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"Meine Mitspieler denken, dass ich verrückt bin"

Taylor Rochestie hat ALBA BERLIN in die Erfolgsspur zurückgeführt. Mit ihm haben die Berliner nicht mehr verloren. Der 25-jährige Texaner scheint optimal in das System von Muli Katzurin zu passen. Im Interview spricht der Point Guard über den Höhenflug der „Albatrosse“, sein ...
image_1301033913691.jpeg... persönliches Erfolgsrezept und die große Herausforderung gegen die Brose Baskets (Sonnabend, ).

Seitdem Sie in Berlin sind, hat ALBA in der Beko BBL kein Spiel mehr verloren und hat jetzt mit sechs Siegen in Folge die längste Siegesserie der Liga. Sind Sie eine Art Glücksbringer für das Team?
Taylor Rochestie: „Ich bin einfach zum richtigen Zeitpunkt zum Team gestoßen. Ich bringe definitiv viel Energie und Aufregung ins Spiel und agiere mit großer Leidenschaft. Aber wenn du zu einer Mannschaft stößt, welche mit solch großartigen Spielern und einem guten Trainer bestückt ist sowie ein funktionierendes System hat, ist es leicht, gut auszusehen.“

Wie erklären Sie sich ALBAs Aufwärtstrend?
Taylor Rochestie: „Die Spieler verstehen mehr und mehr das neue System des Trainers. Wir spielen jetzt mit einem mehr oder weniger vollen Kader, der zuletzt von Miro komplettiert wurde. Wir haben begonnen, gut und vor allem zusammen zu spielen. ALBA ragt nicht nur individuell heraus, sondern als Mannschaft. Das Team spielt füreinander. Das ist der entscheidende Punkt.“

Muli Katzurin lässt viele Schnellangriffe und eine harte Verteidigung mit wechselnder Strategie spielen. Liegt Ihnen die Philosophie des neuen ALBA-Trainers?
Taylor Rochestie: „Ja, auf jeden Fall. Muli hat großes Vertrauen in uns als Spieler. Es gibt uns natürlich viel Selbstvertrauen zu wissen, dass der Coach einen unterstützt und hinter einem steht. Er hat eine überzeugende Gewinn-Strategie, zum Beispiel indem er häufig seine Verteidigungsstrategien wechselt, die uns nach einem Ballgewinn leichte Punkte aus Fastbreaks ermöglichen. Muli bereitet uns hervorragend auf die Spiele vor, wie beispielsweise auf die letzte Partie gegen Frankfurt, wo wir genau wussten, wie wir auf die Aktionen des Gegners reagieren müssen. Die Trainingseinheiten sind optimal gelaufen. Das führt zu guten Spielen.“

"In der Offensive ist der Stil ähnlich"

image_1301034423475.jpegViele Leute sagen, Sie würden perfekt in das System passen. Sehen Sie das auch so?
Taylor Rochestie: „So weit, so gut. Ich mag schnelles Tempo im Spiel. Ich bekomme viele Blöcke im Pick&Roll gestellt. Oft kommt es einfach nur darauf an, die Situation richtig zu lesen. Manchmal musst du das Spiel schneller gestalten, ein anderes Mal langsamer. Es ist ein gutes System für einen Point Guard, der es mag, das Spiel zu kontrollieren und dem anderen Team sein Tempo aufzudrücken.“

Ist ALBAs Spielstil mit dem von Göttingens John Patrick vergleichbar, für den Sie in der Vorsaison spielten?
Taylor Rochestie: „In der Offensive ein bisschen. John wollte auch von uns, dass wir viele Fastbreaks laufen und die gegnerische Verteidigung pushen. Gleichzeitig hatten wir in Göttingen beziehungsweise haben wir hier in Berlin gute, erfolgversprechende Plays im Angriff. Der Stil ist ähnlich, aber dennoch hat ALBA eine eigene Coaching-Strategie.“

Gleich bei Ihrem ersten Auftritt im ALBA-Dress wurde deutlich, welchen Unterschied Sie ausmachen. Wie schwer war es für Sie als Point Guard, sich in das Team zu integrieren und die Vorstellungen Ihres Trainers umzusetzen?
Taylor Rochestie: „Die Situation war sehr einfach für mich. Die Kommunikationsform des Trainers ist sehr offen, weshalb ich sofort eine Beziehung zu Muli aufbauen konnte. Das half natürlich dabei, schnell herauszubekommen, was er von mir erwartet, was ich dem Team geben kann und wie das seine Strategie unterstützen kann. Auch die Spieler haben mich alle sehr nett willkommen geheißen und waren sehr offen für Veränderungen. Das Team musste sich neu orientieren und anpassen, nachdem es einen neuen Coach und einen neuen Point Guard bekam, die es führen. Alle Spieler haben den Wandel mit Bravour gemeistert und spielen seitdem nicht nur miteinander, sondern auch füreinander. Das hat mir den Übergang erleichtert.“

