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"Die Beko BBL ist ein Vorbild für wirtschaftliche Disziplin und ein anspruchsvolles...

Jordi Bertomeu leitet seit 2000 als Geschäftsführer die Geschicke der Euroleague. Der Katalane hat die „Königsklasse“ des europäischen Basketballs zur zweit wichtigsten Liga hinter der NBA gemacht. Im folgenden Exklusiv-Interview äußert sich Bertomeu zur Entwicklung der deutschen ...
1318841485/img_Jordi_Bertomeu_1.jpg... Liga, den sportlichen Wettbewerb und die kommende Spielzeit.

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Die Beko Basketball Bundesliga (Beko BBL) hat in der Spielzeit 2010/2011 zum zehnten Mal in Folge einen Zuschauerrekord aufgestellt, die Klubs haben ihre Budgets kontinuierlich erhöht – und der Wettbewerb um die Deutsche Meisterschaft ist einer der spannendsten in ganz Europa. Wie schätzen Sie die Entwicklung der Beko BBL insgesamt ein und wo sehen Sie die deutsche Liga im Vergleich zu anderen europäischen Ligen?
Jordi Bertomeu: „Die Beko BBL hat in den vergangenen Jahren sehr viel investiert, um die Sportart Basketball in Deutschland voranzubringen. Die Entwicklung wird von großer Professionalität sowie einem konsequenten und erfolgreichen Vermarktungskonzept, das einige sehr positive Ergebnisse liefert, gestützt. Die Erkenntnisse und die Erfahrungen dienen als Richtlinien für einige andere nationalen Ligen in Europa. Die Liga hat die Marke ‚Beko BBL’ erfolgreich im Markt etabliert und legt nun ihren Fokus darauf, das sportliche Niveau im internationalen Wettbewerb zu steigern. Dies wird ein wesentlicher Teil des Wachstums der Sportart Basketball im deutschen Markt werden.“

„Rahmenbedingungen für Wachstum geschaffen“

In welchen Bereichen ist die Beko BBL sehr gut aufgestellt, was können andere Ligen von ihr lernen?
Jordi Bertomeu: „Die Beko BBL ist ein Vorbild für wirtschaftliche Disziplin und ein anspruchsvolles Lizenzierungsverfahren. Dadurch sind die Klubs wirtschaftlich stabil und zumeist überhaupt nicht oder sehr gering verschuldet. Zudem hat die Liga in den vergangenen Jahren die wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen für das Wachstum der Sportart geschaffen – und das nicht nur im Heimatmarkt, sondern auch auf europäischer Ebene. Jan Pommer war zudem an vielen strategischen Entscheidungen, die für den europäischen Klub-Basketball von hoher Relevanz waren, sehr stark beteiligt.“

„Wir benötigen klare Spielregeln, um einen Domino-Effekt zu vermeiden“

In welchen Bereichen sehen Sie hingegen noch Wachstumspotenzial?
Jordi Bertomeu: „In Deutschland wächst das Interesse an der Sportart dank der Marketing-Aktivitäten und der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die die Beko BBL geschaffen hat. Allerdings muss der Fokus weiter auf der Verbesserung der sportlichen Wettbewerbsfähigkeit auf europäischem Niveau liegen: Ich würde mich freuen, wenn sich drei oder vier deutsche Teams für die Turkish Airlines Euroleague qualifizieren würden. Wünschenswert wäre zudem, dass ein Team das Final Four der Turkish Airlines Euroleague erreicht. Das wäre ein großer Erfolg für alle.“

Die globale Finanzkrise hat ihre Spuren auch im Basketball hinterlassen. Einige der besten europäischen Klubs haben ihre Etats erheblich reduziert. Wie beurteilen Sie die Auswirkungen für den europäischen Basketball? Und: Könnte die Einführung eines Financial Fairplay die richtige Antwort sein?
Jordi Bertomeu: „Die Krise, die die globalen Märkte im Jahr 2008 getroffen und die sich im vergangenen Jahr vertieft hat, ist nicht spurlos an den Volkswirtschaften und Märkten der Welt vorbei gegangen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass auch die Sportindustrie dieses zu spüren bekam. Wir haben festgestellt, dass die Auswirkungen in nahezu jeder Sportart, in jeder Liga zu spüren waren. Um einen Domino-Effekt auch im Basketball zu vermeiden, benötigen wir klare Spielregeln. Die Herausforderung und eines der am schwierigsten zu lösenden Probleme bestehen darin, mit den richtigen Rahmenbedingungen zu verhindern, dass die Probleme eines Klubs den Rest des Wettbewerbs beeinflussen. Deswegen haben wir seit sechs Jahren Fair-Play-Regeln, die sukzessive modifiziert und erweitert werden. Was die rechtlichen Leitplanken angeht, so nimmt die Beko BBL eine Vorreiterrolle ein.“

