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"Die Zuschauer sind ein wichtiger Faktor"

Mit einem Paukenschlag stürmten die New Yorker Phantoms Braunschweig in der Saison 2009/2010 bis ins Halbfinale der Playoffs. Dort mussten sich die Niedersachsen in drei umkämpften Partien dem späteren Meister Brose Baskets aus Bamberg geschlagen geben.
image_1296545502773.jpegIn der laufenden Spielzeit verschwendet die Mannschaft von Trainer Sebastian Machowski keine Zeit, um an diese beeindruckende Leistung anzuknüpfen.

Nach einem unsteten Saisonbeginn haben die Löwenstädter Fahrt aufgenommen und die Beko BBL mit einem 10:2-Lauf beeindruckt. Nach dem 20. Spieltag und der ersten Niederlage im Jahr 2011 (71:85 bei ratiopharm Ulm, Anm. d. Red.) zieht der Braunschweiger Headcoach eine erste Bilanz und blickt voraus – auf die Pokal-Endrunde und die Teilnahme an den Playoffs.

Die Phantoms liegen aktuell auf Rang fünf. Wie bewerten Sie den tabellarischen Status quo?
Sebastian Machowski: „Ich bin mit dem Stand der Dinge einigermaßen zufrieden. Man darf aber nicht vergessen, dass die Liga unheimlich eng beisammen ist und wir nur wenig Vorsprung auf den Tabellenzwölften haben. Das bedeutet für uns ganz konkret, aufpassen zu müssen, dass wir nicht unverhofft abrutschen. Das jüngste Spiel gegen Ulm hat einmal mehr gezeigt, dass jeder gegen jeden gewinnen kann – für uns sollte dies ein Warnsignal gewesen sein. Wir spielen demnächst gegen eine ganze Reihe von Playoff-Kandidaten; es kommen also harte Aufgaben auf uns zu.“

Die Playoffs sind das erklärte Ziel. Wen sehen Sie als Hauptkonkurrenten um ein Postseason-Ticket beziehungsweise um das eventuelle Heimrecht in der ersten Runde an?
Sebastian Machowski: „Zuallererst wollen wir in die Playoffs – Punkt. Entsprechend schauen wir vornehmlich auf uns. Ich denke aber, dass zwölf Mannschaften in Frage kommen. Nach rund zwei Dritteln der Saison ist es meiner Ansicht nach für Teamvergleiche und Berechnungen noch zu früh.“

Nach einem durchwachsenen Start (3:5) haben Sie eine 10:2-Serie hingelegt, die am vergangenen Samstag mit dem 71:85 bei ratiopharm Ulm unterbrochen wurde. Was hat Ihre Mannschaft während dieses Laufs ausgezeichnet?
Sebastian Machowski: „Wir haben verstanden, das zu tun, was notwendig ist, um Spiele zu gewinnen. Sei es, dass wir in einem Spiel entweder mehr Punkte als ALBA BERLIN gemacht oder den Gegner defensiv aus dem Konzept gebracht und den Score niedrig gehalten haben Das ist eine Qualität, die wir vorher noch nicht hatten. Sicherlich haben wir uns gesteigert, gleichwohl spielen wir taktisch noch nicht diszipliniert genug. Wir müssen es schaffen, an jedes Team mit der gleichen Motivation und mit der gleichen professionellen Einstellung heranzugehen.“

image_1296545677306.jpegZu Saisonbeginn haben Sie drei Spiele mit fünf Punkten Differenz oder weniger abgegeben, später aber die engen Partien gegen Ludwigsburg (80:76) und Bonn (75:73) gewonnen. Wie lehrreich waren die drei Niederlagen für die Entwicklung der Mannschaft?
Sebastian Machowski: „Dadurch sind wir als Team auf jeden Fall näher zusammen gerückt. Wir haben gelernt, miteinander zu kämpfen. Aber es braucht mehr, um auch dauerhaft miteinander zu gewinnen. Es ist leider zu oft so, dass man sich am Gegner misst. Wichtig ist, gegen alle Mannschaften gleich aufzutreten. Mit Blick auf das Playoff-Rennen war unsere Serie wichtig. Wir müssen jedoch nach der Niederlage in Ulm weiter fokussiert bleiben – das ist extrem wichtig.“