Spaß und Leidenschaft gehören dazu

image_1301034505716.jpegWas glauben Sie hat der Mannschaft vor Ihrer Ankunft am meisten gefehlt?
Taylor Rochestie: „Ganz einfach ausgedrückt: Siege einzufahren. ALBA ist es gewohnt, eines der besten Teams der Liga zu sein, viele Spiele zu gewinnen und Erfolg zu haben. Mit dem neuen Trainer mussten die Jungs erst einmal ein paar Partien für sich entscheiden, um Selbstvertrauen zu tanken und ihren Stolz zurückzubekommen, den ALBA normalerweise jedes Jahr auszeichnet. Siege helfen der Moral des gesamten Teams.“

Man sieht Sie oft mit einem breiten Lächeln über das Feld laufen. Inwieweit ist Spaß beim Spiel ein wichtiger Faktor?
Taylor Rochestie: „Für mich bedeutet das alles. Basketball ist ein verblüffendes Spiel. Ich liebe es und bin immer mit großer Leidenschaft dabei. Wenn ich glücklich bin und Spaß habe, spiele ich viel besser. Ich bin in einem Team mit Spielern, Trainern und Fans, die ich mag; wir spielen zudem in einer tollen Arena. Ich habe eine schöne Zeit und ich hoffe, das wird auch immer der Fall sein solange ich Basketball spiele.“

Konnten Sie schon Ihre Mitspieler infizieren?
Taylor Rochestie: „Das versuche ich (lacht). Meine Mitspieler denken, dass ich ein bisschen verrückt bin. Aber das ist gut so. Wenn ich weiter lächele und wir eine gute Zeit haben, gewinnen wir weiter. Ich bin überzeugt, dass die anderen Spieler meinen Style aufgreifen werden.“

Warum denken Ihre Mitspieler, dass Sie verrückt sind?
Taylor Rochestie: „Ich bin fast immer gut gelaunt, mache ständig Witze und habe Spaß bei der Sache. So möchte ich einfach im Leben und beim Basketball sein.“

"Wir wollen eine Botschaft senden"

image_1301034665245.jpegAm kommenden Sonnabend geht's gegen den Spitzenreiter aus Bamberg. Was erwarten Sie für ein Spiel?
Taylor Rochestie: „Ich erwarte ein sehr physisches Spiel. Ich denke, dass Bamberg es auch als großes Duell ansieht, weil wir derzeit einen Lauf haben und souverän auftreten. Natürlich wollen wir gegen das Top-Team gut aussehen und gewinnen. Das Ergebnis wird ein Maßstab sein, wie gut wir derzeit sind und wo wir uns noch bis zu den Playoffs verbessern müssen. Aus dem Hinspiel hat ALBA noch eine Rechnung offen. Es ist wichtig, dass wir eine Botschaft an Bamberg und den Rest der Liga aussenden, die zeigt, dass wir der härteste Gegner in der Beko BBL sind.“

Sie treffen im direkten Duell auf die Guards John Goldsberry und Anton Gavel, die für ihre exzellente Verteidigung bekannt sind. Wie sieht Ihre persönliche Strategie aus, den beiden den Schneid abzukaufen?
Taylor Rochestie: „Das Beste, was du machen kannst, ist sie zu respektieren und zu verstehen, dass sie gute Spieler sind. Ich respektiere beide sehr, sie sind großartige Spieler. Ich werde mit der richtigen Einstellung ins Spiel gehen und mit dem Wissen, dass es ein schweres Spiel wird – auf mentaler und physischer Ebene. Ich bin bereit, mich ihrer Intensität zu stellen und uns auf das nächste Level zu tragen.“

Ihr Ex-Klub BG Göttingen hat zuletzt eindrucksvoll bewiesen, wie man die Brose Baskets schlagen kann. Welche Faktoren entscheiden über Sieg und Niederlage?
Taylor Rochestie: „Unser Heimvorteil wird uns sicher sehr helfen. Ich erinnere mich an die letzte Saison: Für jedes gegnerische Team war es extrem schwer, in der Lok-Halle zu bestehen. Dort herrscht eine unbeschreibliche Atmosphäre. Die Berliner Fans werden ebenfalls mit großer Begeisterung dabei sein, genau wie wir als Spieler. Wir müssen einfach mit dem nötigen Selbstvertrauen auftreten sowie mit dem Bewusstsein ins Spiel gehen, dass wir gewinnen können.“

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Zur Person:
Taylor Rochestie

Nach seinem College-Abschluss von der Washington State University wechselte Taylor Rochestie zur Saison 2009/2010 in die Beko BBL zur BG Göttingen. Zum Ende der Hauptrunde wurde er zum „Newcomer of the Year“ gewählt. Mit der BG gewann er anschließend das in Göttingen selbst ausgetragene Final-Four-Turnier der EuroChallenge und wurde zum „MVP“ dieses Turniers ernannt. Nach der Saison wurde Rochestie vom türkischen Traditionsverein Galatasaray Café Crown verpflichtet. Anfang Februar 2011 war der 25-jährige Aufbauspieler Free-Agent, nachdem sich die Wege von ihm und Istanbul trennten. Am 16. Februar 2011 gab ALBA BERLIN die Verpflichtung Rochesties für den Rest der Saison 2010/2011 bekannt.

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