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„Ich bin eben ein Kaltstarter“

„Ich bin eben ein Kaltstarter“

Wenn sich die deutsche Nationalmannschaft bei Europa- oder Weltmeisterschaften mit anderen Basketball-Nationen misst, dann ist einer eigentlich immer dabei. Sven Schultze (33) ist der Dauerbrenner im deutschen Team. Weil er seine Rolle kennt und diese perfekt ausfüllt.
1314693212/img_Sven_Schultze_2.jpgSven Schultze fällt auf. Und das, obwohl er in der Nationalmannschaft nicht die Spielminuten eines Dirk Nowitzki abgreift oder, bei seinem Klub ALBA BERLIN, nicht annähernd so lange auf dem Feld steht wie ein Derrick Allen.

image_1288779294890.png.

Dennoch ist Schultze wichtig für jedes Team, in dem er spielt – gar unverzichtbar in der Nationalmannschaft. Als Energizer von und auf der Bank. Denn der gebürtige Bamberger verfolgt die Spiele von der Auswechselbank bevorzugt im Stehen, Handtuch wedelnd, in die Hände klatschend – schlichtweg motivierend. Es ist die Paraderolle des Forwards, der mit seinem „Touch“ aus der Distanz jede Partie entscheidend beeinflussen kann.

Seit Jahren ist das seine Art, die Mannschaft auf dem Feld zu unterstützen – weil es sich für einen in der zweiten Reihe so geziemt, aber auch aus ganz eigennützigen Überlegungen heraus. „Ich stehe oft auf und feuere an. So bleibe ich auch auf der Bank in Bewegung. Wenn ich dann ins Spiel komme, bin ich nicht ganz so kalt“, erklärt Schultze mit einem Schmunzeln seinen Bewegungsdrang auf dem harten Stuhl an der Seitenlinie.

Egal, was die Mannschaft braucht: Schultze gibt es ihr

1314693283/img_Sven_Schultze_1.jpgDer 33-Jährige gilt als Paradebeispiel des selbstlosen Rollenspielers. Egal, was die Mannschaft gerade braucht, Schultze gibt es ihr: einen wichtigen Dreier, ein Foul zu rechten Zeit oder eben Support von der Bank. „Einfach ist es natürlich nicht, wenn man 25 Minuten sitzt und dann, wenn man eingewechselt wird, sofort Leistung bringen soll“, erklärt Schultze. „Aber inzwischen bin ich es gewohnt, und ich habe auch keine Probleme damit. Ich bin eben ein Kaltstarter.“ Ein eminent wichtiger, zumindest für Bundestrainer Dirk Bauermann, der Schultze regelmäßig zu den großen Turnieren mitnimmt.

Bei vielen galt oder gilt der Familienvater vor einer EM oder WM als Streichkandidat, wenn es darum geht, den endgültigen Kader zu benennen – nicht bei Bauermann. „Was er der Nationalmannschaft geben kann, hat man heute wieder gesehen“, sagte der Bundestrainer nach dem Testspiel gegen Mazedonien in der Münchener Olympia-Halle. „Sein Dreier hat dem Team einen emotionalen Schub gegeben.“ Schultze hatte der zu diesem Zeitpunkt darbenden Offensive mit seinem Distanztreffer zum 43:48 (27. Minute) neues Leben eingehaucht. „Wenn ich der Mannschaft auf diese Weise einen Schub geben kann, freut mich das natürlich“, kommentiert der Forward.

„Es wird Situationen geben, wo jeder Einzelne von uns gebraucht wird“

1314693550/img_Sven_Schultze_4.jpgMit Dirk Nowitzki und Chris Kaman im Kader sind die Einsatzzeiten der anderen „großen Jungs“ naturgemäß geschrumpft. Leidtragender ist in erster Linie Jan Jagla, der vom Starter fast bis ganz ans Ende der deutschen Bank gerückt ist.

„Jan muss genau so zurückstecken wie einige andere, auch ich. Es war aber allen klar, dass die Spielzeiten für jeden nicht so sein werden, wie etwa bei der letzten Welt- oder Europameisterschaft“, so Schultze. „Es wird bei der EM aber auch Situationen geben, in denen jeder von uns gebraucht wird. Jeder wird seine Chance bekommen, und dann ist es an uns, die kleinen Dinge, die der Coach von uns fordert, richtig zu machen.“

Im Gegensatz zu manch anderem kennt Schultze das Gefühl, mit den beiden Weltstars Seite an Seite zu spielen. Die Balance zu finden zwischen dem „Füttern“ der beiden NBA-Stars und den eigenen Abschluss zu suchen, fällt ihm naturgemäß etwas leichter als den Youngstern im Team. „In den ersten Vorbereitungsspielen mit den beiden war es schon so, dass einige den Ball mehr zu Dirk oder Chris gegeben haben. Ich denke aber, es ist wichtig, dass jeder seine Freiheiten nutzen muss. Vieles wird sich bei der EM auf die beiden fokussieren. Das eröffnet den anderen die Chance, zu werfen oder zum Korb zu ziehen“, weiß Schultze. „Und der Coach will nicht, dass wir dann zurückstecken oder den Wurf verweigern.“

„Alle Gruppengegner sind im Grunde schlagbar“

1314693573/img_Sven_Schultze_3.jpgSollte die deutsche Nationalmannschaft bis zur Endrunde im EM-Turnier dabei sein, bleibt Sven Schultze danach eine Woche, um sich bei seinem Klub ALBA BERLIN wieder einzugewöhnen. Aufgrund der Euroleague-Qualifikation der „Albatrosse“ beginnt die Saison für die Hauptstädter früher. „Das ist zwar hart, aber da müssen wir durch“, meint der frühere Italien- und Griechenland-Legionär. „Für mich ist das nicht wirklich etwas Neues. Von der Fitness her ist das auch nicht ein großes Problem; es geht mehr darum, die Systeme und die neuen Mitspieler kennenzulernen.“

Doch auch für Schultze wird die neue Spielzeit einige Veränderungen bereit halten. Mit Gordon Herbert steht ein neuer Trainer an der Seitenlinie, und auch im Team hat es einige Veränderungen gegeben. „Mit dem Coach habe ich kurz nach dessen Vertragsunterzeichnung in Berlin gesprochen. Er hofft, dass meine Rolle eine andere sein wird als im vergangenen Jahr“, verrät Schultze. Das klingt, als ob sich der Edelreservist größere Spielanteile bei ALBA erhoffen darf. „Darüber mache ich mir jetzt aber noch keine Gedanken. Was zählt, ist die EM und das erste Spiel gegen Israel am Mittwochabend. Da müssen wir auf jeden Fall einen Sieg einfahren.“ Auch Lettland sei schlagbar, „wie im Grunde alle Mannschaften in unserer Gruppe“.

Zur Person:
Name: Sven Schultze
Geburtsdatum: 11. Juli 1978
Geburtsort: Bamberg
Größe: 2,06 Meter
Position: Power Forward / Small Forward
Stationen (von neu nach alt): ALBA BERLIN, Carife Ferrara (Italien), Angelico Biella (Italien), Casale Monferrato (Italien), Olympia Larisa (Griechenland), Amatori Udine (Italien), Olimpia Milano (Italien), Bayer Giants Leverkusen, ALBA BERLIN, TuS Lichterfelde, TTL uniVersa Bamberg, TSV Tröster Breitengüßbach

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