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BIG - Basketball in Deutschland
„Ich bin und bleibe Berliner“ – Bambergs Nationalspieler Maodo Lo im großen BIG-Interview Martin Vogel

„Ich bin und bleibe Berliner“ – Bambergs Nationalspieler Maodo Lo im großen BIG-Interview

— Kai Zimmermann, BIG

Maodo Lo über die Gründe, sich für Bamberg zu entscheiden, seine Erfahrungen in der Summerleague der NBA und die Frage, warum er als Berliner nicht zu ALBA gewechselt ist …

In Berlin gegen Spanien:

Maodo, du warst für viele der begehrteste deutsche Spieler des Sommers. Am Ende hat Bamberg das Rennen gemacht, obwohl du Berliner bist. Was hat den Ausschlag gegeben?

Als Basketballer musste ich diese Entscheidung treffen. Bamberg spielt Euroleague, das ist das beste Niveau hinter der NBA. Bamberg hat bereits eine sehr starke Mannschaft. Ich habe gesehen, dass junge Spieler dort die Chance haben, sich zu entwickeln und besser zu werden – auf einem hohen Niveau. Bamberg hat sich sehr lange interessiert und war von Anfang an dabei. Zu einem gewissen Zeitpunkt war für mich völlig klar, dass ich dahingehe.

Du bist in Berlin geboren und sehr verwurzelt.

Ich liebe diese Stadt und daran wird sich nichts ändern. Ich bin und bleibe Berliner. Ich war auch New Yorker, vier Jahre lang. Das ist eine wilde Stadt, die du auch erst nach ein paar Jahren kapierst. Berlin ist trotzdem immer noch meine Nummer eins.

Deine Mutter ist in Berlin eine bekannte Künstlerin. Was sagt sie dazu, dass du nach Bamberg gehst?

Sie lässt mich immer meine eigenen Entscheidungen treffen. Sie sagt mir dazu gar nicht ihre Meinung. Sie sagt, sie sei ja auch ihren eigenen Weg gegangen. Und das soll ich jetzt auch machen. Mein Vater bringt sich bei der Diskussion mehr ein. Er ist informiert, liest viel über Basketball. Auch in eurem Magazin. (lacht) Insgesamt habe ich eine Menge Unterstützung von meinen Eltern.

Was sind deine Ziele mit Brose Bamberg?

Ich möchte eine erfolgreiche Saison spielen. Ich hoffe, dass das Team genauso erfolgreich ist wie zuletzt. Ich hoffe, dass ich dazu in der Lage bin, dazu etwas beizusteuern. Für mich persönlich heißt es, Basketball besser zu erlernen, besser zu verstehen.

Was ist mit dir persönlich?

Das ist extrem schwer zu beantworten. Ich kann im Moment überhaupt nicht einschätzen, was mich erwartet. Ich weiß nicht, wie hoch das Level ist, wie hart der Konkurrenzkampf. Ich bin einfach sehr aufgeregt und motiviert, jetzt diesen Schritt zu machen. Ich werde einfach jeden Tag arbeiten und versuchen, mich zu verbessern. Mit viel positiver Einstellung. Ich hoffe natürlich, dass ich viel spiele. Aber ich muss mich beweisen. Es ist sicher wichtig, mit dem richtigen Mindset ranzugehen.

Willst du in die erste Fünf?

Das will jeder. Es ist eine Ehre, erste Fünf zu spielen. Wenn ich in eine neue Mannschaft gekommen bin, hieß es noch nie: Der startet. Ich komme jetzt wieder in eine neue Mannschaft. Ich gehe da nicht hin und sage: Ich will starten. Ich muss mir das alles erarbeiten und meine Leistung bringen.

Hast du dir ein Ziel in Minuten gesetzt?

Nein.

Oder hast du darüber in den Verhandlungen gesprochen?

Was sollte das bringen?

Es gibt Spieler, die sich Minuten garantieren lassen.

Minuten garantieren, das ist unmöglich. Deshalb habe ich mir darüber überhaupt keine Gedanken gemacht. Spielzeit lässt sich nicht versprechen. Was ist, wenn mir eine Mannschaft Spielzeit verspricht – und ich spiele Mist? Dann kann die Mannschaft das Versprechen nicht einhalten, das ist unmöglich. Wenn ich Leistung bringe, gut trainiere und spiele, dann verdiene ich mir auch was. Davon, Spielzeit zu versprechen, halte ich überhaupt nichts.

Andererseits wirst du nur besser, wenn du spielst.

Klar, aber dafür bin ich selbst verantwortlich.

Wie willst du überzeugen?

