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"Zum Schluss fehlen Zentimeter"

ratiopharm Ulm unterliegt in Göttingen nach Verlängerung mit 91:103 (35:46, 85:85). Günther überragend, Trice mit Diagnose auf Gehirnerschütterung.
Die Bundesligabestleistung von Per Günther war am Ende nichts mehr wert. 27 Punkte, 6 Assists und nur einen Ballverlust hatte der Point Guard von ratiopharm Ulm im Spiel gegen die BG Göttingen produziert und die hart umkämpfte Partie fast im Alleingang in die Verlängerung gerettet. "Überragend", nennt Dr. Thomas Stoll folglich die Leistung seines Angestellten mit der Nummer 6. Doch gleichzeitig muss Stoll konstatieren, "dass es wieder einmal am Ende nicht gereicht hat. Es haben uns wieder ein paar Zentimeter gefehlt". Schmerzhaft war allerdings nicht nur die Niederlage, sondern auch die Verletzung von Rocky Trice. Der Guard war zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit nach einem harten Körperkontakt zu Boden gegangen und dort einige Schrecksekunden liegengeblieben. Nach Spielende wurde der 26-Jährige dann mit dem Verdacht auf eine Gehirnerschütterung ins Krankenhaus gebracht.

Zu Beginn der Partie deutete allerdings wenig auf einen Over-Time-Thriller hin. Da die ersten drei Ulmer Angriffe ihr Ziel verfehlten, setzen sich die Gastgeber bereits nach zwei Minuten mit 6:0 ab. Die ersten Ulmer Punkte erzielte nach 150 Sekunden Per Günther (2:6), doch erst als Rocky Trice in der 6. Minute von jenseits der 6,75-Meter-Linie einnetzte (9:11), hatten sich die Gäste in der hitzigen Lokhallen-Atmosphäre akklimatisiert. Das erste Viertel ging dennoch mit 21:15 an die Gastgeber.

Die zweiten zehn Minuten hatten noch gar nicht richtig begonnen, da hatte Antoine Jordan sein Team mit seinem 13. Punkt bereits mit 26:15 in Führung gebracht. Hatte ratiopharm Ulm zuletzt gegen Gießen zur Halbzeit acht (von 10) Dreier versenkt, ging in Göttingen aus der Distanz zunächst gar nichts. Nach 15 gespielten Minuten (22:31) hatten die Ulmer erst zwei Dreier (von acht) im Göttingern Korb untergebracht. Als Günther dann aus der Distanz traf, initiierte er einen 5:0-Run und verkürzte auf 27:31 (17.) Allerdings antwortete Göttingen postwendend: Nach einer 9:0-Serie gingen die Niedersachsen mit einer 46:35-Führung in die Halbzeitpause.

Die zweite Halbzeit begann ratiopharm Ulm mit einem Paukenschlag: Mit Vehemenz donnerte Coleman Collins das Spielgerät durch den Ring. Und als Robin Benzing wenige Sekunden später das 39:46 erzielte, sah Göttingens Coach John Patrick sich bereits in der 22. Minute zu einer Auszeit genötigt. Die Gäste hatten sich nun ins Spiel hinein gekämpft. Das zeigte sich auch in der 24. Minute, als Günther nach zwei Ulmer Offensiv-Rebounds per Dreier zum 45:50 verkürzte. Trotzdem behielten die Hausherren das Spiel im Griff. Daran änderten auch drei Dunkings von John Bryant im dritten Viertel nichts (52:57). Erst als Günther in der 27. Minute zunächst einen Dreier versenkte und anschließend Jason Boone den Ball klaute, den er daraufhin zum 57:59 ablegte, wackelten die Göttinger. Den letzten Durchgang begannen sie dennoch mit einer hauchdünnen 64:62-Führung.

Was jetzt folgte, war nichts für schwache Nerven. Zunächst setzen sich die Veilchen erneut mit 6 Punkten ab (63:69,32), ehe Günther mit 5 Punkten in Folge (und seinem 21. Zähler insgesamt) auf 68:71 verkürzte. Nach mehreren vergeben Offensivaktionen und einem Dreier von Jordan beantragte Coach Taylor vier Minuten vor dem Ende (70:78) eine Auszeit. Einen Benzing-Dreier und drei Ballverluste später unterbrach Taylor (73:83) erneut das Spiel. Nun waren nur noch 2:40 Minuten für den dritten Auswärtssieg verblieben. Als Rocky Trice ausgeknockt wurde, stand es 76:85. Dann hatte Per Günther seinen großen Auftritt. Als noch 40 Sekunden auf der Uhr waren, erzielte er per Dreipunktspiel das 82:85. Nach einem Ballverlust von Louis Dale gelang ihm 16 Sekunden später dasselbe Kunststück: Erst den Korbleger trotz Foul verwandeln, dann den Bonusfreiwurf rein machen. Noch 15 Sekunden auf der Uhr. Aktueller Spielstand: 85:85. Den letzten Wurf der regulären Spielzeit vergab dann Dwayne Anderson. Verlängerung.

Doch im Gegensatz zum Auswärtserfolg in Bremerhaven, gelang ratiopharm Ulm in Göttingen kein Happy End. Mit 18:6 ging die Verlängerung klar an die Gastgeber. "Das fünfte Foul von John Bryant war hier sicher entscheidend, außerdem zwei, drei unnötige Ballverluste", so Dr. Thomas Stoll.

Für Ulm spielten:
Günther (27), Betz (3), Walton, Sonderleiter (4), M. Wenzl, Benzing (16, 8 Rebounds), Humphrey (4), Trice (19, 7 Rebounds, 4 Blocks), Collins (6), Bryant (12).
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