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BIG - Basketball in Deutschland
„Ich will meine Karriere in München beenden“ – Bayerns Point Forward Reggie Redding im BIG-Interview Viktor Meshko

„Ich will meine Karriere in München beenden“ – Bayerns Point Forward Reggie Redding im BIG-Interview

— Florian Schmidt-Sommerfeld

Reggie Redding ist der wichtigste Mann in Bayerns Offensive. Im BIG-Interview erklärt Redding seine Rolle im Djordjevic-System, analysiert Bayerns Probleme in Do-or-die-Spielen und verrät exklusiv, dass er gern viel länger in München unterschrieben hätte und beim FC Bayern seine Karriere beenden will

Reggie Redding, Ihr Team hatte bisher zwei Do-or-die-Spiele in der Saison, beide wurden verloren. Erst gegen Bamberg im Pokalfinale, dann im EuroCup-Viertelfinale gegen Malaga. Was fehlt, um solche Spiele in einigen Wochen in den Playoffs zu gewinnen und die Meisterschaft zu holen?

Wir hatten einen Lauf, haben vor dem Pokalfinale 14 Spiele am Stück gewonnen. Man hat es richtig gespürt, wir wurden von Spiel zu Spiel besser. Wir haben versucht, dann genauso weiterzuspielen, dieselben Dinge zu tun. Aber: Wenn die großen Spiele kommen, bleiben wir bisher nicht bei dem, was uns dort hingebracht hat. In diesem Malaga-Spiel hat sich alles von Anfang an etwas anders angefühlt. Wir wollten das so sehr, aber wir waren nicht wir selbst. Wir haben nicht selbstbewusst gespielt, nicht so wie die ganze EuroCup-Saison, und am Ende haben wir auch nicht gewonnen. Auch wenn es die großen Spiele sind: Wir müssen sie genauso angehen, wie alle anderen Spiele und unseren Basketballstil spielen.

Also ist es nur eine mentale Sache?

Auch Erfahrung, denke ich. Physisch waren wir bereit, alle waren richtig heiß auf das Spiel. Wir wussten, dass es eines unserer Ziele war, im EuroCup weit zu kommen. Keine Bayern-Mannschaft hat es bisher unter die letzten vier geschafft, wir wussten also, was wir hätten erreichen können. Aber mental waren wir als Mannschaft einfach nicht bereit für dieses Spiel.

Können Sie dem Team helfen, in solchen Spielen ruhig zu bleiben?

Jeder geht die Spiele anders an. Ich denke … Nein, ehrlich gesagt, kann ich das nicht. Ich kann nur kontrollieren, wie ich rausgehe und die Spiele angehe. Manche von uns sind superheiß, manche bleiben ganz ruhig und gehen das an, wie jedes andere Spiel. Aber egal wie: Wir müssen einen Weg finden, solche Spiele zu gewinnen. Ich hoffe, wir können aus diesen beiden Spielen lernen und das zu unserem Vorteil nutzen.

Einige Wochen bleiben noch, bis es um die deutsche Meisterschaft geht. Jeder Coach setzt sich zum Ziel: In die Saison reinfinden und in den Playoffs den besten Basketball spielen. Haben Sie das Gefühl, die Mannschaft wird im Mai auf ihrem Top-Level sein?

Hoffentlich. Schon vor dem Pokal wurden wir besser und besser, jeder war glücklich. Das Pokalfinale hat uns etwas wehgetan, aber wir haben uns davon erholt und im EuroCup danach wieder gut gespielt. Bei dieser letzten Niederlage gegen Malaga haben wir wirklich eine große Chance liegen lassen. Ich habe wirklich gemerkt, wie niedergeschlagen die Jungs davon waren. Das hat richtig wehgetan. Jetzt müssen wir die Saison stark abschließen. Wir müssen jetzt Siege holen, um mit einem guten Gefühl in die Playoffs zu gehen.

