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"Dirk kann es auch nicht ohne uns"

Der König der knappen Spiele hatte den Ball und etwas Platz. Doch statt hochzusteigen, spielte Dirk Nowitzki einen gerade mal 22-Jährigen an, mit dem er noch vor vier Wochen nie zusammengespielt hatte. "Genau das ist das Wichtige", sagte Philipp Schwethelm, der das Anspiel ...
1315636552/img_Philipp_Schwethelm_Deutschland_EM_2011.jpg... zu einem Dreier nutzte und in den letzten fünf Minuten mit acht weiteren Punkten gegen die Türkei zum Matchwinner für Deutschland wurde.

image_1288779294890.pngTeam Germany berichtet live von der EM.

Nicht in irgendeinem Spiel, sondern den K.o. in der Zwischenrunde seiner ersten EM vor Augen.

Wieder auch als Spielmacher im Einsatz

Nach dem 73:67-Sieg haben die Deutschen das Erreichen des Viertelfinals im Sonntagsspiel gegen Litauen (ab 19.45 Uhr live im TV auf SPORT1 und im Live-Ticker) in ihrer Hand - und eine nützliche Erkenntnis, wie Schwelthelm im Interview erläutert.

Der Small Forward, der auch gegen die Türken kurz als Spielmacher aushalf, spricht zudem über seine vermeintliche Schauspieleinlage und das "Sinnbild" Chris Kaman.

Außerdem erklärt er, dass er von seinem Sahnetag bereits früher als jeder andere wusste und vernichtende Kritik weggesteckt hat.

Herr Schwethelm, in so einem wichtigen Spiel steigen Sie zum Matchwinner auf…
Philipp Schwethelm: „Nein, nein, wir alle haben es hingekriegt, in der Verteidigung zusammenzuarbeiten und vorne den Ball laufen zu lassen.“

Aber woher haben Sie den Mut gehabt, dann abzudrücken?
Philipp Schwethelm: „Wenn Dirk und Chris die Bälle herauspassen und wir die offenen Würfe haben, müssen wir die auch nehmen. Wenn in jedem Spiel einer nach vorne tritt und die wichtigen Würfe trifft, sind wir nur schwer auszurechnen.“

„Wir können nicht ohne Dirk“

Wann wussten Sie, dass Sie diesmal derjenige sind? In den vorigen Partien ist es ja nicht so gut für Sie gelaufen.
Philipp Schwethelm: „Ich wusste schon im Hotel: Heute wird es Zeit loszulegen.“

War es da der letzte Anschub, dass Nowitzki Ihnen im Schlussviertel den Ball gegeben hat, obwohl er selbst hätte werfen können?
Philipp Schwethelm: „Das ist genau das Wichtige. Wir können nicht ohne Dirk den Erfolg haben, den wir haben wollen, aber Dirk kann es auch nicht ohne uns. Wir müssen die richtige Balance finden. Unsere Stärke ist es, den Ball nach innen zu geben. Aber manchmal müssen wir auch außen den Ball mal herumpassen und aus dem System auszubrechen.“

Noch im dritten Viertel hat Nowitzki sein viertes Foul kassiert. Haben Sie befürchtet, dass dies den Ausschlag gegen Deutschland geben könnte?
Philipp Schwethelm: „Ich glaube, keiner hatte auch nur eine Sekunde Zweifel, dass wir dieses Spiel gewinnen würden. Wir haben in diesem Sommer schon bewiesen, dass wir auch ohne Dirk und Chris große Teams schlagen können, die Türkei auch. Also war mir nicht unbedingt angst und bange.“

„Die Türken standen genauso unter Druck wie wir“

1315636697/img_Philipp_Schwethelm_Deutschland_EM_2011_2.jpgHaben Sie gestaunt, dass er bereits acht Minuten vor dem Ende wieder eingewechselt wurde, obwohl er sich kein Foul mehr leisten durfte?
Philipp Schwethelm: „Dirk ist nicht nur der beste Spieler der Welt, sondern auch ein sehr schlauer. Wenn einer trotz Foulbelastung gut spielen kann, dann ist er das.“

Warum lief das erste Viertel offensiv so schlecht? Gerade mal sechs Punkte standen für Deutschland auf der Tafel…
Philipp Schwethelm: „Die Türken haben ja auch nur 16 Punkte gemacht, die standen genauso unter Druck wie wir. Es stand unheimlich viel auf dem Spiel. Da ist man am Anfang meistens ein bisschen verkrampft.“

Besonders bei Chris Kaman schien es lange, als sei er übernervös. Doch nach der Halbzeit hat er fünf seiner sechs Versuche verwandelt und wichtige Rebounds geholt. Wie hat er die Kurve gekriegt?
Philipp Schwethelm: „Das war sinnbildlich fürs ganze Spiel: Schlecht angefangen, gut beendet. Als Dirk auf der Bank saß, hat gerade er die Verantwortung übernommen.“

„Die Kritik war noch viel vernichtender“

Und am Ende Sie. Wo steht diese Partie auf Ihrer persönlichen Hitliste?
Philipp Schwethelm: „Auf einem der oberen Plätze. Aber wir haben als Mannschaft gewonnen, da will ich mich überhaupt nicht herausheben. Trotzdem ist es ein gutes Gefühl, zu gewinnen und zu wissen, dass man gut gespielt hat.“

War es Ihr bestes Spiel im Nationaltrikot?
Philipp Schwethelm: „Wahrscheinlich ja.“

Es war noch vor Kurzem zu lesen, Sie hätten nicht das Zeug dazu, mehr als ein ordentlicher Bundesliga-Spieler zu werden…
Philipp Schwethelm: „Die Kritik war noch viel vernichtender.“

„Wenn wir den Ball laufen lassen, sind wir erfolgreich“

Stört es Sie, wenn Sie nun als reiner Wurfkünstler dargestellt werden?
Philipp Schwethelm: „Klar, das ist meine größte Stärke, aber weiß, dass ich noch andere habe. Aber es stört mich nicht, welchen Stempel ich jetzt bekomme. Und wenn mich die gegnerischen Teams für einen reinen Schützen halten, wäre mir das ganz recht. Dann ziehe ich vorbei und habe einen freien Korbleger.“

21 Sekunden vor Schluss haben Sie ein Foul kassiert, weil Sie nach dem Wurf wie einst Reggie Miller die Beine nach vorn gestreckt und sich nach dem Kontakt dann fallen gelassen haben. Waren Sie damit einverstanden?
Philipp Schwethelm: „Ich finde es grundsätzlich gut, dass die Schiedsrichter der Schauspielerei ein Ende setzen. Es gibt viele Spieler, die das nach jedem Wurf machen, um ein Foul zu schinden. Ich bin eigentlich kein Spieler, der so etwas macht. Wenn es so war, dann bestimmt nicht mit Absicht.“

Ist es nun für das Entscheidungsspiel vor 11.000 Fans gegen Litauen von Vorteil, so eine Nervenschlacht gewonnen zu haben?
Philipp Schwethelm: „Was uns am meisten nützt, ist dass wir gesehen haben: Wenn wir den Ball laufen lassen, sind wir erfolgreich. Das müssen wir mitnehmen.“

Quelle: SPORT1

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