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BIG - Basketball in Deutschland
„Ich wusste, dass ich nicht gedopt hatte” – Gießens Marco Völler im BIG-Interview Florian Achberger

„Ich wusste, dass ich nicht gedopt hatte” – Gießens Marco Völler im BIG-Interview

— Jan Finken

Marco Völler hat eine solide erste BBL-Saison absolviert. Unter dem neuen Trainer Ingo Freyer soll der Forward der GIESSEN 46ers auch offensiv stärker in Erscheinung treten. Negative Schlagzeilen ließen den Sohn von Fußball-Weltmeister Rudi Völler Ende vergangener Saison unfreiwillig ins Rampenlicht rutschen.

Marco, du hast vergangene Saison mit den GIESSEN 46ers dein erstes Jahr in der BBL absolviert. Wie fällt dein persönliches Fazit aus?

Ich bin nicht hundertprozentig zufrieden, aber das bin ich eigentlich nie. (lacht) Ich bin sehr selbstkritisch und denke eigentlich immer, dass ich noch mehr aus mir hätte herausholen können. Was den Mannschaftserfolg angeht, können wir, so glaube ich, ganz zufrieden sein.

Du hast 32 Spiele absolviert, warst 15-mal Starter und hast im Schnitt knapp 15 Minuten pro Partie gespielt, wobei 3,7 Punkte und 1,7 Rebounds heraussprangen. Für einen Liga-Rookie doch gar nicht schlecht, oder?

Dafür, dass es meine erste Saison in der BBL war, ist es in der Tat ganz passabel gelaufen. Ich hatte das Glück, mit Denis (Wucherer, Anm. d. Red.) einen Coach zu haben, der mir viele Minuten und immer eine faire Chance gegeben hat. Die habe ich mal mehr, mal weniger gut genutzt. Ich weiß nicht, ob ich bei einem anderen Coach als Liga-Frischling auf Anhieb so viele Minuten bekommen hätte.

Auf Denis Wucherer folgt nun Ingo Freyer, der viele Jahre in Hagen tätig war. Habt ihr euch schon ausgetauscht?

Ja, Ingo hat sich gemeldet, als feststand, dass er neuer Trainer in Gießen wird. Damals aber nur kurz, wir waren ja mitten in der Saison und hatten noch die Chance, die Playoffs zu erreichen. Nach der Saison haben wir uns dann ausführlicher unterhalten. Er hat mir erklärt, wie er spielen lassen möchte und was er von mir erwartet.

Und, was erwartet er in der kommenden Saison von dir?

Ich hatte den Eindruck, dass er mit dem, was er vergangene Saison von mir in Sachen Defensive gesehen hat, ganz zufrieden war. Ich soll in dieser Hinsicht genauso weitermachen, er hat mir aber auch zu verstehen gegeben, dass ich offensiv mehr Würfe nehmen soll, ich hätte einen guten Wurf. Ich denke, er ist generell ein Coach, der seinen Spielern viel Selbstvertrauen vermitteln will und das auch schafft.

Gießen hat zum jetzigen Zeitpunkt bereits sieben Spieler unter Vertrag, darunter fünf Neuverpflichtungen. Was ist dein bisheriger Eindruck vom neuen Team?

Mahir Agva und Mauricio Marin kennt man aus der Bundesliga, und was noch wichtiger ist: Sie kennen die Liga schon. Junge Deutsche, die uns sicher viel Spaß machen werden. Zu den drei anderen neuen Jungs, Austin Hollins, Darwin Davis und Jamar Abrams, kann ich noch nicht so viel sagen. Als bekannt wurde, dass sie von den 46ers verpflichtet worden sind, habe ich sie mal gegoogelt und mal ihre Highlight-Tapes angeschaut. Aber wie der Name schon sagt, es sind Highlight-Tapes, deswegen wird es spannend sein, sie im Training erstmals kennenzulernen.