Schon im Sommer 2015, als Sie zu Darüssafaka gewechselt sind, hat Marko Pesic gesagt: „Reggie Redding ist der kompletteste Spieler, den ich seit Jahren in der Bundesliga gesehen habe, wenn man alles zusammennimmt: Charakter, Einstellung, Spiel aus dem Dribbling, Spot-up, Verteidigung – alles.“ Hat er Ihnen das auch mal so gesagt?

Nein, das hat er nie so gesagt. Aber ich denke mal, genau deswegen bin ich jetzt hier. Das ist großartig, dass er das über mich sagt, vor allem auch über mich als Mensch. Wenn jemand sagt, dass du ein guter Mensch bist, ist das immer schön zu hören. Ich bin sehr glücklich, hier in München zu sein und für Marko zu spielen. Er ist ein cooler Typ.

Hat er Ihnen gesagt, dass Sie genau sein Spieler sind, und Sie so überzeugt, nach München zu kommen?

Wir haben telefoniert. Er hat mir gesagt, dass er mich holen will, ich habe ihm gesagt, dass ich kommen will. Da musste man nicht viel sagen. Ich wusste einfach, dass er mich als Spieler respektiert, weil er mich sonst nicht hätte holen wollen. Und ich habe Respekt für das, was er hier in München aufgebaut hat, und wollte ein Teil davon sein. Wenn man mit jemandem darüber spricht, kann man das einfach in der Stimme hören, diesen gegenseitigen Respekt. Er musste nicht viel sagen, München spricht für sich selbst. Marko hat dabei eine große Rolle gespielt, diesen Klub in den letzten Jahren so aufzubauen, wie er heute ist.

Sie haben im letzten Jahr für Darüssafaka gespielt, inzwischen vor allem finanziell einer der Top-Vereine, ein EuroLeague-Klub. Sind es für Bayern noch ein paar Schritte aufs europäische Top-Niveau?

Eine wirklich große Sache ist das Geld. Man sieht, was Darüssafaka gemacht hat. Es ist nicht allzu lange her, da waren sie in der zweiten türkischen Liga. Jetzt spielen sie in der Euroleague. Das hängt stark mit dem Geld zusammen. Darüber spricht man nicht gern, aber es stimmt eben. Mit dem nötigen Geld kann man sich die großen Spieler leisten. Aber die Marke Bayern spricht für sich selbst. Man will in eine Stadt wie München und für einen Verein wie den FC Bayern spielen, eine Weltmarke. Aber Geld wird im Sport immer eine große Rolle spielen.

Sie sind 28, in Ihrer Blütezeit, haben nur für ein Jahr unterschrieben.

Ja, ich habe für ein Jahr unterschrieben, ich wollte gern für drei Jahre unterschreiben. Ich habe Marko gesagt: Hey, gib mir drei Jahre Vertrag. (Anm. d. Red.: Marko Pesic hat kurz zuvor die Halle betreten und hört jetzt mit.)

Kein Witz?

Ich will meine Karriere hier beenden, aber Marko wollte mich nicht. Vielleicht können wir noch mal reden, wenn ich am Sonntag gut gespielt habe. (Schaut lachend in Richtung Marko Pesic.) (Anm. d. Red.: Gemeint ist das Spiel gegen Bamberg, das Bayern mit 67:59 gewinnt. Redding macht 8 Punkte und gibt 4 Assists in 23 Minuten Spielzeit.)

Aber noch mal ernsthaft: Wenn ich Sie richtig verstehe, bleiben Sie mindestens noch ein weiteres Jahr.

Ich hätte nichts dagegen. Ich mag München und ich mag, was sie hier aufbauen. Es gibt nicht so viele Orte, wo du auf und neben dem Platz glücklich sein kannst. Ich fühle mich in Deutschland wohl und mit so einer Mannschaft, wenn alles seinen richtigen Gang geht … schließe ich das sicher nicht aus.

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