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„Key kann den Karren aus dem Dreck ziehen“

„Key kann den Karren aus dem Dreck ziehen“

Nach 13 Niederlagen in Serie zog Vladimir Bogojevic, Trainer der LTi GIESSEN 46ers, am vergangenen Wochenende die Konsequenzen: Nach der deutlichen 54:88-Niederlage im Heimspiel gegen EnBW Ludwigsburg trat der 34-Jährige von seinem Amt als Headcoach zurück.
image_1295527463629.jpegSportdirektor will Bogojevic aber bleiben. Neuer Trainer bei dem „Dino“ der Beko BBL, der als einziger Klub seit Gründung der Liga im Oberhaus vertreten ist, ist Steven Key.

Der ehemalige Profi (u.a. Braunschweig und Rhöndorf) soll beim Tabellen-Sechzehnten die Trendwende einleiten.

Über die aktuelle Situation in Gießen macht sich auch Robert Maras Gedanken.

Der ehemalige Nationalspieler, der derzeit mit dem FC Bayern München in der ProA um den Aufstieg in die Beko BBL kämpft, spielte in der Saison 2006/2007 und 2008/2009 für die LTi 46ers. Maras ist überzeugt, dass Gießen unter Steven Key den Klassenerhalt schafft – und traut dem Klub noch einiges mehr zu.

„Bei 13 Niederlagen in Folge kann etwas nicht stimmen“

„Wenngleich ich jetzt in München spiele, verfolge ich natürlich das Geschehen bei meinen ehemaligen Vereinen, darunter auch Gießen. Die LTi 46ers sind überraschend gut in die Saison gestartet, haben fünf der ersten sechs Spiele gewonnen.

image_1295527535179.jpegVielleicht war das schon Gift für den Verein und das Umfeld, wo schon von den Playoffs geträumt wurde. Wenn man dann 13 Spiele in Folge verliert, kann irgendetwas nicht stimmen.

Insofern war die Entscheidung von Trainer Vladimir Bogojevic, als Trainer zurückzutreten, wohl nicht zu vermeiden. Dass er weiter Sportdirektor bleibt, ist natürlich eine heikle Konstellation. Ich halte es generell für schwierig, in Personalunion als Headcoach und Sportdirektor tätig zu sein.

Auf jeden Fall ist es ein schmaler Grat, auf dem Vladi wandelt. Die Fans und das Umfeld in Gießen werden in den nächsten Wochen sehr genau hinsehen, welche Entwicklung die Mannschaft nimmt.

Ein Trainerwechsel kann positive Impulse geben

Für seinen Nachfolger auf der Trainerbank, Steven Key, wird es natürlich eine schwierige Mission. Ich bin jedoch optimistisch, dass er das Ruder herumreißen kann. Ich kenne Steven aus meiner Zeit in Gießen, wo er ab und an mittrainiert hat. Ein netter Kerl, ausgestattet mit einem hohen Basketball-Sachverstand.

image_1295527510611.jpegIch denke, er kann den Karren aus dem Dreck ziehen, denn ich habe selbst erlebt, was ein Trainerwechsel bewirken kann. Seinerzeit ist Stefan Koch nach einer längeren sportlichen Durststrecke als Coach bei den LTi 46ers zurückgetreten.

Unter seinem Nachfolger Ken Scalabroni haben wir uns dann gefangen, der Wechsel hat auf jeden Fall positive Impulse mit sich gebracht. Dass Steven zuletzt als Trainer in der amerikanischen Frauen-Profiliga WNBA gearbeitet hat, sehe ich nicht als Nachteil. Wie eben erwähnt, verfügt er über eine hohe Kompetenz als Basketball-Coach. Außerdem kennt er die Liga und Gießen sehr gut, weil er in der Nähe Gießens wohnt und dadurch immer dicht dran am Geschehen war.

Genauso wichtig wie die Verpflichtung von Steven Key halte ich übrigens die Rückkehr von Maurice Jeffers, mit dem in der Saison 2008/2009 in Gießen zusammengespielt habe. Er kennt den Klub und die Liga und kann der Mannschaft direkt weiterhelfen. Die wichtigste Aufgabe von Key wird in den nächsten Tagen und Wochen sein, der Mannschaft das Selbstvertrauen zurückzugeben. Wenn man 13 Mal in Serie verliert, ist das natürlich weg.

Gießen kann mehr, als nur um den Klassenerhalt zu spielen

image_1295527492448.jpegEs ist tragisch, dass ein so traditionsreicher Erstliga-Verein wie Gießen in den letzten Jahren immer gegen den Abstieg gespielt hat. Leider sind die finanziellen Mittel bei den 46ers stets begrenzt gewesen.

Mit Christoph Syring hat der Klub nun einen Geschäftsführer, der einen guten Job macht. Wenn jetzt im sportlichen Bereich noch etwas mehr Kontinuität einkehrt und nicht in jeder Saison fast die komplette Mannschaft ausgetauscht wird, können die LTi 46ers eine große Rolle in der Beko BBL spielen – davon bin ich überzeugt!“

Zur Person:
Robert Maras

Geburtsdatum: 20.10.1978, Freiburg
Familienstand: verheiratet
Beruf: Profi beim FC Bayern München (ProA)
Länderspiele: 66 (2000 bis 2006)
Stationen als Spieler: USC Freiburg, TuS Lichterfelde, ALBA BERLIN, OPEL SKYLINERS, Caja San Fernando Sevilla (Spanien), Llanera Menorca (Spanien), Palma Aqua Magica (Spanien), Gießen 46ers, Egaleo Athen (Griechenland), Unión Baloncesto La Palma (Spanien), LTi GIESSEN 46ers, FC Bayern München
Größte Erfolge mit der Nationalmannschaft: WM-Bronze 2002 in den USA, EM-Silber 2005 in Serbien und Montenegro
Größte Vereinserfolge: Deutscher Meister mit den OPEL SKYLINERS (2004)

Fotos: Mediashots / Jürgen Wieber
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