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74:72 - Sieg nach Herzschlagfinale gegen Bonn

74:72 - Sieg nach Herzschlagfinale gegen Bonn

Die WALTER Tigers Tübingen haben binnen acht Tagen den zweiten Heimerfolg eingefahren. Gegen die Telekom Baskets Bonn setzten sich die Mannen von Tigers-Cheftrainer Igor Perovic in einem wahren Nervenkrimi erst in den Schlusssekunden mit 74:72 (33:33) durch. Leider nur 2350 Zuschauer in der Tübinger Paul Horn-Arena sahen eine aufopferungsvoll kämpfende Tübinger Mannschaft, die sich trotz Verletzungssorgen durchkämpfte und am Ende auch das notwendige Quentchen Glück auf ihrer Seite hatte.
Das Schokoladenfestival chocolART, das Abendspiel des VfB Stuttgart, die letze Sendung von Wetten, dass...? und vier Heimniederlagen aus fünf Partien sind sicherlich Gründe, dass die Tigers vor einer ausbaufähigen Kulisse gegen die Rheinländer aus Bonn um Punkte kämpften. Diejenigen, die nicht da waren, haben jedoch mehr als etwas verpasst. Bis zur Schlusssekunde stand die Partie auf Messers Schneide, selbst ein guter Tatort-Krimi war nicht spannender.

Tigers entscheiden Spiel in den Schlusssekunden

Nach 38 Minuten lagen die Perovic-Schützlinge mit 70:65 in Front, Vaughn Duggins hatte zuvor eingenetzt. Doch die Bonner schlugen in Form von Spielmacher Jared Jordan eiskalt zurück - ein Dreier zum 68:70 rauschte vom Denker und Lenker der Gäste durch die Tübinger Reuse. In den folgenden 100 Sekunden sollte nichts passieren, beide Teams verteidigten mit Leib und Seele und ließen nichts zu. Einzige Aufregung: Jordan musste in der 38. Minute mit seinem fünften Foul vom Platz. Als Pavelas Cukinas nach tollem Pass von Tigers-Kapitän Louis Campbell 21 Sekunden vor dem Spielende seine Farben mit 72:68 in Führung brachte, tobte der Dschungel. Doch noch war die Begegnung nicht entschieden. Das Sprungwunder Tony Gaffney verkürzte zwölf Sekunden vor Ertönen der Sirene zum 70:72. Bonn foulte umgehend und schickte Young an die Linie. Dieser traf nur einen der beiden Freiwürfe zum 73:70. Der gute Fabian Thülig machte es im Gegenzug besser und verwandelte beide Freiwürfe zum 72:73. Erneutes Foul der Bonner, erneut trafen die Tübinger in Person von Duggins nur einen Wurf - 74:72, und noch sechs Sekunden auf der Anzeige. Andrej Mangold und Gaffney scheiterten mit dem Versuch in die Verlängerung zu kommen - Redding sicherte sich den Defensivrebound und begrub den Ball unter sich. Ende, Sieg für die Tigers.

Dabei sah es zu Beginn der Partie nicht besonders gut aus. Nach 140 Sekunden lag die Mannschaft von Baskets-Trainer Michael Koch mit 7:0 in Führung. Die Tübinger vergaben einfachste Korbleger und Dunkings, zudem hatten sie immer wieder Probleme an Gaffney und Chris Ensminger vorbeizukommen. In der dritten Minute traf Cukinas den ersten Korb für die Hausherren zum 2:7. Doch die Westdeutschen spielten weiter munter nach vorne und machten es dem Gastgeber sehr schwer, gute Aktionen zu setzen. Nach dem 4:12 bat Perovic seine Spieler zur Besprechung auf die Bank (5.), doch Ensminger erhöhte nach Wiederanpfiff sogar auf 14:4. Dunkle Wolken kreisten über dem Dschungel. Sollte eine ähnliche Niederlage wie gegen den BBC Bayreuth vor drei Wochen folgen? Nein, sollte es nicht. Mit einem Vier-Punkt-Spiel von Nicolai Simon zum 8:14 waren die Tübinger wieder im Rennen. Die Bonner lagen weiterhin mit einigen wenigen Zählern in Führung, sodass das erste Viertel mit 19:15 an die Koch-Truppe ging.