„Der FC Bayern München kann dem deutschen Basketball beim Wachstum helfen“

1318841725/img_Jordi_Bertomeu_2.jpgALBA BERLIN und die Brose Baskets sind die bekanntesten deutschen Basketball-Marken. Mit dem neuen „Big Player“ FC Bayern München kommt eine weitere Marke von immenser Strahlkraft hinzu. Was erwarten Sie von den Bayern auf dem sportlichen Parkett und sind Sie der Meinung, dass der Klub dem deutschen und europäischen Basketball einen positiven Impuls geben könnte?
Jordi Bertomeu: „Deutschland ist ein sehr wichtiger Markt, und deutsche Klubs sind in der Lage, eine Menge Fans anzulocken. Die Brose Baskets und ALBA BERLIN sind zwei Beispiele für Teams mit einer soliden Organisation und einer treuen und großen Fangemeinde. Der FC Bayern München kann diesen Kreis erweitern und dem deutschen Basketball beim Wachstum helfen. Wir hatten interessante Gespräche mit Vereinspräsident Uli Hoeneß, in denen deutlich wurde, dass es ein starkes Engagement für die Sportart gibt. Dies lässt sich unter anderem an den Investitionen für den Umbau der neuen Spielstätte manifestieren.“

„Die Ergebnisse des Engagements und der Investitionen werden nun sichtbar“

Was erwarten Sie von der kommenden Euroleague-Saison? Werden es erneut die großen Teams wie Panathinaikos Athen, ZSKA Moskau oder Maccabi Tel Aviv – also die „üblichen Verdächtigen“ – in die Endrunde schaffen?
Jordi Bertomeu: „Die zurückliegende Spielzeit war eine der spannendsten aller Zeiten: Die Playoffs waren ausgeglichen, das TOP16 an Dramatik kaum zu überbieten – und in der Vorrunde gab es keinen eindeutigen Favoriten. Natürlich hoffen wir, dass sich dies wiederholt und dass die Teams alles dafür geben, sich für die nächste Phase des Wettbewerbs zu qualifizieren. Beispiele wie Power Electronics Valencia oder Partizan Belgrad, die vor zwei Jahren in Paris das Final Four erreicht haben, zeigen, dass es durchaus möglich ist in die ‚Phalanx der Großen’ einzudringen und dass der Wettbewerb sehr wohl ausgeglichen ist.“

Was erwarten Sie speziell von den Brose Baskets in der „Königsklasse“?
Jordi Bertomeu: „Die Bamberger, die in den zurückliegenden sieben Jahren viermal Deutscher Meister geworden sind und es gewohnt sind, sich mit den Besten des Kontinents zu messen, haben in der vergangenen Spielzeit sehr gut mitgehalten und einige Spiele nur knapp verloren. Wir freuen uns, dass die Brose Baskets wieder an der Euroleague teilnehmen und hoffen, dass sie dieses Jahr vielleicht ein bisschen besser abschneiden.“

Robert Lottermoser hat eine sehr souveräne Vorstellung im diesjährigen Euroleague-Finale abgeliefert, zudem schickt die Liga vermehrt Referees aufs internationale Parkett. Wie beurteilen Sie die Schiedsrichterausbildung in der Beko BBL insgesamt?
Jordi Bertomeu: „Robert Lottermoser spielt eine immer größere Rolle für uns. Dass er bei der EM in Litauen im Spiel um Platz drei zum Einsatz gekommen ist, ist die logische Konsequenz. Seit mehreren Jahren investiert die Beko BBL sehr stark in die Verbesserung und Weiterentwicklung der Schiedsrichterqualität. Die Ergebnisse des Engagements und der Investitionen werden nun sichtbar, soll heißen: Die Liga erntet die Früchte ihrer Arbeit.“
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