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„Nicht das Bedürfnis, aufs Feld zu stürmen“

„Nicht das Bedürfnis, aufs Feld zu stürmen“

Fast auf den Tag genau drei Jahre nach seinem letzten Länderspiel war Pascal Roller wieder bei einer Partie der DBB-Auswahl aktiv dabei. Nicht als überraschender Rückkehrer auf dem Parkett, sondern als Debütant vor der Kamera. Der 122-malige Nationalspieler, der ...
1314353262/img_roller05.jpg... im Frühjahr seinen Rücktritt vom professionellen Basketball bekannt gegeben hatte, debütierte als Co-Kommentator bei SPORT1 während der Begegnung zwischen Deutschland und der Türkei im Rahmen des BEKO Supercups in Bamberg. Eine neue Erfahrung für den ehemaligen Akteur der DEUTSCHE BANK SKYLINERS, der zu aktiven Zeiten bei den Medien ein gern gesehener und gern gehörter Gast war. Ebenso wie das Ergebnis des Spiels, Nowitzki und Co. gewannen 64:52, war auch Rollers TV-Einsatz ein voller Erfolg. Nicht verschwitzt und nach Luft ringend, sondern ganz entspannt und im dezenten Anzug nahm sich Roller im Anschluss an das Länderspiel Zeit, um über sein Kommentatoren-Debüt, anstehende Herausforderungen sowie Interessen abseits des Sports zu sprechen.

Wie bewerten Sie Ihren ersten Einsatz als Co-Kommentator bei SPORT1?

Pascal Roller: „Es hat Spaß gemacht, so viel ist sicher. Es war eine tolle Erfahrung, die ich so noch nicht gemacht habe. Im Vorfeld war ich eigentlich recht entspannt und bin ziemlich locker an die ganze Sache herangegangen. Kurz bevor es losging, war ich dann aber doch ein wenig angespannt, was sicher normal ist. Ursprünglich wollte ich mir im Vorfeld von jemandem, der lange bei Premiere gearbeitet hat, einige Tipps abholen. Aber das hat zeitlich leider nicht funktioniert, aber ich denke, dass es auch so gut geklappt hat. Zumindest habe ich unmittelbar nach der Sendung nichts anderes gehört.“

„Als Co-Kommentator hast du mehr Abstand zu den Geschehnissen“

Wie intensiv haben Sie sich thematisch auf die deutsche und die türkische Mannschaft vorbereitet?

Pascal Roller: „Natürlich war mir klar, dass ein grundsätzliches Maß an Kenntnissen über die Teams vorhanden sein muss. Da kommt mir aber sicher mein privates Interesse zugute, so dass viele Hintergründe ohnehin für mich klar waren. Als Co-Kommentator war es ohnehin meine erste Aufgabe, bestimmte Situationen zu analysieren oder zu erklären. Es wäre sicher ein anderer Schritt gewesen, wenn ich der eigentliche Kommentator gewesen wäre – dann muss man sich mit den persönlichen Geschichten und Lebensläufen der Spieler beschäftigen.“

Als Spieler mussten Sie oft unter Sauerstoffmangel und noch voller Adrenalin Interviews geben, jetzt hatten Sie ein komplettes Spiel vor der Brust. Wo sehen Sie weitere markante Unterschiede?

Pascal Roller: „Das ist ein himmelweiter Unterschied. Als Spieler musst du versuchen, trotz all der Emotionen gerade Sätze heraus zu bekommen. Im Kopf bist du da oft noch mitten im Spiel, das macht die Sache nicht einfacher. Von daher ist ein Interview als Spieler viel individueller, da du deine eigene ungefilterte Sicht wiedergeben kannst. Als Co-Kommentator hast du mehr Abstand zu den Geschehnissen auf dem Feld, und das wollte ich auch so zeigen. Da fallen die Analysen eher sachlich aus. Die Herausforderung war für mich dabei, über die komplette Länge des Spiels möglichst einen Stil und alles im Blick zu haben.“

1314353314/img_roller01.jpg„Schöneren Einstand hätte ich mir nicht wünschen können“

Ist TV-Arbeit etwas, was Sie sich für die Zukunft öfter vorstellen könnten?

