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BIG - Basketball in Deutschland
Der Raumdeuter des Meisters – Bambergs Shooting Star Patrick Heckmann im BIG-Portrait © Daniel Löb

Der Raumdeuter des Meisters – Bambergs Shooting Star Patrick Heckmann im BIG-Portrait

— Jan Finken

Patrick Heckmann ist der Shootingstar der aktuellen Saison. Beim Meister Brose Baskets hat sich der 24-jährige Rookie auf Anhieb einen festen Platz in der Rotation erobert. Dabei hat ihm eine Gabe geholfen, die auch einen Fußball-Weltmeister auszeichnet.

Es gibt diese Spieler, die immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind. Die auf dem Basketballfeld intuitiv das Richtige tun, die Pass- und Laufwege antizipieren, ehe sie vollzogen werden. In der Regel sind es die Veteranen eines Teams, die sich durch diese Eigenschaften hervortun. Wer Patrick Heckmann dabei zusieht, wie selbstverständlich er sich auf dem 420 Quadratmeter großen Court bewegt, könnte meinen, hier weiß ein alter Hase ganz genau, was er zu tun hat. Aber Heckmann ist kein alter Hase. Er ist vor drei Monaten gerade einmal 24 Jahre alt geworden. Er spielt seine erste Profisaison. Und er tut dies beim amtierenden Deutschen Meister Brose Baskets, die, sollte nichts Außergewöhnliches geschehen, auch in dieser Saison wieder ins Finale einziehen werden, um ihren Titel zu verteidigen.

Dass der junge Deutsche unter diesen Parametern nicht bloß ein Mitläufer, sondern ein Leistungsträger in der Mannschaft von Headcoach Andrea Trinchieri ist, hat vor dieser Saison niemand erwarten dürfen. Auch Heckmann tat dies nicht: „Dass ich in meiner ersten Bamberger Saison direkt so viel Spielzeit erhalte, damit habe ich nicht im Entferntesten gerechnet.“ In der Hauptrunde stand der Forward durchschnittlich knapp 18 Minuten auf dem Parkett, in der ersten Playoff-Runde gegen Würzburg waren es sogar 22 – der gebürtige Mainzer ist hinter dem effektivsten deutschen Spieler der Liga, Daniel Theis, der Deutsche mit den größten Spielanteilen bei den Franken. „Das habe ich wirklich nicht erwartet. Bamberg ist gespickt mit Spitzenspielern. Ich hatte mir am Anfang der Saison etwa fünf Minuten pro Partie erhofft.“ Vor seinem Wechsel vom Boston College zurück nach Deutschland gab es auch die Überlegung, bei einem kleineren Klub eine größere Chance auf viel Spielzeit zu haben. „Das Bamberger Programm hat mich aber überzeugt. Um hier lernen zu können, hätte ich im ersten Jahr deshalb auch geringere Spielanteile in Kauf genommen“, erklärt Heckmann, der bei den Brose Baskets einen Vertrag bis 2018 unterschrieben hat.

Offensichtlich lernt Heckmann schnell. Headcoach Trinchieri vertraut dem smarten Youngster mit dem hohen Basketball-IQ, steckt ihn regelmäßig in die Starting Five und ließ ihn sogar ausgiebig Euroleague-Luft schnuppern. Über 13 Minuten stand der Rookie in der Gruppenphase sowie der Top-16-Runde auf dem Feld, 4,1 Punkte und 2,0 Rebounds waren seine Ausbeute. „Eigentlich unglaublich, dass ich jetzt Euroleague spiele“, schüttelt Heckmann den Kopf.

Seit Jahren kennt die Entwicklung des Mainzers nur eine Richtung: nach oben. Ein Jahr Highschool in den USA, zwei Jahre NBBL, vier Jahre Boston College und seit Sommer 2015 Bamberg. Dazwischen Highlights wie das Finale beim Albert-Schweitzer-Turnier mit der U18-Nationalmannschaft (2010), der sensationelle fünfte Platz mit der deutschen U20-Auswahl bei der Europameisterschaft im spanischen Bilbao (2011), sein persönlicher Punkterekord am College (32 Punkte am 25. November 2011) und nicht zuletzt das Debüt in der deutschen A-Nationalmannschaft am 2. August 2012. Jetzt also Bamberg. Amtierender Champion. Unter den besten 16 Teams Europas. Und mittendrin Heckmann. „Am Anfang war der Respekt vor den Spielen in der Euroleague bei mir schon sehr groß. Inzwischen hat sich die Nervosität aber gelegt, es sind jetzt – fast – Spiele wie jedes andere.“

Rolf Beyer beobachtet Heckmann jetzt seit einem Jahr. Im April 2015 gab der Youngster bei einem Try-out zum ersten Mal seine Visitenkarte bei den Franken ab, und dem Geschäftsführer der Bamberger imponiert seitdem vor allem Heckmanns Entwicklung. „Ich erinnere mich noch an ein Trainingsspiel im September gegen den russischen Klub Kuban. Dort wurde Patrick das erste Mal mit der Härte auf internationalem Niveau konfrontiert. Wie er sich dort in kurzer Zeit etabliert hat, ist mehr als respektabel.“

Heckmann dagegen hat den Wechsel vom College- auf Profiniveau leichter verkraftet als erwartet. „Patrick hat den Biss und die nötige Ruhe auf dem Feld“, lobt Beyer den Shootingstar der aktuellen Saison. „Er liefert mehr, als wir im ersten Jahr von ihm erwartet haben.“ Neben Biss und Ruhe zeichnen den 24-Jährigen Mut und Entschlossenheit aus. Sein Dunk im ersten Playoff-Halbfinale gegen den FC Bayern München riss nicht nur die Bamberger Fans von den Sitzen, sondern war auch ein Paradebeispiel für Heckmanns basketballerische Tugenden: sich auf dem Feld vorausschauend bewegen, im richtigen Moment in die Lücke stoßen und mit Selbstvertrauen abschließen.

 

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