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„Ein Sieg kann etwas bewegen“

„Ein Sieg kann etwas bewegen“

Seit 2007 steht Rickey Paulding im Kader der EWE Baskets Oldenburg. Der Publikumsliebling musste sich im Sommer 2010 von den meisten seiner Mitspieler verabschieden und kämpft mit der neu zusammengestellten Mannschaft aktuell um einen Platz in den Playoffs.
image_1296053363311.jpegIm Interview äußert er sich zur Lage in der Beko BBL, seinen persönlichen Leistungen und wagt einen Ausblick auf das Derby gegen die Artland Dragons (Samstag, 20 Uhr, präsentiert von EWE, live bei Sport1).

Rickey, Du bist einer der wenigen Spieler im Kader, die bereits den ersten großen Umbruch 2007/2008 miterlebt haben. Damals seid ihr auch mit 20:18 Punkten gestartet. Welche Parallelen siehst du in diesem Zusammenhang zur aktuellen Saison?
Rickey Paulding: Es war allen Verantwortlichen vor der Saison klar, dass wir Zeit benötigen werden, um auf dem Parkett perfekt miteinander zu harmonieren. Die Situation war 2007 genau die gleiche, weshalb ich optimistisch bin, dass wir es schaffen werden, die Saison erfolgreich zu beenden. Jeder einzelne von uns arbeitet dafür sehr hart im Training und ich merke, dass wir besser zueinander finden und die Abstimmung immer präziser wird.

In den Folgesaisons wurdet ihr Meister und Hauptrundensieger. Dementsprechend hoch waren die Erwartungen der Fans vor der aktuellen Saison. Allerdings sorgt der momentane Verlauf für ein wenig Unruhe bei den Anhängern, einige stellen die Entwicklung kritisch in Frage.
Rickey Paulding: Nach den vergangenen zwei Spielzeiten, die sicherlich überwiegend hervorragend für uns verlaufen sind, kann ich unsere Fans natürlich verstehen. Ich denke, eine solche Reaktion ist normal. Wenn Du als Team drei Jahre zusammen spielst, läuft vieles von allein. Dennoch will ich noch einmal betonen, dass dieses neue Team harmoniert. Ich fühle mich sehr wohl, wenn ich mit meinen neuen Kollegen auf dem Spielfeld bin. Im Moment quälen wir uns zwar ein wenig durch unsere Spiele, dennoch hoffe ich, dass unsere Fans weiterhin Geduld mit uns haben.

Schauen wir auf den Rückrundenstart, der mit zwei Niederlagen in den Sand gesetzt wurde. Dabei war gegen Frankfurt und Braunschweig auffällig, dass ihr jeweils drei Viertel gewinnen konntet, allerdings ein Viertel hoch verloren habt. Das brachte Euch jeweils um den Sieg. Wie erklärst Du Dir diese Einbrüche?
Rickey Paulding: Basketball ist ein Spiel, das von Läufen der beiden Teams bestimmt wird. Keine Mannschaft kann konstant über 40 Minuten punkten und hervorragend verteidigen. Das ist der Grund, warum auch höhere Läufe zustande kommen können. In den angesprochenen Begegnungen sind wir mental nicht stark genug aus der Halbzeitpause gekommen und wurden von der Intensität der Gegner überlaufen. Diese Situationen müssen wir uns als Beispiel nehmen und selber so auftreten. Bis auf diese fünf bis zehn Minuten war unsere Leistung allerdings ordentlich. Das dürfen wir nicht vergessen.

Kommen wir nun zu Dir persönlich. Es ist mittlerweile Dein viertes Jahr im Oldenburger Trikot. Wie beurteilst Du Deine Entwicklung in den vergangenen Jahren?
Rickey Paulding: Ich bin als Spieler reifer geworden. Als ich nach Oldenburg kam, war ich noch relativ jung und wusste nicht viel über die deutsche Liga und ihre Eigenarten. Jetzt kenne ich die Spielweise und Schiedsrichter besser und kann mich darauf einstellen. Zudem verstehe ich mich sehr gut mit unserem Coach Predrag Krunic und weiß genau, was er von mir erwartet. Persönlich bin ich noch der gleiche wie in meiner ersten Saison. Der größte Unterschied ist wohl, dass ich mich in Oldenburg jetzt sehr gut auskenne.

Schaut man auf die Zahlen, die Du in dieser Saison auflegst, fällt auf, dass sie nicht mehr so gut sind wie in den vorangegangen Spielzeiten. Ist Deine Rolle innerhalb des neuen Teams eine andere oder befindest Du dich eventuell einfach nur in einem Formtief?
Rickey Paulding: Dieser Umstand ist in meinen Augen zwei Punkten geschuldet. Der erste ist natürlich das neue Team. Wir suchen alle noch ein wenig nach unseren Rollen. In den vergangenen Jahren wusste jeder genau, was er tun konnte und sollte. Diese Sicherheit müssen wir uns erst noch erarbeiten. Der zweite Punkt liegt sicherlich auch an den neuen Abmessungen des Spielfeldes. Ich bin mit meiner Leistung in dieser Saison auch noch nicht vollends zufrieden. Ich kann mich noch steigern, und an meinem Selbstbewusstsein liegt es definitiv nicht.

Trotz Deiner schlechteren Stats wurdest Du erneut – bereits zum vierten Mal in Folge – in die Startformation des ALLSTAR-Teams gewählt. Was bedeutet Dir gerade bei einem solch schwierigen Saisonverlauf eine solche Nominierung?
Rickey Paulding: Es ist ein großartiges Gefühl, dass die Fans auch hinter mir stehen, wenn es einmal nicht so gut läuft. Ich möchte mich hiermit herzlich bei allen bedanken, die für mich gestimmt haben. Die Nominierung in diesem Jahr bedeutet mir sehr viel.

Zum Schluss möchten wir gerne einen Blick auf den Rest der Saison werfen. Derzeit steht Ihr auf Tabellenplatz neun, der am Ende der Saison das Aus vor den Playoffs bedeuten würde. Es kommen allerdings noch 15 Hauptrundenspiele auf Euch zu, um dies zu verhindern. Habt Ihr Euch konkrete Ziele gesetzt?
Rickey Paulding: Nein, solche Ziele setzen wir uns nicht. Wir setzen uns nicht hin und nehmen uns beispielsweise vor, von den nächsten fünf Begegnungen vier zu gewinnen oder so etwas in der Art. Wir müssen im Moment einfach von Spiel zu Spiel denken und uns voll und ganz auf den jeweils nächsten Gegner konzentrieren. Den Anfang macht das Spiel gegen die Artland Dragons Quakenbrück. Diese Begegnung hat es in sich. Nicht nur, dass Quakenbrück weiter oben in der Tabelle steht, sondern auch der Umstand, dass es ein emotionales Derby für uns und die Fans ist, macht es zu etwas Besonderem. Ein Sieg in der Partie kann Richtung weisend für uns sein und etwas bewegen. Aber nichts desto trotz müssen wir die Playoffs erreichen. Alles andere wäre eine riesige Enttäuschung.

Quelle: EWE Baskets Oldenburg

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