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"Habe hier noch viele Freunde"

Gut neun Jahre ist es her, dass die Nationalmannschaft bei den Weltmeisterschaften die Bronzemedaille gewann. Ein riesiger Erfolg für die Mannschaft um Dirk Nowitzki und Ademola Okulaja, der von der begeisterten Anhängerschaft in der Heimat frenetisch gefeiert wurde.
1312880305/img_Henrik_Dettmann_3.jpgWie es oftmals so ist, erinnert sich das kollektive Basketball-Gedächtnis nur an Auszüge eines solchen Turniers - so wie an den Dunk von Misan Nikagbatse über Yao Ming. Oder die ausgelassenen Jubelarien der Spieler bei der Siegerehrung.

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Erst auf den zweiten oder dritten Blick fällt am Rande der Szenerie auf, dass der Bundestrainer dezent zufrieden lächelt. Diese ruhige Art hat Henrik Dettmann bis heute nicht verloren. Dies war auch am vergangenen Freitag unschwer zu erkennen, als er mit der Nationalmannschaft Finnlands in Hagen die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes gefordert hatte.

Große Gesten liegen dem Basketball-Philosophen fern

Dass sein Team am Ende mit 79:74 in der ENERVIE Arena die Oberhand behält, ist dem 53-Jährigen ein zufriedenes Lächeln wert. Große Gesten sind bis heute nicht sein Ding, dafür ist Dettmann zu fokussiert auf das eigentliche Ziel: die Qualifikation für die Europameisterschaft. „Wir sind ganz zufrieden mit unserem Spiel, hätten aber hier und da sicher einige Situationen anders lösen können“, berichtet der Basketball-Philosoph, fügt aber an: „Eine Weltklasse-Mannschaft wie Deutschland zu schlagen tut dem Selbstvertrauen immer gut. Wir haben uns sehr über die Einladung des Verbandes gefreut, der schon immer ein guter Gastgeber war.“

Dettmann weiß, wovon er spricht, lenkte er doch zwischen 1997 und 2003 die sportlichen Geschicke der „Adlerträger“ und war damit ganz nah dran an der „Generation Nowitzki“, mit welcher der Finne tolle Momente erlebte. „Als ich die Mannschaft übernommen habe, waren wir in Europa an zwölfter Stelle gelistet. 2002 gewinnen wir dann bei der Weltmeisterschaft in Indianapolis die Bronzemedaille“, erinnert sich Dettmann. „Ich habe während dieser Zeit mit tollen Spielern und Trainern zusammengearbeitet und selbst viel gelernt.“

„Niemand hat an uns geglaubt“

1312880489/img_Henrik_Dettmann_2.jpgAuch in der Bundesliga hat der Finne seine Spuren hinterlassen. Nach Beendigung seines Engagements beim Verband heuerte er beim Mitteldeutschen Basketball Club an, mit dem er 2004 sensationell den FIBA Europe Cup gewann.

„Das war eine ganz spezielle Erfahrung“, so Dettmann. „Niemand hat an uns geglaubt, außer den wichtigsten Personen: die Spieler. Es war ein unglaublicher Erfolg, zu dieser Zeit den zweiten Europapokal überhaupt nach Deutschland geholt zu haben.“ Zuvor gelang es lediglich ALBA BERLIN im Jahre 1995, den Korac Cup zu gewinnen.

Zwischen 2004 und 2006 stand der Basketball-Fachmann in Braunschweig an der Seitenlinie, wobei er bei Dienstantritt den zuvor erfolglosen Ken Scalabroni ersetzte, ehe er im Januar 2006 selbst verfrüht seinem Nachfolger Emir Mutapcic Platz machen musste.

Dennoch blickt Dettmann gern auf seine Zeit in Deutschland zurück, wobei der Kontakt nie ganz abgerissen ist. „Ich habe hier noch viele Freunde mit denen ich versuche, in Verbindung zu bleiben, wie die Zeit es erlaubt.“

„Die Liga geht in die richtige Richtung“

1312880357/img_Henrik_Dettmann_1.jpgDer deutsche Basketball wird immer einen großen Stellenwert im Leben des Henrik Dettmann haben. Vielleicht beobachtet er auch deshalb genau, was gegenwärtig in der Beko BBL vor sich geht und in welche Richtung sich das deutsche Oberhaus entwickelt.

„Die Liga geht in die richtige Richtung, und mit dem FC Bayern München kommt nochmals mehr Potential hinzu.“ Es ist demnach zu erwarten, dass Henrik Dettmann - stets ein gern gesehener Gast in den Hallen der Beko BBL - auch in Zukunft öfter Spiele besuchen wird.

Vorher jedoch gilt die volle Konzentration der Qualifikation zur Europameisterschaft, bei der Finnland sich gegen Ungarn und Portugal durchsetzen will. Und wer weiß: Sollte den Skandinaviern die Teilnahme an den Kontinentalmeisterschaften gelingen, vielleicht huscht dann erneut dieses verschmitzte Grinsen über das Gesicht Henrik Dettmanns - ein Grinsen, das ihm Basketball-Deutschland gönnen würde.

Zur Person:

Henrik Dettmann, geboren am 5. April 1958, lenkte zwischen 1997 und 2003 als Bundestrainer die Geschicke der deutschen Nationalmannschaft (177 Spiele, 90 Siege, 87 Niederlagen). Während seiner Amtszeit gewann die DBB-Auswahl Bronze bei der Weltmeisterschaft 2002 in den USA. Nach seiner Verbands-Tätigkeit führte er den Mitteldeutschen Basketball Club zum Gewinn des FIBA Europe Cup (2004). Danach heuerte Dettmann für zwei Jahre in Braunschweig an, ehe er sich vollends auf die Arbeit für den finnischen Basketball-Verband konzentrierte (112 Spiele, 66 Siege, 46 Niederlagen). Mit der Nationalmannschaft Finnlands spielt der 53-Jährige aktuell um die Qualifikation für die Europameisterschaft (31. August bis 18. September in Litauen).

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