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"Für Deutschland zu spielen, wäre eine große Ehre" - DaShaun Wood im Interview

Er war der Star der vergangenen Saison. Mit durchschnittlich 18,9 Punkten, 5,9 Assists und 4,7 Rebounds pro Partie schnappte sich DaShaun Wood bei den FRAPORT SKYLINERS, die seinerzeit noch als DEUTSCHE BANK SKYLINERS firmierten, den Titel des MVP 2011.
1317401015/img_DaShaun_Wood_ALBA_BERLIN_1.jpgDoch nach nur einem Jahr in der Main-Metropole folgte der 25-jährige US-Amerikaner Trainer Gordon Herbert zu ALBA BERLIN und hofft mit den "Albatrossen" auf den ganz großen Wurf in der Beko BBL.

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Ausgerechnet bei dem Klub, gegen den er mit Frankfurt im Playoff-Halbfinale im vergangenen Jahr gescheitert war. Vor dem Start der Beko BBL (ab 3. Oktober live im TV auf SPORT1) wollen sich die Berliner zunächst noch für die Euroleague qualifizieren.

Der Weg in die "Königsklasse" führt die "Albatrosse" über VEF Riga, Gastgeber Spirou Charleroi und die russische Millionentruppe von Khimki Moskau. Im SPORT1-Interview spricht der Berliner Point Guard über den kommenden Gegner, seine Aussichten mit ALBA und einen möglichen Einsatz in der deutschen Nationalmannschaft.

"Die Beko BBL ist schneller und athletischer als die Lega Basket Serie A"

Mr. Wood, der letzte Spieler, der es geschafft hat, seine Auszeichnung als MVP zu verteidigen, war Henning Harnisch 1991. Werden Sie es ihm nachmachen?
DaShaun Wood: "Das kommt auf die Mannschaft an. Der Titel des MVP wird an den besten Spieler der besten Mannschaft vergeben. Wenn wir es wie letztes Jahr mit Frankfurt schaffen eine tolle Saison zu spielen und viele Spiele zu gewinnen, dann habe ich eine Chance."

Sie wechselten 2010 als relativ unbekannter Spieler von Benetton Treviso zu den damaligen DEUTSCHE BANK SKYLINERS. Was hat sich seitdem verändert?
DaShaun Wood: "Die Beko BBL ist schneller und athletischer als die italienische Lega Basket Serie A, mit vielen starken Schützen. Ich gehe in diese Saison mit einem Jahr mehr an Erfahrung. Diese Erfahrung, auch nach der Niederlage in den Halbfinal-Playoffs gegen ALBA, will ich als Motivation nutzen, um dieses Jahr das Endspiel zu erreichen und es hoffentlich auch zu gewinnen."

Hat sich Ihre Einschätzung der Beko BBL nach dem Wechsel aus Italien verändert?
DaShaun Wood: "Nach meinem Wechsel aus Italien wollte ich nur ein gutes Jahr spielen. Ich habe vorher nur Mannschaften wie Berlin oder Bamberg gekannt. Es gibt in Deutschland viele starke Teams mit klasse Spielern. Als ich hier ankam, hatte ich nicht das Ziel MVP zu werden. Mein einziges Ziel war, wieder regelmäßig Basketball zu spielen. Aber ich bin innerhalb des Jahres stets besser geworden. Viele sagen, dass die deutsche Liga nicht so stark sei, aber ich sehe das anders. Ich denke, dass es dieses Jahr eine noch stärkere Liga sein wird."

Wood glaubt an Dreikampf

Sie sind aus Frankfurt, wo sie der unbestrittene Leistungsträger waren, nach Berlin gewechselt und spielen nun mit vielen Stars zusammen. Wie ändert sich nun ihre Rolle auf dem Feld?
DaShaun Wood: "Das ist ein großer Unterschied. In Berlin haben wir viele Spieler, die alle den Unterschied ausmachen können. Nehmen wir meinen Backup Heiko Schaffartzik. Es wird auch Spiele geben, wo er mehr spielen wird als ich. Das ist nur ein Beispiel, das zeigt, wie gut wir sind. Es wird schwer für andere Mannschaften, bei uns den einen Schlüsselspieler zu finden, den man ausschalten muss. Ich will mich dieses Jahr darauf konzentrieren, meine Defense zu verbessern und mehr Verantwortung zu übernehmen."