Sie haben seit dem 7. November 2010 (53:76 gegen die Artland Dragons) nicht mehr daheim verloren. Wie sehr trägt Sie die Atmosphäre in der Braunschweiger Volkswagen-Halle?
Sebastian Machowski: „Das eigene Publikum hilft uns ungemein, das steht außer Frage. Wir wollen in die Playoffs und das Beko BBL TOP FOUR – dabei sind unsere Zuschauer ein wichtiger Faktor. Das haben wir nicht zuletzt bei Spielen wie gegen Oldenburg gemerkt.“

Sportlich läuft es rund, dennoch ist im Vergleich zur Vorsaison ein Zuschauerrückgang zu verzeichnen. Lässt sich dies durch den Weggang zweier Sympathieträger wie Heiko Schaffartzik und Yassin Idbihi begründen?
Sebastian Machowski: „Wir haben zwar eine gute Fan-Basis, aber keine, die uns regelmäßig 6.000 Leute in die Volkswagen-Halle bringt. Es braucht Erfolge, um die Menschen an uns zu binden. Diesbezüglich haben wir vergangenes Jahr in den Playoffs einen guten Schritt nach vorn getan, und unsere aktuelle Heimserie macht sich in der Stadt auch bemerkbar. Man darf aber nicht vergessen, dass unser Rückrunden-Spielplan teilweise ungünstige Termine vorgibt und wir mit den Fußballern von Eintracht Braunschweig regionale Konkurrenz haben. Wir hoffen, dass wir auch diese Saison noch mehr Fans für uns gewinnen können und in einigen Begegnungen die Hütte voll kriegen.“

Sie tragen vier der letzten sechs Saisonspiele zuhause aus. Das müsste Ihnen mit Blick auf das Playoff-Rennen doch entgegen kommen...
Sebastian Machowski: „Zuvor müssen wir entsprechend oft auswärts spielen, dort wollen wir nach Möglichkeit die Weichen in die richtige Richtung stellen. Mit Blick auf die Playoffs können die vielen Heimspiele zum Saisonende entweder hilfreich oder vielleicht auch bitter nötig sein. Ich hoffe aber, dass es nicht wie im vergangenen Jahr auf den letzten Spieltag ankommt und wir die Playoff-Qualifikation schon vorher sicher haben.“

image_1296545884619.jpegAuch jetzt haben Sie eine Spielpause, die mit der Pokal-Begegnung gegen die EWE Baskets Oldenburg „gefüllt“ wird. Mit welchen Erwartungen gehen Sie in diese Partie, zumal der jüngste 78:70-Sieg über die „Donnervögel“ noch nicht allzu lange her ist?
Sebastian Machowski: „Es ist insofern gut, als dass wir keine langen Trainingswochen ohne ein wichtiges Spiel haben. Und es hilft uns, den Gegner bereits aus zwei absolvierten Begegnungen zu kennen. Das letzte Spiel gegen Oldenburg steckt noch in den Köpfen der Spieler, birgt aber auch die Gefahr, die Baskets vielleicht zu unterschätzen. Es ist natürlich von Vorteil, dass wir daheim auflaufen und mit dem Einzug in die Endrunde noch nicht zufrieden sind.“

Ende des Monats (28. Februar, Anm. d. Red.) läuft die Transfer-Frist aus. Sehen Sie bei Ihrem Team aktuell Handlungsbedarf, den Kader mit einer Neuverpflichtung zu verstärken?
Sebastian Machowski: „Gemeinsam mit meinem Co-Trainer Philipp Köchling und Sportdirektor Oliver Braun beobachten wir den Spielermarkt genau. Wir werden das verfügbare Personal und unsere Mannschaft im Laufe des Februars genau im Auge behalten. Zum momentanen Zeitpunkt kann ich eine eventuelle Nachverpflichtung nicht ausschließen.“

Zur Person:

Sebastian Machowski, 39, ist seit der Saison 2009/2010 als Cheftrainer der New Yorker Phantoms Braunschweig tätig. Als Spieler betrat er während seiner aktiven Karriere für Lichterfelde, Berlin, Bonn, Leverkusen, Weißenfels, Jena und Köln in Basketball-Deutschland auf und spielte darüber hinaus an diversen Stationen im europäischen Ausland. Der 32-fache Nationalspieler gewann mit ALBA Berlin 1995 den Korac Cup. Die Laufbahn als Coach schlug Machowski 2007 beim polnischen Erstligisten Kotwica Kolobrzeg ein, ehe er in seiner Debüt-Saison in der Beko BBL mit den New Yorker Phantoms sensationell ins Halbfinale einzog.

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