen Trainer habe, ist besser für mich. In meinem zweiten Jahr werde ich mich schließlich ein Stück weit etabliert haben. Dabei ist mein Ziel, in der nächsten Saison deutlich konstanter zu spielen. Das habe ich mir fest vorgenommen.

Ist eine vorzeitige Rückkehr in die BBL ausgeschlossen?

Wenn nichts Unvorhersehbares passiert, werde ich auch das zweite Jahr in Saragossa spielen. Ich kann mir sogar vorstellen, noch länger hierzubleiben. Allerdings schließe ich eine Rückkehr in die BBL für die Zukunft nicht kategorisch aus.

John Bryant muss also zittern, dass Sie ihm den Rekord eines Tages wieder wegschnappen?

(lacht) Selbstverständlich. Im Ernst: Bayern München wird immer in meinem Herzen sein. Deshalb kann ich mir auch vorstellen, dorthin zurückzukehren. Ich habe dort vier Jahre lang eine schöne Zeit verbracht.

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