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BIG - Basketball in Deutschland
Florian Achberger

"Das war ein Schub für mein Selbstbewusstsein" – Göttingens Nationalspieler Dominic Lockhart

— Jan Finken

Nach vier fruchtlosen Jahren in Oldenburg schafft Dominic Lockhart in Göttingen seinen Durchbruch. Stammspieler, Nationalspieler, ALLSTAR - der 23-Jährige fährt diese Saison auf der Überholspur. Was ihn von NBA-Star Dennis Schröder unterscheidet und was er bei der Nationalmannschaft gelernt hat, verrät der Guard im BIG-Interview.

Dominic, in den vergangenen Wochen ist dir der Sprung in die Starting Five in Göttingen gelungen, du hast deine ersten beiden Länderspiele für die A1-Nationalmannschaft absolviert und bist schließlich noch für das ALLSTAR Game, das in deiner neuen sportlichen Heimat stattfinden wird, nominiert worden. Fühlt sich das alles für dich im Moment wie ein schöner Traum an?

Es ist in der Tat eine aufregende Zeit für mich, aber die würde ich nicht als Traum bezeichnen. Ein Traum hat immer etwas Unwirkliches, aber ich habe für das, was ich jetzt erreicht habe, hart gearbeitet, und das nicht erst seit dieser Saison. Insofern freue ich mich, dass sich das ganze Training der vergangenen Jahre jetzt auszahlt und meine Leistungen auch von anderen anerkannt werden.

Vergangenes Jahr maximal Rollenspieler in Oldenburg, heute Leistungsträger in Göttingen: Wie ist dir dieser Schritt so schnell gelungen?

Zunächst einmal kann man beide Klubs nur schwer miteinander vergleichen. Oldenburg hat jede Saison den Anspruch, die Playoffs zu erreichen und international zu spielen. Ich hatte dort meine festgelegte Rolle, und über diese wäre ich wohl auch in Zukunft nicht hinausgekommen. Von daher kam die Überlegung, in einer anderen Mannschaft eine neue Rolle zu finden. Göttingen und Coach Johan Roijakkers haben mir diese Chance geboten.

Es wird gesagt, dass du zu bescheiden, zu ruhig, zu zurückhaltend seist. Siehst du das ähnlich?

Von meinem Charakter her bin ich eben eher der ruhige Typ und nicht so extrovertiert. Ich glaube auch nicht, dass man seinen Charakter ändern kann oder sollte. Auf dem Feld bin ich schon lauter als abseits das Parketts, daran habe ich in den vergangenen Jahren auch gearbeitet. Ich werde aber sicherlich niemals so sein wie ein Dennis Schröder. (lacht)

Ich bin eher Kopf- als Bauchmensch, und das ist in manchen Situationen sicher eher hinderlich.

Dominic Lockhart

Haben es Typen wie Dennis Schröder auf dem Spielfeld einfacher?

Ich glaube schon. Sie denken vor einem Wurf weniger nach und machen sich nicht allzu viele Gedanken, was schiefgehen könnte. Ich bin eher Kopf- als Bauchmensch, und das ist in manchen Situationen sicher eher hinderlich. Ich brauche Erfolge, um mein Selbstbewusstsein zu steigern.

Von denen hattest du in den vergangenen Wochen einige. Bei den WM-Qualifikationsspielen gegen Georgien und Österreich hattest du deine ersten Einsätze für die A1-Nationalmannschaft. Wie hast du von deiner Nominierung erfahren?

Bundestrainer Henrik Rödl war bei unserem Spiel gegen ALBA BERLIN in der Halle und hat mir gesagt, dass in den nächsten Tagen eine Mail mit der Einladung zum Lehrgang kommen würde. Zu diesem Zeitpunkt umfasste der Kader noch 19 Spieler, aber nachdem klar war, dass einige Stammspieler für die Nationalmannschaft keine Freigabe erhalten würden, hatte ich schon die Hoffnung, zum finalen Kader zu gehören.

Gegen Georgien durftest du dann schon Ende des ersten Viertels ran. Warst du aufgeregt?

