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BIG - Basketball in Deutschland
 „Niemand spielt egoistisch bei uns“ – Berlins Aufbau Peyton Siva über Coach Aito fotoduda.de

 „Niemand spielt egoistisch bei uns“ – Berlins Aufbau Peyton Siva über Coach Aito

— Frank Weiss

Peyton Siva hat unter Headcoach Aito einen weiteren Schritt nach vorn gemacht. Der explosive Aufbau ist einer der Schlüsselspieler im Spiel von ALBA BERLIN. Vor dem Rückspiel gegen München sprach er über eine mögliche Finalserie gegen Bayern, Kumpel Jared Cunningham und Aitos Trainingsweise.

Peyton, die Hauptrunde geht in die entscheidende Phase, aber viele sprechen schon von einem möglichen Finale ALBA BERLIN gegen Bayern München. Siehst du euch auch als stärksten Rivalen des Tabellenführers?

Nein, derzeit fokussieren wir uns nur auf das nächste Spiel. Es sind noch einige Partien zu absolvieren und wir wollen die Hauptrunde gut beenden. Wenn es am Ende dazu kommt, ist es schön. Doch es gibt noch einige andere Teams, die in der Lage sind, ins Finale zu kommen. Sobald die Playoffs beginnen, ist viel möglich. Für uns ist es jetzt wichtig, uns einen Platz unter den ersten vier zu sichern.

Was macht die Bayern stark?

Sie sind gut eingestellt. Sie erkennen und bestrafen die Fehler des Gegners. Wenn man gegen sie den Ball verliert, scoren sie sofort im Fast Break. Sie sind ein sehr ausgeglichenes Team. Natürlich spielen Jared Cunningham und Devin Booker eine starke Saison für sie, doch insgesamt sind sie gleichmäßig besetzt.

Ist Cunningham dennoch einer der Schlüssel in ihrem Spiel? Im Pokalfinale hat er gegen ALBA 28 Punkte gemacht.

Er ist einfach ein sehr guter Spieler, den man in seiner Wirkung definitiv einschränken muss, besonders auch im Fast Break. Doch es wäre ein Fehler, sich nur auf ihn zu konzentrieren, dann hat jemand anderes ein großes Spiel.

Du kennst Jared Cunningham noch vom College als Gegner?

Nein, ich kenne ihn seit der Highschool. Da haben wir gegeneinander gespielt. Seitdem sind wir in Kontakt und befreundet.

Hast du mit ihm über die Rivalität zwischen ALBA und den Bayern schon gesprochen?

Nein. Ehrlich gesagt, weiß ich über die Hintergründe und die Tiefe der Rivalität nicht allzu viel. Ich weiß nur, dass es für die Fans immer ein großes Spiel ist. Ich bin mir sicher, dass auch er nicht so viel über die Gründe für die Rivalität weiß. Für uns ist es einfach ein Spiel, das wir versuchen zu gewinnen.

Ist die Niederlage im Pokalfinale eine Motivation, es in einer möglichen Meisterschaftsserie besser zu machen und die Bayern zu schlagen?

Es ist auf jeden Fall eine Motivation, weiter zu versuchen, viele Spiele zu gewinnen, am besten bis ganz zum Ende. Wer weiß, wer am Ende im Finale steht? Vergangene Saison hat wohl jeder mit Ulm gegen Bamberg oder mit Bayern gegen Bamberg gerechnet. So kam es dann aber nicht. Man muss Schritt für Schritt gehen.

Die Überraschung in der vergangenen Saison war die Finalteilnahme von Oldenburg. Welche Teams siehst du noch als stark an?

Da gibt es einige. München ist drei, vier Siege vor uns. Ludwigsburg dicht hinter uns und Bayreuth nur einen oder zwei Siege dahinter. Nach dem vierten Platz trennt die Teams meist nur ein Sieg. Daher wird es im Rennen um die Playoffplätze eine heiße Schlussphase geben. Ich mag aber Bayreuth sehr, auch wenn wir sie zuletzt zweimal geschlagen haben. Im ersten Spiel haben sie uns besiegt. Sie sind ein toughes Team, mit sehr guten Werfern. Auch Ludwigsburg ist schwer zu spielen, besonders in einer Serie. Man muss in den Playoffs aber jedes Team respektieren.

Erwartest du, dass Bamberg noch kommt?

Ja, sie sind ein sehr gutes Team, bei dem es nur Klick machen muss. Sie hatten Verletzungsprobleme und jetzt einen Trainerwechsel. Und natürlich war es aufgrund der vielen prominenten Abgänge nach der vergangenen Saison nicht einfach, ein fast komplett neues Team aufzubauen. Es ist schwer, schnell wieder eine Teamchemie zu entwickeln. Doch sie werden noch kommen.

Wenn es schlecht läuft, könnte Bamberg gleich in der ersten Playoffrunde warten.

Das spielt keine Rolle. In den Playoffs kann jeder jeden schlagen.

