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"Alle haben im Sommer an sich gearbeitet"

Anfang Juni dieses Jahres, Dirk Nowitzki war noch auf der Jagd nach der Unsterblichkeit und lag mit seinen Dallas Mavericks in der Playoff-Finalserie um die NBA-Meisterschaft gegen die Miami Heat mit 0:1 in Rückstand, startete bei den LTi GIESSEN 46ers die Planungsphase ...
1315812998/img_Bjoern_Harmsen_LTi_GIESSEN_46ers_3.jpg... für die Vorbereitungsperiode zur 46. Spielzeit der Beko Basketball Bundesliga (Beko BBL). Mit Björn Harmsen (29) hatte der Klub aus der Lahnstadt gerade seinen neuen Cheftrainer der Öffentlichkeit präsentiert.

image_1288779294890.pngBeko BBL-Umfrage: Mitmachen und gewinnen.

Schnell stand fest, dass die Mannschaft des Bundesliga-"Dinos", der der höchsten deutschen Basketball-Spielklasse seit deren Gründung im Jahr 1966 in jeder Saison angehört hat, zeitig in die Saisonvorbereitung einsteigen würde.

„Als Team mit einem vergleichsweise kleinen Budget und vielen Neuzugängen war uns das wichtig. Wir wollten genügend Zeit zur Verfügung haben, um die Spieler in athletischer, technischer und taktischer Hinsicht optimal auf die Saison vorbereiten zu können. Für die athletischen Inhalte, auf die heutzutage deutlich mehr Wert gelegt wird als früher, benötigt man idealerweise einen Zeitraum von acht Wochen“, besteht für Harmsen einer der Schlüssel zu einer erfolgreichen Saison zweifelsohne aus einer ausreichend langen Vorbereitung.
Fortbildung in Barcelona

Richtete Harmsen seinen Fokus im Juni – zusammen mit LTi 46ers-Sportdirektor Vladimir Bogojevic (35) – in erster Linie auf die Zusammenstellung der Mannschaft und die Kontaktaufnahme mit potenziellen Neuzugängen (zum Beispiel durch einen Besuch beim weltweit bekannten Talente-Camp im italienischen Treviso) und zwischendurch auch darauf, sich bei einer viertägigen Coach Clinic der Euroleague in Barcelona fortzubilden, ging es im Juli schon darum, Testspieltermine und -gegner festzulegen sowie das im Monat zuvor in grober Fassung erstellte Trainingsprogramm für die Vorbereitungsperiode detaillierter zu gestalten. Harmsen: „Da galt es zu fixieren, was wir inhaltlich in den Wochen und an jedem einzelnen Tag der Vorbereitung machen wollen.“

Letzteres in enger Abstimmung mit dem 51-jährigen Assistenztrainer Usamedin Mehmed und dem für die Leitung des Athletiktrainings zuständigen Team von "Dirk Lösel | Therapie + Training". Lösel (46), der seit 16 Jahren als leitender Physiotherapeut und Athletiktrainer für die LTi 46ers tätig ist, und seine Mitarbeiter Lukas Lai und Kevin Matheja lassen in ihre Übungen übrigens auch Ideen aus dem von Mark Verstegen (Fitnesstrainer des deutschen Fußball-Nationalteams bei der WM 2006) entwickelten Athletes’ Performance-Trainingsprogramm einfließen, mithilfe dessen unter anderem auch viele Sportler der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA an der Verbesserung ihres Fitnesszustandes arbeiten.

Im August steht die Fitness auf dem Programm

1315813143/img_Radenko_Pilcevic_LTi_GIESSEN_46ers.jpgAls eine der ersten Mannschaften der Beko Basketball Bundesliga, startete das Team der LTi 46ers am 8. August 2011 schließlich in die Preseason. Die im Vergleich zum Spieljahr 2010/2011 auf sieben Positionen neuformierte Truppe absolvierte am Vormittag eine Kraft- und Individualeinheit, am Abend baten Coach Björn Harmsen und Usamedin Mehmed ihre Schützlinge zu einem Leistungstest und zum ersten Mannschaftstraining auf das Parkett der Sporthalle Gießen-Ost.

Zufrieden äußerte sich der 21. Trainer in der Gießener Basketball-Bundesliga-Geschichte über die körperliche Verfassung, in der seine Spieler in die Vorbereitungsphase starteten. „Alle haben im Sommer an sich gearbeitet. Das habe ich in der Vergangenheit auch schon anders erlebt“, so Harmsen, der in den Tagen nach dem Trainingsauftakt bei zwei Veranstaltungen der LTi 46ers den Fans sowie den Sponsorenvertretern des Klubs vorgestellt wurde.