Es wird ein Dreikampf zwischen Titelverteidiger Brose Baskets, Aufsteiger FC Bayern München und ALBA BERLIN erwartet. Warum verhält sich Ihre Mannschaft bisher so defensiv, was Titelansprüche angeht?
DaShaun Wood: "Der Titelwunsch ist einer der Hauptgründe, warum alle nach Berlin kommen. Nicht nur unser Headcoach Gordon Herbert hat den Wunsch nach dem Titel, auch ich bin deswegen nach Berlin gekommen. Alle im Verein, Trainer, Spieler und Verantwortliche, sind wie eine große Familie, die alles dafür tun wird, die Meisterschaft zu gewinnen. Dafür arbeiten wir alle sehr hart und haben genug Selbstvertrauen, aber einfach wird es natürlich nicht."

Sie selbst sprachen letzte Saison noch von der NBA…
DaShaun Wood: "Ich bin sehr glücklich in Berlin und dieses Jahr ist mein einziges Ziel der Titel. Bei ALBA zu spielen ist für mich, wie in der NBA zu spielen. Es ist ein Traum."

"Heiko kann den Unterschied ausmachen"

1317401891/img_DaShaun_Wood_ALBA_BERLIN_2.jpg Sehen Sie in der Beko BBL andere Spieler mit NBA-Format?
DaShaun Wood: "Da gibt es einige, nicht nur in unserer Mannschaft, sondern auch in Bamberg oder München. Bei uns hat zum Beispiel Kyle Weaver bereits in der NBA gespielt, oder der Oldenburger Bobby Brown. Das zeigt das Talent und die Klasse der deutschen Liga in diesem Jahr."

Dirk Nowitzki und Chris Kaman sind unbestritten die beiden besten deutschen Spieler. Sehen Sie ihren Mannschaftskameraden Heiko Schaffartzik als Nummer drei?
DaShaun Wood: "Er kann das auf jeden Fall sein. Heiko kann in vielen Situationen den Unterschied ausmachen. Er kann selber punkten, gibt Pässe und ist stark in der Defensive. Dazu ist er ein Führungs- und ein toller Mannschaftsspieler. Er arbeitet sehr hart und will immer gewinnen. Ich bin sehr froh, dass er nun auf meiner Seite ist."

Wie unterscheidet er sich von Pascal Roller, mit dem sie vergangene Saison in Frankfurt spielten?
DaShaun Wood: "Wenn es einen Unterschied gibt, dann den, dass Pascal vielleicht ein etwas besserer Schütze, Heiko dagegen stärker in der Defensive ist. Allerdings haben die beiden viel gemeinsam. Sie sind tolle Mannschaftsspieler, sind uneigennützig und wollen unbedingt gewinnen. Meine Erfahrung mit Pascal wird mir für das Zusammenspiel mit Heiko sehr hilfreich sein."

In Charleroi soll der Euroleague-Einzug perferkt gemacht werden

Zahlreiche Nationen haben amerikanische Point Guards eingebürgert. Letztes Beispiel ist Mazedonien mit Bo McCalebb, der den Außenseiter sogar ins EM-Halbfinale geführt hat. Können Sie sich vorstellen, einmal für die deutsche Nationalmannschaft zu spielen?
DaShaun Wood (lacht): "Das wäre großartig und eine große Ehre. Aber ich muss noch viel tun, um zu beweisen, dass ich diese Chance verdiene. Dazu muss ich hier in Berlin genauso erfolgreich sein, wie in Frankfurt. Wenn sich diese Möglichkeit ergibt, könnte ich mir das vorstellen."

Kurz zur Euroleague: In den vergangenen beiden Jahren verpasste ALBA die Qualifikation für die Königsklasse immer haarscharf. Warum sind dieses Jahr die Chancen besser?
DaShaun Wood: "Ob die Chancen besser sind, weiß ich nicht. In diesem Jahr gibt es kein Hin- und Rückspiel, jede Niederlage bedeutet das Aus. Dazu spielen wir drei Partien in vier Tagen. Das wird eine große Herausforderung. Unser Vorteil ist, dass wir zahlreiche Spieler haben, die viele Minuten spielen können. Das ist unser Bonus, dass wir trotz der Spiele frisch bleiben. Das sind auch Spiele, die wir wollen, denn dann werden wir sehen, wie gut wir wirklich sind. Ich denke, wir haben gute Chancen und wir glauben auch daran."

Gegen Riga treffen Sie auf ihre US-Rivalen Marque Perry und Curtis Millage. Wird das Duell gegen die Letten auf der Position des Point Guard entschieden?
DaShaun Wood: "Ich habe bereits letztes Jahr in der Euro Challenge gegen sie gespielt. Ich denke aber nicht, dass die Partien von einzelnen Spielern entschieden werden. Da ist das ganze Team gefragt. Wir müssen besonders in der Defensive stark sein, dann haben wir eine gute Chance, zu gewinnen."

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