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Für dich läuft es sehr gut. Du erzielst im Schnitt 13,4 Punkte, vier mehr als in der vergangenen Saison. Das System von Coach Aito scheint dir zu liegen.

Ja, ich spiele sehr gern unter ihm. Er gibt mir viele Freiheiten und Selbstbewusstsein. Ich mag auch unser Team. Niemand spielt egoistisch, jeder ist für den anderen da. Es ist einfach ein großer Unterschied, wenn das Basketballspielen mit den Jungs so einen Spaß macht. Ich mochte auch unser Team im Vorjahr und hätte uns mehr zugetraut. Leider hat das nicht geklappt. Doch diese Saison spielen wir mit viel Selbstbewusstsein. Dazu bin ich bisher die meiste Zeit gesund, was für mich auch eine große Rolle spielt.

Was genau macht Aitos System für dein Spiel aus?

Unter ihm ist es sehr entspannt. Wir haben nicht viele Plays. Wir haben in den verschiedenen Situationen viele Optionen. Er will, dass wir einfach Basketball spielen. Wir sollen das Spiel studieren, lesen. Das hilft mir und auch dem Team sehr. Das entwickeln wir im Laufe der Saison immer weiter. Wir treffen bessere Entscheidungen. Er lehrt uns den freien Basketball, mit einem Flow. Wenn die Defense so spielt, dann macht diesen Cut oder diese Umstellung. Das ist ein Schlüssel für unser Spiel und jeder fühlt sich damit auch immer wohler. Wir können auch außerhalb unserer Positionen spielen. Manchmal lässt er im Training alle Guards aufposten und die Bigs müssen werfen. Es gibt keine engen Rollen.

Ist die Meisterschaft dein Ziel?

Natürlich. Das war auch schon zu Beginn der Saison mein Ziel. Dafür spielt man, um Titel zu gewinnen. Es sollte auch das Ziel des Klubs sein, jedes Jahr Meister zu werden.

Und du glaubst, ihr könnt das schaffen?

Auch wenn wir in der Tabelle abgeschlagen wären, würde ich noch daran glauben.

ALBA spielt eine starke Saison, doch was macht dich so optimistisch?

Das ist einfach meine Einstellung, schon von klein auf. Ich gehe in jedes Spiel, um zu gewinnen. Natürlich muss man demütig sein und um seine Situation wissen. Doch es geht immer um alles oder nichts. Man kann nicht mit der Einstellung in ein Spiel oder in eine Saison gehen: Wir werden verlieren. Mit dem Halbfinale könnte man nicht zufrieden sein. Das wäre nicht genug.

Inhalt der Ausgabe:

BIG Ranking. Deutschlands beste Guards und Small Forwards. Stärken, Schwächen, Stats und Prognosen

Stefan Holz. Der Geschäftsführer der BBL spricht im großen BIG-Interview über die Lage der Liga, das Ziel 2020, den Vergleich mit anderen Sportarten und neue Visionen

Dirk Bauermann. Knall in Würzburg: Der erfahrene Coach geht am Saisonende. Wer sein Nachfolger werden könnte

Stefan Jovic. Der Favorit: Der Point Guard der Bayern entwickelt sich nach Verletzung zum Anführer

Jared Cunningham. Der Favorit: Der athletische Guard könnte der X-Faktor der Münchner im Titelkampf sein

Peyton Siva. Der Verfolger: ALBAs Aufbau spricht über ein mögliches Finalduell mit dem FC Bayern

Thomas Walkup. Die Überraschung: Der Allrounder will mit Ludwigsburg das Double gewinnen

Andreas Seiferth. Die Jäger: Der Center über die Ziele von Bayreuth und harte Kritik von Trainer Korner

Luca Banchi. Der Gigant aus der Tiefe: Bambergs neuer Trainer spricht im Interview über eine mögliche Aufholjagd des Meisters

Die Außenseiter. Welche Chancen haben Oldenburg, Frankfurt, Bonn und Ulm im Playoffrennen?

Benjamin Lischka. Der Forward spricht im Interview über Gießens starke Saison und die Playoffchancen

BG Göttingen. Zehn Gründe, warum die BBL die vom Abstieg bedrohten Veilchen braucht

Sebastian Schmidt. Braunschweigs Geschäftsführer über die Chancen des Einstiegs von NBA-Star Dennis Schröder

Studie über BBL-Profis. Teil drei der brisanten Untersuchung der Ex-Profis Johannes Herber und Sascha Leutloff: Die Rolle der Agenten

Unsere Stars in der NBA. Wie es für die deutschen Profis in der entscheidenden Saisonphase lief

Das Aufstiegsrennen. ProA: RASTA Vechta und die Crailsheim Merlins stürmen zurück in die BBL. Was kann Trier ausrichten?

Calvin Oldham jr. ProB: Sein berühmter Vater war in Leverkusen einst Trainer. Nun spielt der Sohn für den Klub

Lindsay Sherbert. Die US-Amerikanerin von Bad Aibling über ihre ungewöhnliche Doppelfunktion: Spielerin und Geschäftsführerin der DBA

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