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„Braveheart“ ist Bowlers Favorit

„Braveheart“ ist Bowlers Favorit

John Bowler geht in der Saison 2011/2012 in sein sechstes Jahr in der Beko Basketball Bundesliga (Beko BBL). Nach vier Jahren in Bonn hat der sympathische US-Amerikaner seine Zelte mittlerweile in Ludwigsburg aufgeschlagen, um in seiner zweiten Spielzeit mit den ...
1314349410/img_bowler_01.jpg... „Gelben Riesen“ endlich wieder die Playoffs zu erreichen. Neben der sportlichen Herausforderung mit den Barockstädtern stehen für Filmfan Bowler in den nächsten Monaten aber auch noch ganz andere Aufgaben auf dem Plan. Im November wird der 27-Jährige zum ersten Mal Vater.

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Umzug und Vaterfreuden

John Bowler ist zurück in Ludwigsburg! Nach dem Antrittsbesuch auf der Geschäftsstelle ging es für Bowler am vergangenen Dienstag jedoch nicht wieder in seine letztjährige Wohnung in der Ludwigsburger Innenstadt. Für den US-Amerikaner stand stattdessen der Umzug in die neue Wohnung an der Rundsporthalle auf dem Plan. „Die alte Wohnung war super, allerdings war sie im Obergeschoss eines Hauses ohne Aufzug. Da meine Frau unser erstes Kind erwartet, mussten wir umziehen“, erklärt er den Grund für die Veränderung. Biz Bowler ist bereits im sechsten Monat schwanger, im November kommt das Kind, ein Mädchen, zur Welt. „Ich bin schon sehr aufgeregt. Das Baby wird vieles verändern, aber der Zeitpunkt ist genau richtig. Wir fühlen uns bereit für unser erstes Kind“, so der seit vier Jahren verheiratete Bowler.

Aufgewachsen mit Basketball, Football und Baseball

Die Ankunft des neuen Familienmitglieds weckt bei dem in Park Ridge, Illinois, geborenen Basketballprofi auch Erinnerungen an die eigene Kindheit. „Ich hatte eine tolle Zeit. Wir hatten zwar nicht alles, aber meine Eltern haben immer sehr hart gearbeitet, um genug auf die Seite zu legen, damit sie uns das College ermöglichen konnten. Sie haben dabei selbst auf sehr viel verzichtet und teilweise zusätzliche Jobs angenommen. Dafür werde ich ihnen auf ewig dankbar sein“, so der mit drei großen Brüdern aufgewachsene Bowler.

Während zwei von ihnen später zur US-Army (Marines) gingen, war der „Little John“ schon immer auf diversen Sportplätzen zu finden. „Wie die meisten amerikanischen Jugendlichen bin ich mit den drei großen Sportarten Basketball, Football und Baseball aufgewachsen. Ich war in allem ziemlich gut, habe mich in der Highschool dann aber letztlich gegen Football entschieden.“ Da Bowler schon als Kind großer Fans des ortsansässigen Highschool-Basketballteams war und die Chicago Bulls ein paar Kilometer weiter regelmäßig die Basketballwelt begeisterten, gab Bowler zum Ende seiner Zeit als Teenager auch das Baseballspielen auf und konzentrierte sich fortan nur noch auf das orangene Leder.

1314349448/img_Bowler2.jpg„Für mich ging es immer nur darum, so viele Spiele wie möglich zu gewinnen“

Als große Hilfe bei dieser Entscheidung erwies sich sein damaliger Highschool-Trainer. „Er hat mich in vielen Dingen sehr positiv beeinflusst und mir bei wichtigen Entscheidungen unheimlich geholfen. Vor allem aber hat er mir geholfen, der Mensch zu werden, der ich heute bin.“ Letztlich fiel die Wahl des Colleges auf die Eastern Michigan University, und auch hier wurde sein Coach zu seinem Mentor. „Während ich mich an der Highschool vor allem als Persönlichkeit weiterentwickelt hatte, wurde ich nun als Spieler auf das nächste Level gehoben. Mein Trainer hatte eine unglaubliche Leidenschaft für Basketball und hat mich damit immer wieder gepusht. Ich hatte eine tolle Zeit in Michigan.“

Da Bowler sich auf dem College stetig verbesserte und sein Vater schon immer von einer Profikarriere für seinen Sohn gesprochen hatte, fing der bullige Center auch so langsam an, sich mit dem Gedanken, eventuell in Europa zu spielen, zu befassen. „Ich habe ehrlich gesagt nie darüber nachgedacht, einmal Profi zu werden. Für mich ging es immer nur darum, so viele Spiele wie möglich zu gewinnen, Meisterschaften zu holen und besser zu werden. Erst als ich in der Division 1 angekommen war und diese Möglichkeit immer näher gerückt ist, wurde mir diese Chance überhaupt bewusst.“

Deutsche Wurzeln und warme Getränke

Was folgte, war schließlich der Schritt nach Deutschland, um in Bonn tatsächlich eine Profikarriere zu starten. Und plötzlich war alles neu. „Als ich damals nach Bonn gekommen bin, war ich zum ersten Mal in Europa. Zwar hat meine Großmutter deutsche Wurzeln, aber letztlich wusste ich nicht viel mehr über Deutschland als das, was wir im Geschichtsunterricht in der Schule gelernt hatten. Im Endeffekt war ich aber ganz froh darüber, denn so konnte ich alles auf eigene Faust erkunden und kennenlernen.“ Dabei konnte Bowler auch mit einigen Vorurteilen schnell aufräumen. „Jemand hatte mir damals erzählt, dass in Deutschland Getränke immer warm serviert werden.“

