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„Mein Bauch sagt, es kann nur Basketball sein“

„Mein Bauch sagt, es kann nur Basketball sein“

Seit der gebürtige Ulmer Uli Hoeneß Präsident des FC Bayern München ist, plant die Fußballgroßmacht den Angriff auf Beletage des Basketballs. Unter dem Motto „Mission Aufstieg“ pflügen die Bayern durch die ProA. Im Interview mit der OrangeZone spricht Hoeneß über seine Heimatstadt, ...
image_1298447426959.jpeg... Dirk Bauermann und die Gründe, warum er nie auf Handball oder Eishockey setzen würde.

Herr Hoeneß, was reizt Sie am Basketball?
Uli Hoeneß: „Ich verfolge Basketball schon seit meiner frühsten Jungend, als ich in der Schulmannschaft des Ulmer Schubart-Gymnasiums gespielt habe. Ich bin also kein totaler Laie. Als ich dann nach München kam, habe ich regelmäßig die Basketballspiele des USC Bayern München mit Holger Geschwindner (Ex-Nationalspieler und heute Mentor von Dirk Nowitzki, Anm. d. Red.) in der Dachauerstraße besucht. Für Michael Jordan und die Chicago Bulls bin ich dann in den 90er Jahren auch des Öfteren nachts aufgestanden. Außerdem habe ich Tracy McGrady und Yao Ming in Houston schon live gesehen. Ich muss also nicht jede Woche in die Halle gehen, um im Thema zu sein.“

„Basketball begeistert die Menschen in München“

Hätte es das Basketball-Projekt beim FC Bayern ohne die Schulmeisterschaft, die Sie in den 60er Jahren für das Ulmer Schubart-Gymnasium gewonnen haben, überhaupt gegeben?
Uli Hoeneß: „Wahrscheinlich schon. Unser Vizepräsident, Bernd Rauch, lag mir ja schon seit vielen Jahren mit dem Thema in den Ohren. Er wollte mich immer dazu überreden, Basketball mehr zu puschen. Aber als Manager des FC Bayern München konnte ich da nicht viel tun. Für mich wurde Basketball erst zum Thema, als ich vor gut einem Jahr Präsident des Gesamtvereins wurde. Und ich bin hochzufrieden mit dem, was wir bisher erreicht haben. Das Ambiente stimmt, die Zuschauer kommen - und bisher waren alle Spiele ausverkauft. Man kann sagen: Der Basketball begeistert neben dem Fußball die Menschen in München. Da ist schon ganz schön viel passiert.“

Welche Rolle spielt Ihre Geburtsstadt Ulm derzeit in Ihrem Leben?
Uli Hoeneß: „Leider fast gar keine mehr, weil beide Eltern und im Prinzip große Teile der Verwandtschaft mittlerweile gestorben sind. Die Gründe, nach Ulm zu fahren hatten immer mit den familiären Banden zu tun.“

„Zu Auswärtsspielen fahre ich eigentlich nicht, aber in Ulm werde ich dabei sein“

Ab nächster Saison wird es einen zusätzlichen Besuchstermin in Ulm geben: Das Gastspiel in der ratiopharm arena. Das können Sie sich nicht entgehen lassen, oder?
Uli Hoeneß: „Normalerweise fahre ich nicht mit zu den Auswärtsspielen, aber wenn wir aufsteigen und das Thema so weiterverfolgen, wie wir das derzeit vorhaben, werde ich sicherlich zum Spiel in Ulm kommen und das Ganze mit einem Besuch der Stadt verbinden.“

Neulich haben Sie in einem Interview erwähnt, dass Basketball laut einer Studie von Audi das Zeug hat, den Menschen eine emotionale Heimat zu bieten. Was genau wurde in der Studie abgefragt?
Uli Hoeneß: „Was ich weiß ist, dass die Audi-Verantwortlichen, die sehr stark im Fußball engagiert sind und das auch bleiben werden, festgestellt haben, dass Basketball für ihre Marke sehr attraktiv ist. Besonders für die Zielgruppe, die Audi mit dem neuen A1 ansprechen will. In den USA werden sie sich deshalb sehr stark mit Basketball beschäftigen, insofern ist es naheliegend, dies auch in Deutschland zu tun.“

