FB Twitter Instagram YouTube Google+
Gesichter der easyCredit BBL
Fotoduda

"In Bonn ist Karneval ein Lebensgefühl“ - Ludwigsburgs Florian Koch über seine Heimatstadt

— Jörg Bähren

Nach zwölf Jahren im Bonner Trikot trennten sich im vergangenen Sommer die Wege derTelekom Baskets Bonn und Florian Koch. Der 25-Jährige spricht vor seiner Rückkehr auf den Hardtberg über seine Rolle in Ludwigsburg, den blühenden Barock und natürlich das anstehende Karnevalsspiel.

Die wichtigste Frage zuerst: Wie hast du deine neuen Mannschaftskameraden auf das anstehende Karnevalsspiel vorbereitet?

Florian Koch: „Wir haben sogar schon relativ früh in der Saison einmal darüber gesprochen. David (McCray, Anm. der Red.) ist die große Sause ja auch bekannt, und das hat er irgendwann eher zufällig angeschnitten, als wir uns im Team über die Liga unterhalten haben. Was mir bleibt, ist, die Jungs auf eine bis unter die Decke ausverkaufte Halle und eine abnormale Stimmung vorzubereiten. Da kannst du bloß hoffen, dass niemand zu große Augen macht, wenn er in den Telekom Dome einläuft.“ (lacht)

Was kann abgesehen des aus Bonner Sicht immer noch ungewohnten Ludwigsburger Trikots an der Kostüm-Front von dir erwartet werden?

„Das hängt ganz schwer davon ab, wie unser Trainingsplan rund um Karneval aussieht. Sollten wir zwischendurch Zeit haben, werde ich mein Kostüm aus dem Vorjahr aus dem Schrank holen, bei dem mich ein Frosch auf seinen Schultern trägt. Meine Freundin Tine geht während der Session als Herzogin von Ludwigsburg im stilechten Barockkleid.“

Merkt ihr im Süden einen Unterschied zum rheinischen Karneval?

(lacht) „Hier gibt es keinen klassischen Karneval wie in Bonn und der Region, sondern das böse Wort mit ´F´. Ganz ehrlich: Das ist in Ludwigsburg tatsächlich eine ganz andere Nummer, die Session findet zwischen dem 11.11. und jetzt eigentlich kaum statt. Es gibt zwar kleine Umzüge, aber die großen Sitzungen wirst du hier nicht finden. Dafür steigt in der MHP Arena eine große Faschingsfete, wenn wir in Bonn spielen.“

Hansjürgen Britsch

Ist die Auslebung der fünften Jahreszeit der größte Unterschied zwischen Bonn und Ludwigsburg, den du seit dem Umzug im Sommer feststellen konntest?

„Wenn du mit Karneval und den damit verbundenen Traditionen aufgewachsen bist, fehlt es dir natürlich schon ein bisschen, sobald es nicht mehr so präsent ist. Wir waren in den vergangenen Jahren auf einigen tollen Sitzungen, beispielsweise bei den Stadtsoldaten. Da spürst du sehr deutlich, dass das Ganze In Bonn ein echtes Lebensgefühl ist. Ludwigsburg hat andere Dinge zu bieten, die mir vorher so nicht bewusst waren und die ich bereits zu schätzen gelernt habe. Es gibt viele kleinere Feste, den blühenden Barock und eine unter anderem durch die Filmakademie stark geprägte Kleinkunst-Szene – das füllt den Kalender auch ums Training und die Spiele herum ordentlich aus.“

…womit du das Thema Basketball anschneidest. Bis du bei den RIESEN glücklich?

„Absolut. Ich habe es schon letzten Sommer gesagt, und stehe auch heute noch dazu: Es war eine sehr schwierige, aber die richtige Entscheidung. Raus aus der Komfort Zone, unter einem neuen Trainer arbeiten, neuen Input verarbeiten zu müssen. Das alles hat mir dabei geholfen einen enorm großen Schritt nach vorn zu machen. Hier bin ich gezwungen, Neues aufzunehmen und daraus das Beste zu machen – eine spannende Herausforderung. Davon abgesehen macht es natürlich Spaß in einer Mannschaft zu stehen, die erfolgreich spielt.“

Es wird immer viel über das System unter Coach John Patrick philosophiert. Jetzt, da du Teil dieses Konstruktes bist: Was macht es so besonders?

„Das fängt bei der Kaderzusammenstellung an. Er möchte ein schnelles, variables Spiel aufziehen, das sich zuallererst über die Verteidigung definiert. In der Defense wird viel übers ganze Feld Druck gemacht, manchmal auch nur ab der Mittellinie angepresst, aber auf jeden Fall immer viel geswitcht. Das macht es dem Gegner ziemlich schwer, irgendwelche Mismatches auszunutzen, wenn bei uns jeder Spieler auf dem Feld mehrere Positionen verteidigen kann.“

Wie sieht bei alledem deine Rolle aus?

„Ich mache in Ludwigsburg das und profitiere von dem, was ich in Bonn gelernt habe. Dabei bin ich unter John Patrick deutlich öfter als Power Forward unterwegs, wenn wir eine kleine und in sich sehr flexible Lineup auf dem Parkett haben. Coach hat viel Zeit in mich investiert, was ich selbstverständlich im Sinne des Teams zurückgeben will. Ich kann und soll mit meinem Wurf das Feld weit machen, um die Verteidigung vor schwere Entscheidungen zu stellen und sie in Bewegung zu bringen.“

Dieses Interview erschien im Vorfeld der Partie Bonn gegen Ludwigsburg auf der Homepage der Telekom Baskets Bonn.

  • Tags:
easyCredit BARMER Telekom Spalding Ranko Simba Dickie Group Kinder plus Sport