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„Saša“ Djordjevic übernimmt Traineramt beim FC Bayern

— FC Bayern Basketball

Die Basketballer des FC Bayern München haben einen Nachfolger für ihren bisherigen Cheftrainer Svetislav Pesic verpflichtet: Aleksandar „Saša“ Djordjevic, früherer Weltklassespieler und heutiger Nationalcoach von Vizeweltmeister Serbien, wird den FCBB ab der kommenden Saison coachen. Der 48-Jährige unterschrieb einen bis 2018 gültigen Zweijahres-Vertrag.

Ich bin mir sicher, dass München und er bestens zusammenpassen werden.

Marko Pesic

Derzeit befindet sich Djordjevic mit dem Nationalteam seines Heimatlandes in Rio de Janeiro zur Teilnahme an den Olympischen Spielen. Er wird zum ersten Trainingslager der Münchner in Riva del Garda am Gardasee (21. bis 26. August) zur Mannschaft stoßen.

„Ich bin sehr glücklich, ein Teil der FC Bayern-Organisation und dieses Vereins zu werden. Außerdem freut es mich, die Arbeit von Svetislav Pesic fortsetzen zu können. Uns verbindet eine lange Beziehung, ich war ja sein Kapitän im Junioren-Nationalteam. Er war immer ein Lehrer und ein Vorbild, und wir haben uns all die Jahre regelmäßig über Basketball ausgetauscht.

Ich weiß um die Seriosität dieses Projekts in München. Mit unserer bisherigen Zusammenstellung der Mannschaft bin ich sehr zufrieden, Marko hat bisher einen sehr guten Job gemacht. Es werden noch ein, zwei Spieler hinzukommen, dann ist das Team komplett und wir alle werden gemeinsam in allen Wettbewerben versuchen, nach den höchsten Zielen zu greifen.“

Bayern-Geschäftsführer Marko Pesic sagte. „Ich verfolge den Werdegang von Saša Djordjevic natürlich schon sehr lange, allein weil er ein großer und großartiger Spieler war. In den vergangenen Jahren hat er sich zu einem der interessantesten Coaches einer neuen Generation entwickelt. Er hat außerdem eine außergewöhnlich einnehmende Persönlichkeit und zugleich Autorität. Ich bin mir sicher, dass München und er bestens zusammenpassen werden.“

Kollege Volker Stix ergänzte: „Wir haben uns mit mehreren Kandidaten beschäftigt, um die Schlüsselposition des Cheftrainers bestmöglich zu besetzen. Dass uns dies mit Sasa gelungen ist, darüber wir sehr glücklich. Er wird uns an vorderster Stelle dabei helfen, den nächsten Schritt nach vorne zu machen. Davon sind wir nach ausführlichen persönlichen Gesprächen überzeugt.“

Saša Djordjevic, zu seiner aktiven Zeit (1984 – 2005) einer der besten Aufbauspieler Europas, übernahm nach dem Karriere-Ende bei seinem letzten Klub als Spieler erstmals ein Traineramt: Olimpia Mailand betreute er von Januar 2006 bis zum Saisonende 2007. Erst 2011 kehrte er als Trainer auf die große Bühne zurück und coachte ein Jahr den italienischen Topklub Benetton Trevisio.

Im Dezember 2013 wurde Djordjevic zum serbischen Nationaltrainer ernannt. Der Ex-Profi, in seiner Heimat im Status eines Nationalhelden, schaffte es, die jahrelang von internen Zwistigkeiten gehemmte Landesauswahl zu befrieden und die besten Spieler für einen Einsatz zu gewinnen. Und das mit Erfolg: Bei der Weltmeisterschaft 2014 gewann man überraschend Silber. Bei der EM 2015 blieb Serbien in der Vorrunde unbesiegt, gegen Gastgeber Frankreich wurde schließlich das Spiel um Bronze verloren.

Auf Vereinsebene coachte Djordjevic 2015/2016 erstmals in der Euroleague beim griechischen Spitzenverein Panathinaikos Athen. Nach dem Gewinn des griechischen Pokals - unter anderem durch einen Triumph über den Erzrivalen Olympiakos Piräus - gelang auch der Einzug in die Top16 sowie das Achtelfinale. Nach dem Euroleague-Aus endete sein Engagement in Athen vorzeitig im April 2016; zu dieser Zeit stand Panathinaikos auf Rang eins der Tabelle.

Der Spieler

Djordjevic gehörte zur goldenen jugoslawischen Generation, die im Basketball fast alles gewann. Er trainierte unter den erfolgreichsten Coaches des Kontinents, z.B. Zeljko Obradovic (acht Euroleague-Titel, heute Fenerbahce). Bei Svetislav Pesic wirkte er als Kapitän jener jugoslawischen Auswahl, die 1987 im Finale gegen die USA die Junioren-WM gewann - und aus der zahlreiche weitere Topstars wie Toni Kukoc, Vlade Divac, Dino Radja hervorgingen. Unter seinem Vorgänger hatte er auch 1985 -17-jährig - in der A-Nationalmannschaft debütiert, als Pesic das Team interimistisch bei einem Turnier betreute.

Djordjevic wurde zweimal (1994, ’95) zu „Europas Spieler des Jahres“ gekürt. 2008 folgte durch die Euroleague die Aufnahme in die Liste der „50 bedeutendsten Persönlichkeiten des europäischen Basketballs“.

Djordjevic hatte mit 17 Jahren als Profi bei Partizan Belgrad debütiert, dem er 1992 im Euroleague-Finale mit einem Dreier in der Schlusssekunde den Triumph bescherte. Er wechselte darauf nach Italien, 1993 hielt er mit Mailand wie (zuvor auch schon mit Partizan) den Korac-Cup hoch.

1996 gab Djordjevic ein kurzes Gastspiel in der NBA bei den Portland Trailblazers. Anschließend heuerte er in Spanien beim FC Barcelona an, wo er zwischen 1997 und ’99 zweimal die Meisterschaft und zum dritten Mal den Korac Cup holte. Auch mit Real Madrid feierte er später die Meisterschaft, ehe seine große Karriere in Italien ausklang.

In der Heimat ist Djordevic vor allem als Denker und Leader des jugoslawischen Nationalteams (108 Länderspiele) eine lebende Legende. Seine Bilanz: Olympisches Silber 1996, Weltmeister 1998, dreimal Europameister (1991, ’95, ’97).

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