Defense: Hustle, alles geben. Athletik und Länge nutzen, um in der Verteidigung effektiv zu sein. In der Offense: Ich möchte das Spiel erlernen. Hoffentlich viel Pick’n’Roll spielen, hoffentlich dazu in der Lage sein, für die Mitspieler etwas zu kreieren. Versuchen, mein Spiel zu entwickeln. Schon aggressiv, aber innerhalb des europäischen Basketballs, mit Intelligenz. Ich werde hoffentlich lernen.

Es wird deine erste Profistation. Zum ersten Mal wirst du richtig Druck haben. Spürst du das?

Klar, Druck ist immer da. Aber es ist eher so, dass mich das trägt. Ich bin sehr motiviert. Ich will einfach dazulernen und besser werden.

Summerleague-Highlights:

Hat dir die Summerleague geholfen?

Ich bin sehr froh, dass ich es gemacht habe, es war eine richtig gute Zeit. Ich denke, ich habe mich da solide präsentiert. Ich habe viel mitgenommen.

Wo liegt der größte Unterschied zwischen Summerleague und College?

Natürlich das Niveau. Das Talent, dass die Spieler haben. Und natürlich der Lifestyle. Die Professionalität, die Leute, die dort arbeiten. Das Medieninteresse ist viel größer, es sind sehr viele Menschen da, die die Spieler betreuen. Ärzte, Physiotherapeuten. Dazu die Hotels. Das ist schon ein krasser Unterschied, auch abseits des Courts.

Wurde das alles bezahlt?

Ja, alles. Das Team bezahlt. Dazu gibt es ein Tagegeld. Davon lebe ich immer noch. Das Spiel an sich ist auch etwas Besonderes. Du präsentierst dich vor vielen NBA-Spielern, die zusehen. Sie machen diverse Veranstaltungen im Rahmen der NBA. Ich bin abends auch einmal mit Dennis kurz unterwegs gewesen. Aber ganz entspannt. Wir trinken ja beide nicht.

Du bist vollständiger Antialkoholiker?

Ich trinke nie.

Weil du Profisportler bist?

Das denken alle, aber so ist das nicht. Alkohol ist für mich eine ziemlich krasse Droge. Es gibt Menschen, die können damit umgehen. Aber wenn nicht, ist es hart. Ich möchte es deshalb gar nicht erst probieren. Es gibt Fälle, in denen es das Leben eines Menschen zerstören kann. Mir ist das klar, und deshalb ist es ein Grund für mich, nicht zu trinken. Ich habe aber kein Problem damit, wenn andere trinken. Meine Freunde machen das auch. Das gilt halt nur für mich.

Du hast einige gute Auftritte in der Summerleague gehabt, zweimal 13 Punkte gemacht.

Einmal waren es 13 in einer Halbzeit. In der zweiten Halbzeit habe ich dann leider nichts mehr getroffen. Es hat trotzdem einfach Spaß gemacht. Du kommst rein, niemand nimmt dich ernst. Aber als die Chance da war, konnte ich zocken. Dieser Moment, in dem die anderen realisieren, dass du da bist und spielen kannst, den habe ich von dort wieder mitgenommen.

Wie war das Feedback auf deine Performance?

Es waren alle da, der Headcoach Brett Brown, der General Manager der 76ers, Bryan Colangelo. Ich habe mich mit allen gut verstanden und hatte den Eindruck, dass sie mich gut finden. Aber sie waren nicht bereit, mir einen vollen Vertrag zu geben. Das passiert ja auch ganz selten, dass aus der Summerleague Spieler direkt genommen werden. Selbst Spieler, die in der zweiten Runde gedraftet werden, stehen nicht automatisch im Kader. Sie sagten, sie seien interessiert an mir. Der Weg wäre dann gewesen, zu einem Camp zu gehen, sich in die Mannschaft zu spielen. Aber wenn das nicht geklappt hätte, wäre es die D-League gewesen. Das war ein riskanter Move – mit 23 dieses Risiko zu gehen, obwohl ich Angebote aus Deutschland hatte. Da habe ich mich für die BBL entschieden, denn dort ist das Niveau meiner Meinung nach besser als in der D-League. Ich spiele auf einem besseren Niveau und werde auch besser bezahlt. Das Geld spielt für mich zwar nicht die erste Rolle, aber am Ende ist es natürlich trotzdem ein Faktor. Außerdem war ich jetzt vier Jahre nicht in Deutschland, und es ist schön, mal wieder zu Hause zu sein.

Als Berliner in Bamberg: Das wird eine Umstellung …

Auf jeden Fall. Ich war bisher nur in Großstädten, und irgendwie ist es eigentlich auch meine Natur. Aber jetzt geht es um Basketball – und um nichts anderes.

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