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"Bayern München müsste den Druck lieben" - Stephan Baeck in seiner Kolumne

Bayern München hat bei der Auswärtsniederlage gegen die Eisbären Bremerhaven das Spiel eigentlich über weite Strecken dominiert. Durch ihre gute Defense, vor allem in der ersten Halbzeit, sind die Münchner zu einfachen Punkten ...
1323850575/img_Stephan_Baeck.jpg... im Fast Break gekommen und haben damit den Rhythmus des Spiels bestimmt.

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Nach der Pause wurde nicht mehr so konsequent verteidigt und Bremerhaven konnte den eigenen Rhythmus im Angriff finden. Bremerhaven wechselte oft die Verteidigung, die einfachen Punkte der Bayern fielen weg, und es wurde ein hart umkämpftes und knappes Spiel.

Am Ende waren es - eigentlich wie immer - die leichten Ballverluste, die München den Sieg gekostet haben. Hat man auswärts zwei, drei Minuten vor Schluss einem Vorsprung, darf man sich solche Ballverluste, die den Gegner und die heimischen Fans zurück ins Spiel bringen, einfach nicht erlauben.

In diesen Phasen fehlt den Bayern eine ordnende Hand, die das Spiel übernimmt und die richtigen Entscheidungen trifft. Natürlich ist es für die Spieler - besonders auswärts - schwierig, unter dem Namen Bayern München aufzutreten, denn jeder will die Bayern schlagen.

Aber wie heißt es so schön: Viel Feind, viel Ehr und die Bayern haben eigentlich genügend Spieler, die gewohnt sind, mit diesem Druck umzugehen. Sie müssten diese Situation eigentlich lieben und dafür leben solche Spiele zu entscheiden. Eigentlich eine schöne Situation für Profis.

Bremerhaven musste sich den Sieg gegen die Bayern teuer erkaufen. Der Ausfall von Torrell Martin, Dreh- und Angelpunkt des Bremerhavener Spiels, ist auf den ersten Blick nur schwer zu kompensieren. Aber Bremerhaven ist ein nur schwer ausrechenbares Team, in dem viele Spieler besonders im Angriff nur schwer zu kontrollieren sind.

Im Spiel hat es Terrell Everett sehr gut verstanden, die entstandene Lücke zu füllen. Er hat in der Verteidigung und im Angriff entscheidende Akzente gesetzt. Oft ist es so, das andere Spieler über sich hinaus wachsen, wenn sich ein Leistungsträger verletzt. Aber erst die nächsten Spiele werden zeigen, ob man Martins Ausfall kompensieren kann, denn er ist das Herz und die Seele der Mannschaft.

Für ratiopharm Ulm gilt: Je weiter man das Prädikat "Titelkandidat" vom Team weghalten kann, desto eher wird man vielleicht einer. Ulm lebt von der guten Abstimmung untereinander.

Sie haben mit Isaiah Swann und Per Günther sehr gute Aufbauspieler, gefährliche Flügelspieler und mit John Bryant einen überragenden Spieler unter dem Korb. Momentan schwimmt man auf einer Welle und wenn die Mannschaft sich weiter so den eigenen Zielen verpflichtet und auf dem Boden bleibt, kann sie noch viel erreichen – mehr, als man vor der Saison vielleicht gedacht hatte.

Frankfurt ist nach dem schlechten Start, Verletzungssorgen und viel Unruhe in der Mannschaft immer noch in einer schwierigen Situation und weit weg vom eigenen Anspruch. Die Skyliners müssen sich zusammenreißen, vor allem intern geschlossen bleiben und den Abstiegskampf annehmen.

Es bleibt zu hoffen, dass die Verpflichtung von Jacob Burtschi einen Schub versetzt, auch wenn er ein etwas anderer Spielertyp als der zurück in die NBA gewechselte John Leuer ist. Seine Energie und Kämpfernatur, seine Gefährlichkeit von außen kann der Mannschaft neue Impulse bringen, die sie dringend braucht.

Göttingen dagegen hat mit dem neuen Coach Michael Meeks seine schwarze Serie zunächst einmal beendet und konnte seit langer Zeit wieder einmal ein Spiel gewinnen. Meeks ist als langjähriger Spieler, der schon in sehr guten Programmen viel Erfahrung sammeln konnte. Er ist eine gute Lösung und wird sicher alles daran setzen, seine Chance als Headcoach zu nutzen.

Wenn er ist schafft, die Mannschaft zu motivieren und ihr neues Selbstvertrauen einzuhauchen, ist Göttingen noch nicht verloren. Eine schwere Aufgabe, wenn man sich die finanziellen Möglichkeiten der Göttinger anschaut.

In diesem Sinne, NEXXT!

Stephan Baeck

Stephan Baeck, 46, erzielte in 133 Länderspielen 1210 Punkte für Deutschland und wurde 1993 in einem dramatischen Finale gegen Russland Europameister. Der Shooting Guard holte zudem drei Meistertitel mit Bayer 04 Leverkusen, zwei mit dem BSC Saturn Köln und einen mit ALBA Berlin. Mit den "Albatrossen" gewann er 1995 zudem den Korac-Cup. Von 2000 bis 2009 arbeitete Stephan Baeck als Geschäftsführer, Sportdirektor und Head Coach für das Kölner Bundesliga-Team und führte es zu drei Pokalsiegen und zum Meistertitel 2006.
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