Ich könnte mir natürlich schönere Überschriften vorstellen, aber mir ist auch klar, dass aus dem Bekanntheitsgrad meines Vaters und solch einem Vorfall Storys gemacht werden.

Marco Völler

In deinem Fall könnte das länger dauern als bei deinen Teamkameraden: Du bist aufgrund eines Doping-Vergehens bis zum 31. August gesperrt.

Ja, und das bedeutet, dass ich den Trainingsauftakt bei den 46ers auf jeden Fall verpassen werde.

Du darfst bis Ende August also nicht am Teamtraining teilnehmen?

So ist es. Ich werde mich noch erkundigen, inwieweit ich in der Halle sein oder an Besprechungen teilnehmen darf, um nicht gegen eventuelle Verbote zu verstoßen.

Am 21. Mai wurde publik, dass du positiv auf leistungsfördernde Substanzen getestet wurdest, und zwar schon im Februar, nach dem Auswärtsspiel der 46ers in Ludwigsburg. Wie und wann hast du von der Sache erfahren?

Vier oder fünf Wochen später habe ich eine E-Mail vom DBB bekommen, in der mir der Sachverhalt geschildert wurde. Ich war vollkommen überrascht und konnte mir das Ganze nicht erklären, schließlich wusste ich, dass ich nicht gedopt hatte.

Auslöser des positiven Befunds waren, wie sich herausstellte, verunreinigte Nahrungsergänzungsmittel.

Es muss sich dabei um Elektrolyt-Drinks gehandelt haben, die wir wie immer vom Klub zur Verfügung gestellt bekommen haben. Neben mir war ja auch Cameron Wells betroffen. Ich kann es mir nur so erklären, dass beim Abfüllen der Getränke beim Hersteller etwas schiefgelaufen sein muss.

So hat es auch die Anti-Doping-Kommission eingeordnet, die mit der Sperre ein sehr mildes Urteil gefällt hat. Wie hat dein Umfeld auf diesen Vorfall reagiert?

Als ich den Bescheid bekommen habe, habe ich als Erstes den Verein informiert und das weitere Vorgehen besprochen. Mich haben nach der Veröffentlichung viele Leute angerufen oder angeschrieben; jeder wollte wissen, was da passiert ist. Es war vielleicht nicht höflich von mir, aber ich habe in dieser Zeit nicht jeden Anruf und jede Nachricht beantwortet, es wurde dann doch etwas viel. Ich werde in Zukunft keine Nahrungsergänzungsmittel mehr zu mir nehmen, so viel steht fest.

Der Vorfall hat in Verbindung mit deinem prominenten Nachnamen ein großes Echo in den Medien erzeugt. „Doping-Hammer“, oder: „Sohn von Weltmeister Völler positiv getestet“, war zu lesen. Haben dich diese Schlagzeilen belastet?

Ich könnte mir natürlich schönere Überschriften vorstellen, aber mir ist auch klar, dass aus dem Bekanntheitsgrad meines Vaters und solch einem Vorfall Storys gemacht werden. Dass dann erst im dritten Absatz des Artikels steht, dass der positive Befund aus verunreinigten Ergänzungsmitteln entstanden ist und ich überhaupt nichts dafür kann, ist dann leider so. Die Medien leben ja auch von solchen Schlagzeilen. Viel bitterer ist für mich, dass ich dadurch jetzt den Trainingsauftakt bei den 46ers verpassen werde. Wir haben einen neuen Trainer, ein neues Team – da ist es schade, dass ich in den ersten Wochen nicht aktiv dabei sein werde.

Wie lautet dein Plan für die kommenden Wochen?

Ich werde mich wie immer individuell fit halten – jetzt halt nur über einen längeren Zeitraum. Was das Athletische und das Konditionelle angeht, mache ich mir keine großen Sorgen. Ich habe in der Offseason schon immer darauf geachtet, dass ich mein individuelles Vorbereitungsprogramm durchziehe. Wenn ich wieder ins Teamtraining einsteigen darf, werde ich in dieser Hinsicht jedenfalls keinen Rückstand haben.

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