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Alba alles abverlangt

Alba alles abverlangt

ratiopharm Ulm unterliegt bei Alba Berlin mit 90:100 (43:40), liefert dem Favoriten aber lange erbitterten Widerstand. Guter Einstand von Mason-Griffin und Fitzgerald.
"Toll gekämpft", war das erste, was Dr. Thomas Stoll nach der 90:100-Niederlage bei Alba Berlin einfiel. Schließlich hatte sein Team dem achtfachen Deutschen Meister bis Anfang des vierten Viertels(65:68) eine sehenswerte Offensivschlacht geboten. Dass es am Ende nicht zur Sensation gereicht hat, lag sicherlich an den unterschiedlichen Ausgangssituationen beider Clubs, aber auch daran, "dass wir es in der zweiten Halbzeit einmal wieder nicht geschafft haben, die Härte des Gegners anzunehmen", wie es Stoll formuliert.

Die erste Überraschung gab es allerdings schon vor dem Tip-off in der mit 9.634 Zuschauern gut gefüllten Berliner O2-World. Denn mit der Nummer 5 respektive 25 waren beide Neuzugänge - also sowohl Tommy Mason-Griffin, als auch Daniel Fitzgerald - im ratiopharm-Trikot aufgelaufen. Da pro Partie nur jeweils sieben Akteure mit einem ausländischen Pass spielberechtig sind, musste Travis Walton auf der Tribüne Platz nehmen. Und es dauerte auch nicht lange, bis Mason-Griffin und Fitzgerald erstmals ins Spielgeschehen eingriffen. In der 7. Minute beim Stand von 9:12 war das. Und nachdem Rocky Trice sein Team mit einem Dreier auf 12:14 herangebracht hatte, besorgte Mason-Griffin von der Freiwurflinie den Ausgleich (14:14, 8). Mit einem spektakulären 7:0-Lauf powerten Rocky und Big John dann ihre Farben bis zur ersten Viertelpause mit 21:16 in Front.

Wenngleich Alba den Vorsprung rasch wieder wettmachte, war es Fitzgerald, der in den zweiten 10 Minuten mit zwei Dreiern für Aufsehen sorgte (27:24, 14.). "Tommy und Dan haben beide sehr gut gespielt", stellte Stoll den beiden "Neu-Ulmer" später ein gutes Zeugnis aus. Wenngleich die Berliner nun die Intensität in der Verteidigung erhöhten und folglich die Ulmer Trefferquote merklich sank, blieben die Gäste auf Augenhöhe mit dem großen Favoriten. Vor allem deshalb, weil sie in der Offensive kaum auszurechnen waren. Mal war es Lee Humphrey, der aus der Distanz traf (35:33, 17), mal Big John, der sich unter den Brettern Respekt verschaffte (37:33). Und da sowohl die Freiwurf- (8/9), als auch die Ballverluste-Ballgewinne-Quote (6:2) in den ersten 20 Minuten sehr gute waren, zeigte der Video-Würfel in der O2-Welt das erstaunliche Halbzeitergebnis von 43:40 für die Gäste an. Bis dato war den wenigsten aufgefallen, dass Robin Benzing, und damit ratiopharm Ulms Topscorer, gar nicht mit von der Partie war. Da der 22-Jährige nach seiner Fingerverletzung (gegen Tübingen) noch nicht einsatzfähig war, saß er lediglich in zivil auf der Bank.

Nach der Pause legten die Berliner dann ein anderes Tempo vor und zwangen die Ulmer zu drei raschen Ballverlusten. Doch da auch Rocky Trice über schnelle Hände verfügt und Big John aus der Nahdistanz treffsicher blieb, konnte die Führung bis Mitte des dritten Viertels verteidigt werden (50:48, 24.). Dann setzte sich Berlin erstmals ab - bis auf 50:55 in der 25. Minute und der Auszeit, die Mike Taylor nach der 0:7-Serie beantragte. Wenngleich das dritte Viertel mit 28:22 verloren ging, wehrten sich die Ulmer gegen das Power-Play der Gastgeber. Dank 10 Punkten von Big John in diesem Durchgang und einem weiteren Dreier von Fitzgerald hatten die Gäste zu Beginn des letzten Durchgangs beim Stand von 65:68 noch alle Chancen.

Mit zwei Dreiern zu Beginn des letzten Spielabschnitts (75:65, 33) zwang Berlin Coach Taylor zur nächsten taktischen Unterbrechung. Doch die Offensivmaschinerie der Hauptstädter war gerade erst angelaufen; der Vorsprung wuchs bis auf 80:67. Erst als Sebastian Betz in der 34. Minute mit einem Dreier aufwartete und Per Günther direkt einen nachlegte, sah es schlagartig wieder besser aus (75:82, 35). Doch dann gelang dem Ex-Nationalspieler Sven Schultze mit einem Dreier ein Big-Play, das Taylor Rochestie wenige Minuten später wiederholte und Alba erneut auf 90:78 (37.) in Front brachte. Doch das Taylor-Team bewies bis zuletzt Moral. Mit einer 10-Punkte-Niederlage in Berlin - und das ohne Topscorer Robin Benzing - hätten vor der Partie sicherlich wenige gerechnet. Ein Tatsache, die Manager Dr. Stoll nur schwach über die verpasste Chance hinwegtröstete. "Wir waren nah dran, wieder einmal. Doch wir müssen einfach lernen, mit der Härte der Topteams klar zu kommen."
Für Ulm spielten:

Mason-Griffin (8, 5 Assists), Günther (12), Betz (7), Sonderleiter (2), Humphrey (3), Trice (15, 5 Rebounds, 4 Steals), Fitzgerald (15, 3 Dreier), Collins (8), Bryant (20 Punkte, 9 Rebounds).
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