Campbell führt Tigers-Mannschaft

Im zweiten Abschnitt änderte sich nicht viel. Bonn lag weiterhin in Front, verpasste es aber, sich entscheidend davon zu setzen. Ein Grund war, dass die Schwaben Spielmacher Jordan recht gut im Griff hatten und diesen nicht zur Entfaltung kommen ließen. Nach dem 25:17 durch Ensminger (13.) verkürzten Duggins, Tyrone Nash und Hodzic auf 23:25 - Auszeit Bonn (16.). Highlight vor der Pause war ein Dreier aus der Ecke von Campbell zum 33:33-Ausgleich - alles war offen und die Zuschauer konnten sich auf eine atemberaubende zweite Halbzeit freuen. Insgesamt führte der 32-jährige Campbell hervorragend Regie und glänzte durch wichtige Punkte, Vorlagen und eine gute Verteidigung.
Young und Redding sorgten nach Wiederanpfiff für die erste Führung der Württemberger (37:33, 22.), Kapitän Campbell erhöhte eine Minute später sogar auf 41:35. Man merkte der jungen Tigers-Mannschaft an, dass sie dieses Spiel unbedingt gewinnen wollte. Die Partie blieb jedoch weiter eng, sehr eng. Als Mangold in der Schlussminute des dritten Viertels beim Drei-Punkte-Wurf gefoult wurde, verwandelte der Stellvertreter von Jordan alle drei Freiwürfe zum 52:49 aus Sicht der Gäste. Die letzten fünf Zähler des Viertels sollten aber den Hausherren gehören, zunächst traf Duggins zwei Mal von der Linie. Mit einem Buzzerbeater in der Schlusssekunde des dritten Abschnitts jenseits der 6,75 Meter Linie brachte Campbell sein Team wieder mit 54:52 in Führung.

Redding blockt Ensminger posterreif

Das letzte Viertel musste also die Entscheidung bringen. Bis zur beschriebenen Schlussphase bekämpften sich beide Teams stets hartnäckig. 62:62 stand es nach 35. Minuten. Eine Minute später lagen die Tübinger wieder knapp vor den Bonnern, Nash traf zum 68:65. Im Gegenzug bekam Routinier Ensminger die Blockstärke von Redding zu spüren. Unter dem Korb wiedersetzte sich der 23-jährige US-Amerikaner mit einem Monsterblock gegen den Bonner Center. Dieser fiel zu Boden und traute seinen Augen nicht, was geschehen war. Der Rest der Dramaturgie ist bekannt. Die Tübinger setzten sich nach hartem Kampf mit 74:72 gegen die Telekom Baskets Bonn durch. Der vierte Saisonerfolg in den letzten fünf Begegnungen. Perovic lobte im Anschuss seine Schützlinge, hob aber Hodzic, Young und Campbell hervor: "Alle drei Spieler gingen angeschlagen in das Spiel. Ich bin stolz auf sie, dass sie sich in den Dienst der Mannschaft gestellt und ihren Beitrag zum Sieg geleistet haben. Es war sicherlich nicht das beste Spiel von uns, unter den personellen Umständen und der kämpferischen Leistung können wir alle aber sehr zufrieden sein", sagte Perovic abschließend.

Dschungelgeflüster:

Auf die Tigerzähne gebissen: Großen Kampfgeist bewiesen nicht nur das Team, sondern auch Adnan Hodzic und der Teamarzt. Noch am Vortag ging der Coach Igor Perovic davon aus, zu 99% auf seinen Center verzichten zu müssen. Doch die magischen Hände des Teamarztes und der eiserne Wille Hodzics machten seinen Einsatz möglich. War das der Schlüssel zum Erfolg?

