FB Twitter Instagram YouTube Google+

"Dream Team 1992 – das war Basketball!"

Die Olympischen Spiele in Barcelona waren einer der Höhepunkte im Jahr 1992. Für den Basketball waren sie mehr als das, denn die Sportart wurde aus dem Dornröschenschlaf geküsst. Die Nationalmannschaft der Vereinigten Staaten von Amerika, das „Dream Team“, begeisterte ...
1302508171/img_SB1.jpg... die Welt mit ihrem Können.

Auch die Auswahl Deutschlands hatte die Gelegenheit, sich mit der Übermannschaft um die NBA-Legenden wie Michael Jordan, Magic Johnson oder Larry Bird zu messen. Im dritten Spiel des Olympischen Basketballturniers unterlagen die DBB-Korbjäger deutlich mit 68:111. Es war ein Resultat, das fast genau dem Punkteschnitt entsprach, mit dem die US-Boys ihre Gegner in den acht Partien bis zur Goldmedaille überrollten.

In der Reihe „Emotionale Momente“ blickt Stephan Baeck, der gegen das legendäre „Dream Team“ antreten durfte, auf dieses einzigartige Karriere-Highlight zurück.

Herr Baeck, wie häufig werden Sie heute noch auf Olympia 1992 angesprochen?
Stephan Baeck: „Das passiert relativ oft. Beispielsweise, wenn Leute bei mir im Ballpark Fotos sehen oder wenn über Michael Jordan gesprochen wird. Dann heißt es: Ach guck mal, der hat schon mal gegen Michael Jordan gespielt.“

„Das lässt sich mit nichts vergleichen“

1302508245/img_SB2.jpgWelche Erinnerungen haben Sie an die Olympischen Spiele 1992 in Barcelona?
Stephan Baeck: „Das lässt sich mit nichts vergleichen. Es war das Größte, mit einer ganz besonderen Atmosphäre. Es war größer als die Europameisterschaft 1993, der Korac-Cup-Gewinn 1995 oder die Meisterschaften mit Köln und Leverkusen. Das sind alles tolle Erfolge, aber von der Gesamtveranstaltung her waren die Olympischen Spiele unübertroffen – weil es dort eben nicht nur um Basketball ging. Im Olympischen Dorf waren bis auf die NBA-Basketballer alle Sportler dabei. Es war etwas Besonderes, da nicht nur die größten deutschen Sportler, sondern auch die größten internationalen Athleten da waren. Von ihnen las man damals nur in der Zeitung oder sah Berichte im Fernsehen. Das war eine wunderbare Atmosphäre, obwohl jeder gewinnen wollte.“

Die deutsche Nationalmannschaft hatte auf das Ziel Olympia 2008 lange hingearbeitet. Hatten Sie persönlich auch dieses Ziel, einmal bei den Olympischen Spielen dabei zu sein?
Stephan Baeck: „Ich habe damals noch gar nicht so weit gedacht. Ich hatte schon 1984 die Chance, zu den Olympischen Spielen nach Los Angeles mitzufahren. Bundestrainer Ralph Klein wollte mich als ganz jungen Spieler mitnehmen. Ich glaube, ich war erst 19 Jahre. Ich galt damals als Talent – deswegen wollte er mich mitnehmen. Parallel fand aber auch die Junioren-Europameisterschaft in Schweden statt, die ich unbedingt spielen sollte.“

„Das war das Nonplusultra“

1302508344/img_SB3.jpgUnd so sind Sie dann erst acht Jahre später auf Michael Jordan getroffen? Wie war das?
Stephan Baeck: „Es war ja nicht nur Michael Jordan und überhaupt kein Vergleich zu der Mannschaft, die 1984 gespielt hat. Es war ein Team mit Magic Johnson, Charles Barkley, David Robinson, Scottie Pippen, Clyde Drexler, Larry Bird – das war Basketball. Es gab da nicht die Frage, wer sonst noch hätte spielen können. Das war das Nonplusultra, das nur einmal im Leben vorkommt. Bis heute ist an dieses erste ‚Dream Team’ keine Mannschaft herangekommen. Es waren so viele charismatische Spielertypen dabei. Das ist unvergleichbar.“