Pascal Roller: „Ja. Ich habe mit SPORT1 eine lockere Vereinbarung, was meine Einsätze als Co-Kommentator angeht. Ursprünglich war der Plan, dass ich zur Beko BBL-Saison 2011/2012 einsteige, aber dann kam die Anfrage für das Länderspiel. Das war eine tolle Sache. Einen schöneren Einstand hätte ich mir gar nicht wünschen können. Wir, SPORT1 und ich, werden mal sehen wohin sich das alles entwickelt.“

Wobei Sie in Sachen TV ja nicht komplett unbelastet sind...

Pascal Roller: „Richtig, denn es gab vor Jahren bei meinem ehemaligen Arbeitgeber ein Fernseh-Magazin, das auf einem Regionalsender lief und von mir moderiert wurde. Das hat seinerzeit schon viel Spaß gemacht, ist aber natürlich aufgrund des Formats etwas anderes als eine Live-Übertragung.“

„Genieße meine jetzige Freiheit und möchte Dinge ausprobieren“

Sie haben sich nach ihrem Rücktritt, wie angekündigt, sehr klar vom Basketball abgegrenzt. Hat es beim Länderspiel nicht doch ein wenig in den Fingern gekribbelt?

Pascal Roller: „Ich hatte nicht das Bedürfnis, direkt aufs Feld zu stürmen und selber wieder zu spielen. Dennoch sind Spiele der Nationalmannschaft etwas ganz Besonderes, auch oder gerade für mich. Immerhin hatte ich mit dem Team tolle Jahre und viele schöne Erlebnisse, an die ich immer gerne zurückdenken werde. Außerdem hat es mich gefreut, die Jungs wiederzusehen. Immerhin habe ich mit einigen von ihnen bereits gespielt. Ich habe es aber insgesamt als angenehm empfunden, nicht in Sneakers und Trikot, sondern im Anzug in der Halle zu sein.“

Haben Sie sich den Übergang vom Frankfurter Leistungsträger zum „Basketball-Rentner“ leichter oder schwieriger vorgestellt?

Pascal Roller: „Das ist schwer zu sagen, denn darüber habe ich mir relativ wenig Gedanken gemacht. Es ist definitiv so, dass ich mit dem vollzogenen Schnitt absolut zufrieden bin und meine jetzige Freiheit genieße. Es reizt mich, diverse Dinge auszuprobieren – und ich bin dahingehend auch offen für Neues. Neben Basketball gibt es noch viele andere Dinge, die mich interessieren und reizvoll sind. Deswegen möchte ich jetzt die Chance ergreifen, mich auch in Bereichen abseits des Basketballs zu positionieren. Unlängst habe ich bei einer Benefizveranstaltung Lars Riedel getroffen, der nach seiner Karriere auch andere Dinge gemacht hat, jetzt aber als Trainer zur Leichtathletik zurückkehrt. Vielleicht wird es mir ähnlich ergehen – ausschließen möchte ich das nicht.“

Das bedeutet, dass die SPORT1-Übertragungen vorerst die einzig klare Verbindung zum Basketball für Sie bleiben werden?

Pascal Roller: „Nicht direkt. Es gibt zwei Projekte, die ich angehen werde. Eins davon hat mit den FRAPORT SKYLINERS zu tun. Dabei werde ich aber nicht mit den Profis arbeiten, sondern mich innerhalb des Unterbaus des Vereins engagieren. In diesem Bereich gibt es so viele Projekte und Aufgaben, in die ich mich gerne einbringen möchte, um sie weiter voran zu treiben. Mein zweites Projekt ist die Arbeit innerhalb einer Agentur, die von Motorsport bis Wirtschaft in den unterschiedlichsten Bereichen tätig ist und unter anderem groß angelegte Events organisiert. Das ist ein komplett neues Kapitel für mich, mit neuen Aufgaben und Herausforderungen. Für mich persönlich ist es wichtig, dass ich mich da behaupten und andere Erfahrungen sammeln kann.“

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