„Wir haben eine Mannschaft mir sehr viel Charakter und Leidenschaft“

Nach einem gelungenen Start und insgesamt vier Jahren in Bonn kam Bowler vergangenen Sommer nach Ludwigsburg, um im Konzept von Headcoach Markus Jochum eine zentrale Rolle einzunehmen. Der Center und die Mannschaft spielten schließlich ihre beste Saison seit Jahren, nach 34 Spieltagen landeten die „Gelben Riesen“ auf dem neunten Platz und verpassten nur haarscharf den Einzug in die Playoffs. Dennoch war Bowler zufrieden mit seinem ersten Jahr in der Barockstadt: „Uns hat am Ende zwar ein Sieg für die Playoffs gefehlt, aber ich denke, wir haben alles in allem eine gute Saison gespielt. Mein persönliches Highlight war das Heimspiel gegen Bremerhaven, das wir unbedingt gewinnen mussten. Wir haben gegeben, was wir konnten, haben gefightet und eines unserer besten Spiele abgeliefert. Ich denke, an diesem Tag haben auch die Fans gesehen, wie sehr wir es wollten – und so war es umso schöner, dass wir einen Sieg feiern durften. Jetzt wurde das Team zum größten Teil zusammengehalten, das heißt, wir können auf den vielen positiven Dingen aufbauen. Wir haben eine Mannschaft mit sehr viel Charakter und Leidenschaft. Daher freue ich mich schon sehr auf mein zweites Jahr hier in Ludwigsburg.“

Ratgeber für Rookie Seth Tarver

Neben den vielen bekannten Gesichtern im EnBW-Team sind mit Mark Dorris, Seth Tarver und Kurt Looby drei neue Spieler zur Ludwigsburger Mannschaft gestoßen – und das zur Freude von Publikumsliebling Bowler. Auf das Zusammenspiel mit Centerkollege Looby freut sich der 27-Jährige besonders: „Ich bin bereits jetzt ein Fan seines Spiels. Er ist ein großartiger Rebounder und Verteidiger. Er ist damit die optimale Ergänzung für unsere lange Garde. Die Fans werden seine Spielweise lieben, und uns als Team gibt er ganz neue Möglichkeiten.“ Um die Neuzugänge schnell in die Mannschaft zu integrieren, versucht Bowler gerade Rookie Seth Tarver in den ersten Wochen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. „Seth ist in der gleichen Situation wie ich damals in Bonn. Er ist das erste Mal in Europa, da will ich ihm natürlich so gut es geht helfen.“

1314349462/img_Bowler.jpg„Wir müssen sofort angreifen“

Die EnBW Ludwigsburg geht mit einem eingespielten Kern und drei gezielten Verstärkungen in die Saison, das Ziel ist dabei klar formuliert: „Wir wollen natürlich in die Playoffs. Ich sehe uns in einer guten Position und hoffe, dass wir von Anfang an unser Potenzial abrufen können. Es darf nicht mehr auf die letzten ein, zwei Spiele ankommen. Wir müssen sofort angreifen. Ich versuche unser Team dabei in die richtige Richtung zu führen und gleichzeitig zu den besten Centern der Liga zu gehören.“

Die Bowlers und ihr Faible für Filme

Bevor es am 3. Oktober jedoch mit dem Heimspiel gegen Gießen in die neue Spielzeit geht, steht für Bowler erst noch die Einrichtung der neuen Wohnung auf dem Plan. Da Ehefrau Biz erst zwei Wochen später nach Deutschland kommen wird, ist das neue Heim der Familie Bowler wenige Tage nach der Rückkehr von „Big John“ noch recht spartanisch eingerichtet. Zwei riesige DVD-Boxen haben aber dennoch bereits den Weg ins Wohnzimmer gefunden. „Meine Frau und ich sind riesige Filmfans. Jeder von uns hat seine eigene DVD-Box mit mehreren hundert Filmen, wir verbringen also viele Abende vor dem Fernseher.“ Johns aktuelle Hitliste lautet „Braveheart“, „Dumm & Dümmer“ und „Casablanca“. „Aber das ändert sich ständig, lediglich Braveheart hält sich ziemlich konstant in dieser Liste.“

Schwäbischer Zwiebelrostbraten steht hoch im Kurs

Abseits des Cineastischen liebt Bowler kulinarische Köstlichkeiten – in der Regel selbst zubereitet. „Wir kochen sehr gerne und hatten im letzten Jahr auch häufig unsere Freunde zu Besuch. An Thanksgiving war das gesamte Team bei uns.“ Die von John besonders geliebte deutsche Küche steht dabei allerdings nicht auf dem Küchenplan, „das können andere besser als wir“. Der Schwäbische Zwiebelrostbraten hat es Bowler dabei besonders angetan, daher konnte er Neuling Tarver auch schnell die erste Angst nehmen. „Ihm wurde erzählt, wie schlecht in Deutschland das Essen sei. Diesbezüglich wird sich Seth ganz schnell vom Gegenteil überzeugen können.“
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