„Basketball hat eine sehr große Chance, gute Ergebnisse zu erzielen“

image_1298447449788.jpegIhr Sponsoren-Pool für die Bundesliga steht nach eigener Aussage ja schon parat. Was interessiert die Partner an dem Projekt – nur die Marke FCB?
Uli Hoeneß: „Nein, ich glaube, dass der Basketball für uns und unsere Partner eine sehr große Chance hat, gut Ergebnisse zu erzielen. Wir werden allerdings darauf achten, keinen Kannibalisierungseffekt mit der Fußballabteilung zu haben.“

Sie haben einmal gesagt: Im Handball oder Eishockey würde ich nicht einsteigen. Dabei ist die TV-Situation in diesen Sportarten doch vergleichsweise viel besser...
Uli Hoeneß: „Mein Bauch sagt mir, dass es nur Basketball sein kann. Handball ist eine Supersportart, hat aber in München keine Tradition. Mit Eishockey hat der FC Bayern bereits viel Geld verloren. Diese Themen werden wir sicherlich nicht mehr anpacken.“

„Das bin ich vom Fußball anders gewöhnt“

Der FC Bayern als Zugpferd für den deutschen Basketball, an das sich alle hängen und das die Beko BBL voranbringen soll: Nervt das nicht?
Uli Hoeneß: „Gar nicht. Ich habe auch nicht das Gefühl, dass es so ist. Wenn doch, könnte ich es verstehen. Wenn ich als kleinerer Verein die Chance bekomme, in der Flutwelle der Bayern mit zu schwimmen, muss ich das doch tun. Das ist doch klar.“

Sind Sie von der bisher durchweg positiven Resonanz aus der Beko BBL für Ihr Vorhaben überrascht? Schließlich kommt da einer, der sofort Ansprüche auf den Titel mitbringt?
Uli Hoeneß: „Das liegt auch ein bisschen an den Medien. Ich habe den Eindruck, dass in jeder Redaktion ein paar junge Burschen sitzen, die Basketball-affin sind. Warum das so ist, kann ich nicht sagen. Aber ich habe in der ganzen Zeit, in der wir uns jetzt mit Basketball beschäftigen, noch keine kritische Frage gehört. Das muss daran liegen, dass die Journalisten die Sportart so lieben, dass sie das zarte Pflänzchen nicht kaputt machen wollen. Das bin ich vom Fußball anders gewöhnt.

„Aber ich bin nicht dafür, den dritten vor dem zweiten Schritt zu tun“

Die letzte Deutsche Meisterschaft im Basketball liegt für den FC Bayern 56 Jahre zurück. Eine Prognose: Wie viele Jahre werden bis zum nächsten Titel vergehen?
Uli Hoeneß: „Das kann ich im Moment nicht sagen. Eines ist jedoch klar: Wenn wir das Projekt intensiv angehen, werden wir uns sicherlich darum bemühen, in den nächsten Jahren um die Deutsche Meisterschaft mitzuspielen.

Spielen europäische Ambitionen, die Ihnen ja gerne mit dem Vergleich zu Real Madrid und dem FC Barcelona unterstellt werden, jetzt schon eine Rolle?
Uli Hoeneß: „Nein. Wir waren ja sehr skeptisch, was die Situation in der zweiten Bundesliga angeht. Wir wussten nicht, wie die Fans und die Medien das Thema annehmen würden. Das ist bis jetzt überraschend gut gelaufen. In den nächsten zwei, drei Monaten beschäftigen wir uns mit der Beko BBL. Wenn wir das geschafft haben, werden wir uns mit anderen Dingen beschäftigen. Aber ich bin nicht dafür, den dritten vor dem zweiten Schritt zu tun.“

In Ulm, um Ulm und um Ulm herum
Geboren wurde Ulrich „Uli“ Hoeneß am 5. Januar 1952 als Sohn eines Ulmer Metzgers. Mit seinem Bruder Dieter wuchs er im Lehrertal auf. Als Schüler des Schubart-Gymnasiums gewann er in den 60er Jahren die Schulmeisterschaft im Basketball. Seine Fußball-Karriere begann beim VfB Ulm. Als 18-Jähriger wechselte er zum FC Bayern, deren Präsident er seit Ende 2009 ist. Seine Geburtsstadt besucht der 59-Jährige nur noch selten.

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