Klar gegliedert – und ziemlich anstrengend für die Profis – verliefen die ersten zwei Wochen der Vorbereitung, in der die Basketballer das Fitnessstudio "WOF" kennenlernten, die Laufstrecken rund um Gießens Hausberg, den Schiffenberg, und absolvierten diverse Individual-, Technik- und Taktikeinheiten in der Halle. Jeweils zwischen fünf und sechs Stunden pro Tag verbrachten die Athleten bis zum ersten Testspiel gegen den Pro-A-Ligisten BG Karlsruhe am 20. August 2011 zusammen beim gemeinsamen Schwitzen, abgesehen vom einem Tag, an dem nur eine regenerative Einheit angesetzt war. Ab der dritten Woche trainierten die 46ers-Asse dann in jenem Rhytmus, der nach den Worten von Björn Harmsen in ähnlicher Form auch nach Saisonstart beibehalten wird: Je zwei Übungseinheiten am Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag, ein Training am Mittwoch und ein Testspiel (in Ulm) am Samstag, den Wochenabschluss bildete eine regenerative Einheit am Sonntag.

Automatismen werden perfektioniert

Lag das Hauptaugenmerk im Trainingsprogramm des Monats August verstärkt darauf, die Spieler – unter Berücksichtigung ihrer individuellen körperlichen Verfassung – intensiv zu belasten, um sie mit Blick auf den Saisonstart (am 3. Oktober auswärts bei der EnBW Ludwigsburg) in einen optimalen Fitnesszustand zu bringen, rückt im September in zunehmendem Maße das (mannschafts-)taktische Feintuning in den Vordergrund.

1315812955/img_Misan_Nikagbatse_LTi_GIESSEN_46ers.jpgAutomatismen, die auch schon in den ersten Einheiten nach dem Beginn des Teamtrainings erarbeitet wurden (Harmsen: „Wie bewegen sich beispielsweise die vier Spieler ohne Ball, wenn einer unserer Spieler in Ballbesitz ist“), werden perfektioniert, bislang noch nicht thematisierte taktische Elemente peu à peu ins Übungsprogramm eingebunden.

Nach sechs Wochen gemeinsamen Übens sollen alle taktischen Inhalte im Training behandelt worden sein. Anschließend bleiben noch zwei Wochen Zeit für Wiederholungen und das Einstudieren spezieller Situationen, etwa das Schnellangriffsspiel nach einem Freiwurf, Einwurf-Systeme nach einer Auszeit oder zum letzten Spielzug in einer Partie.

Bestandteil des bislang prall gefüllten Trainings-Terminkalenders der LTi 46ers-Profis war auch eine umfassende sportpsychologische Diagnostik, bei der das momentane Ist-Niveau mentaler Fähig- und Fertigkeiten der Spieler erfasst wurde. Seit Beginn der Vorbereitung auf die Saison 2011/2012 arbeiten die LTi GIESSEN 46ers in diesem Bereich mit der Head Coaching Company aus Aachen zusammen, ihres Zeichens hierzulande der führende Anbieter sportpsychologischer Beratung für Unternehmen und Vereine im professionellen Einzel- und Mannschaftssport.

"Spaß muss sich aus der Freude an der Arbeit entwickeln"

Hierbei bildet eine fundierte sportpsychologische Diagnostik die Basis für eine effektive und nachhaltige Zusammenarbeit. Zu diesem Zwecke führten Dr. Dirk Gratzel und Christian Greb, Sportpsychologen der Head Coaching Company, maschinengebundene Reaktions- und Konzentrationstests durch und überprüften hierbei speziell das Verhalten in Druck- und Stressituationen. Das Gesamtbild wurde durch persönlichkeitsbezogene Merkmale abgerundet.

1315813081/img_Bjoern_Harmsen_LTi_GIESSEN_46ers.jpgNach Auswertung und Analyse der Testergebnisse entsteht für jeden Spieler ein individuelles, sportpsychologisches Profil. Im Austausch mit Trainern und Spielern werden danach Maßnahmen abgesprochen, die sowohl die Spieler individuell umsetzen, als auch die Trainer in Ihre alltägliche Trainingsarbeit implementieren werden.

Teambuilding-Maßnahmen anzuordnen, ist die Sache von Björn Harmsen im Übrigen nicht. Vorschläge dieser Art müssen nach Meinung des gebürtigen Göttingers aus der Mannschaft kommen und nicht von Seiten der sportlichen Leitung. Genau so müsse sich der Faktor Spaß bei den Spielern aus sich selbst heraus entwickeln. „Ich glaube nicht daran, dass ein Coach im Training oder in der trainingsfreien Zeit Spaß forcieren muss. Entscheidend ist, was für Jungs man beisammen hat, dass die Spieler sich untereinander verstehen und gewillt sind zusammenzuarbeiten. Wir sind beim Profibasketball. Für mich entwickelt sich Spaß oder Freude an der Arbeit daraus, dass wir als Gruppe zusammenfinden, gemeinsam etwas erarbeiten und danach hoffentlich sehen, dass das im Spiel funktioniert“, sagt Harmsen.

So betrachtet, kann das am Samstag (3. September 2011) zur Austragung gekommene Testspiel gegen die WALTER Tigers Tübingen (80:71) durchaus als eine gelungene Teambuilding-Maßnahme bezeichnet werden. Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung, einem hohen Maß an Einsatzbereitschaft und teamorientiertem Offensiv-Basketball machte die Truppe aus der Lahnstadt jedenfalls Lust auf mehr. Im Anschluss an die Partie ging die erste Hälfte der Saisonvorbereitung für das LTi 46ers-Team mit einem gemeinsamen Essen im bekannten Gießener Restaurant Pizza Pie zu Ende.

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