Klar! Ich hatte zwar schon für Junioren-Nationalmannschaften und die A2 gespielt, aber die A1-Auswahl ist noch einmal etwas ganz Besonderes. Mein Vorteil war, dass ich die Hälfte des Teams schon aus gemeinsamen A2-Zeiten gut kannte, das hat mir den Einstieg erleichtert. Außerdem haben die erfahrenen Spieler wie Robin Benzing und Basti Doreth viel dafür getan, dass sich die Neulinge gut aufgenommen fühlen.

Konntest du aus der kurzen Zeit mit der Nationalmannschaft etwas mit nach Göttingen nehmen?

Vor allem einen kräftigen Schub für das eigene Selbstbewusstsein. Mir haben die Tage mit der Nationalmannschaft einen echten Push für meinen Job in Göttingen gegeben.

Florian Achberger

Das heißt, du bemerkst selbst einen Unterschied in deinem Spiel im Vergleich zu vorher?

Auf jeden Fall. Besonders deutlich wird mir das immer beim Videostudium unserer vergangenen Spiele. Meine Körpersprache ist eine andere und ich nehme Würfe, die ich vorher nicht genommen, sondern wo ich eher weitergepasst hätte.

Du hast in Göttingen einen Vertrag über ein Jahr unterschrieben. Hast du dich bewusst für eine kurze Laufzeit entschieden?

Ich glaube, dass das für beide Seiten, wenn man neu zusammenarbeitet, nur fair ist. Der Verein kann schauen, ob der Spieler zum Team passt, und umgekehrt. Ein Einjahresvertrag schließt ja nicht aus, dass man danach bleiben möchte. Ich persönlich bin sehr zufrieden und hoffe ganz einfach, dass wir eine erfolgreiche Saison spielen werden. Was danach kommt, darüber mache ich mir jetzt noch keine Gedanken

Das komplette Interview mit Dominic Lockhart gibt es in der neuen BIG, die ab sofort im Handel erhältlich ist! Abonnenten haben sie bereits eine Woche früher im Briefkasten! Außerdem gibt es im Heft noch folgende Themen:

Inhalt der Ausgabe:

Das geheime Treffender BBL-Bosse: Vertreter aller Klubs sprachen in Frankfurt über die Zukunft der Liga. Was besprochen wurde und was die 18 Geschäftsführer zur Situation sagen.

Dorell Wright: 549 NBA-Spiele – wie der erfahrene 
Forward Meister Bamberg hilft.

Joshiko Saibou: Der Guard über seinen langen Weg zurück 
zu ALBA BERLIN.

Maik Zirbes: Der Bayern-Center erklärt seine
Anpassungsprobleme in der BBL.

medi bayreuth: Wie Raoul Korner und Philipp Galewski den Klub in der Erfolgsspur halten wollen.

David Krämer: Der Youngster hat große Ziele, doch derzeit kämpft er in Ulm um BBL-Minuten.

Oldenburgs Zukunft: Was die EWE Baskets mit dem neuen 
Trainingszentrum und Campus planen.

ALLSTAR Game: Die deutschen Stars, Legenden und alle Infos zum Spiel der Besten.

Dominic Lockhart: Nach seinem Wechsel von Oldenburg nach Göttingen startet der Guard durch.

Mathias Fischer: Wie der neue Trainer der WALTER Tigers Tübingen den Klub vor dem Abstieg retten will.

Marco Völler: Warum Gießen den Publikumsliebling zum Rivalen nach Frankfurt ziehen ließ.

Isaiah Hartenstein: Das Forward-Talent spricht im Interview über die Nationalmannschaft und den NBA-Traum.

Maxi Kleber: Starter in Dallas – warum der Forward die Umstellung auf die NBA so schnell packte.

Crailsheim Merlins: ProA: Der Klub hat aus Fehlern gelernt 
und peilt wieder die BBL an.

Dragons Rhöndorf: ProB: Die neuen Ziele mit Kooperationspartner Telekom Baskets Bonn.

Amanda Davidson: Die einzige Trainerin der DBBL über Chemnitz und ihre männlichen Kollegen.

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