Ein gutes Händchen: Wichtige Punkte erzielten Adnan Hodzic und Nico Simon jeweils direkt nach ihrer Einwechslung. Letzterer sogar mit einem Vier-Punkt-Spiel. Auch wenn die Anzeigetafel anfangs Nash die Punkte zuschrieb, war es Simon, der den Dreier und anschließenden Freiwurf traf. Das nennt man effektiv.
Ohne Bart: Zum ersten Mal in dieser Saison spielte Vaughn Duggins mit glatter Wange. Seinen markanten Backenbart hatte der Shooting Guard zuvor abrasiert. Auf seine Leistung hatte dies keinen Einfluss: Er scorte wie gewohnt stark und war Tübingens bester Werfer beim Sieg gegen Bonn.

Geheimrezept regionale Küche: Im Spiel gegen die Telekom Baskets Bonn konnten sich die Tigers wieder auf ihre kreativen Fans verlassen. Ein Plakat mit dem Schriftzug „Kässpätzle“ über einem Bild von Josh Young stach dabei heraus. Seit dem Mannschaftsessen unseres Teams, zeigt die schwäbische Küche selbst bei den Tigers-Akteuren ihre Wirkung. Ganz nach dem Motto: „Kässpätzle“ wecken den Tiger in dir!

Auf Schmusekurs mit dem Ball: In allerletzter Sekunde sicherte Reggie Redding den Tigers den Sieg. Er holte beim Stand von 74:72 den entscheidenden Rebound und begrub den Ball unter sich. Nach kurzer Verschnaufpause auf dem Boden wendete er sich den Fans zu und jubelte, den Ball immer noch wohl behütet im Arm tragend.
Pasimatymo! - Wiedersehen auf Litauisch: Pavelas Cukinas traf beim Spiel gegen Telekom Baskets Bonn auf seinen Landsmann Simonas Serapinas, die sich aus der litauischen Nationalmannschaft kennen. Im direkten Vergleich schenkten sich die beiden nicht viel. Serapinas erzielte zehn Punkte in 38 Minuten für sein Team, Cukinas schaffte elf Zähler in nur knapp 23 Minuten effektiver Spielzeit. Allerdings versenkte Serapinas zwei Drittel seiner Würfe (vier von sechs), Cukinas nur die Hälfte (fünf von zehn). Kurz vor Schluss avancierte jedoch Cukinas zusammen mit Redding zum Matchwinner für die WALTER Tigers.

Buzzerbeater: Aller guten Dinge sind drei! Nur noch fünf Sekunden auf der Uhr. Louis Campbell versenkte nach perfektem Zuspiel von Reggie Redding pünktlich mit der Schlusssirene den Dreier zum 33:33 und leitete die Wende im Spiel ein. Im dritten Viertel wiederholte der Tiger-Kapitän das Kunststück zur 54:52-Führung. Toller dritter Dezember!
Dane Watts zu Besuch: Den 74:72-Heimerfolg gegen die Rheinländer verfolgte auch der ehemalige Tigers-Akteur Dane Watts, samt Ehefrau Coco und seinen beiden Ulmer Mitspielern Keaton Nankivil sowie Steven Michael Esterkamp: "Ein wichtiger Sieg für die Tigers, es freut mich für meinen ehemaligen Verein", sagte der 25-jährige US-Amerikaner.

Schwierige Trainingswoche: Tigers-Cheftrainer Igor Perovic war unter der Woche nicht zu beneiden. Josh Young (Schulterzerrung) und Louis Campbell (Rippenblockade) fielen fast komplett aus, Tyrone Nash kämpfte sich mit einer Erkältung durch den Trainingsalltag und Adnan Hodzic erlitt am Freitagabend noch einen Hexenschuss. Dank dem unermüdlichen Einsatz der Physiotherapeuten Diana Fröschke und Andreas Serr und den beiden Teamärzten Dr. Jürgen Fritz und Dr. Bernhard Schewe konnte alle Spieler letztendlich auflaufen.

Geschlossene Mannschaftsleistung: Das war der Schlüssel zum Erfolg. Am Ende keiner mit mehr als drei Fouls und acht der elf Spieler punkteten. Tyrone Nash, Vaughn Duggins, Louis Campbell und Pavel Cukinas lagen mit 13, 14, elf und zehn Punkten über ihrem Punktedurchschnitt.
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