Dirk Nowitzki hatte Tränen in den Augen, als im Jahr 2008 die Qualifikation für Peking geschafft war. Können Sie das nachvollziehen?
Stephan Baeck: „Auf jeden Fall. Für mich war es damals eine Riesenfreude, allein wegen der Art und Weise, wie wir uns für Barcelona qualifiziert hatten. Entscheidend war seinerzeit der letzte Wurf der Slowenen – nicht gegen uns, sondern gegen die Sowjetunion. Als der Ball auf dem Ring tanzte und dann doch nicht in den Korb fiel, waren wir qualifiziert. Das war eine Riesengeschichte für uns. Nicht nur, weil wir damals ein starkes Turnier gespielt, sondern weil alle aus der Mannschaft mit Magen-Darm-Durchfall zwei Tage lang im Bett gelegen hatten. Ich am letzten Tag, Detlef (Schrempf) vorher.“

„Wir wollten nicht den Pausen-Clown machen“

1302508736/img_SB5.jpgDeutschland hatte das Glück, in der Vorrunde gegen das „Dream Team“ zu spielen. Wie war das?
Stephan Baeck: „Wir hatten Svetislav Pesic als Trainer, der schon realistisch eingeschätzt hatte, dass es schwer werden würde, gegen dieses Team zu gewinnen. Wir wollten aber auch nicht den Pausen-Clown machen, also hatten wir ein Ziel vor Augen: Wir wollten zeigen, wie gut wir spielen können – nicht um zu gewinnen, sondern für uns selbst. Wir haben es nicht nur als Schaulaufen gesehen, sondern wollten unseren Mann stehen. Auf dem Feld war es dann natürlich nicht so. Ich glaube, wir haben sogar noch ganz gut gegen die Amis gespielt und eines der besseren Ergebnisse gegen diese Mannschaft in diesem Turnier erzielt. Im Laufe des Spiels waren wir aber chancenlos.“

Wie war das mit der damaligen Mannschaft? Gab es einen Leitwolf im Team?
Stephan Baeck: „Ja, das war natürlich Detlef Schrempf. Er war auch in einer ganz besonderen Situation, denn er war derjenige Spieler, wie es in der Mannschaft in den letzten Jahren Dirk Nowitzki war. Er kannte die Spieler direkt aus Amerika, weil er gegen sie schon häufiger gespielt hatte. Sie kannten ihn besser als uns. Sie kannten auch einige von uns, wie zum Beispiel Henrik Rödl, der auf dieselbe Uni wie Michael Jordan gegangen ist. Charles Barkley kannte Hansi Gnad, der bei den Philadelphia 76ers im Trainings-Camp war. Auch Uwe Blab war kein Unbekannter. Es gab also schon einige Berührungspunkte. Man kannte sich schon ein bisschen. Aber bei Detlef war eine Verbindung da, und er war natürlich der Leitwolf.“

1302508769/img_SB4.jpgHaben Sie heute noch Kontakt zum Team und den Spielern von damals?
Stephan Baeck: „Sporadisch. Mike Koch sehe ich immer noch, und die anderen Leute, die jetzt noch im Basketball involviert sind. Mit ihnen habe ich immer noch Kontakt. Mit Henrik Rödl habe ich danach noch lange bei ALBA zusammengespielt. Die Mannschaft ist 1992 ja nicht auseinander gebrochen, sondern hat noch länger zusammen gespielt.“

Zur Person:
Stephan Baeck wurde am 12. April 1965 in Köln geboren. Der 1,96 Meter große Shooting Guard gehörte zum deutschen Olympia-Team 1992 in Barcelona und zur Mannschaft, die 1993 in München Europameister wurde. Während seiner aktiven Laufbahn gewann Baeck sechs Deutsche Meisterschaften sowie je einmal den nationalen Pokalwettbewerb und den Korac Cup (1995). Der 133-fache deutsche Nationalspieler spielte unter anderem für Köln, Leverkusen, Berlin, Saloniki und Hagen.

Telekombasketball.de

Alle Spiele LIVE und in HD!

easyCredit Telekom TipBet Spalding Kinder plus Sport