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Auf der Couch mit ... Johannes Strasser

Auf der Couch mit ... Johannes Strasser

Bevor Johannes Strasser den Türsummer betätigt, schaut er erst aus dem Fenster im ersten Stock seines Wohnhauses, um zu prüfen, wer ihn wohl stört. Der 29-Jährige wohnt in einem für Quakenbrück typischen, renovierten Fachwerkhaus. Holzbalken prägen ...
1315811867/img_Johannes_Strasser_Artland_Dragons_2.jpg... auch das Bild in seiner sehr sauberen Zwei-Zimmer-Wohnung. Nur in der Küche türmt sich ein wenig Geschirr, weshalb wir es uns im Wohnzimmer gemütlich machen.

image_1288779294890.pngBeko BBL-Umfrage: Mitmachen und gewinnen.

JJ, wie hast du deinen Sommer verbracht?
Johannes Strasser: "Weil ich mich am Ende der Saison verletzt hatte und direkt nach Saisonende in Köln bei einem Spezialisten operiert wurde, musste ich erst einmal sieben Wochen Reha machen. Weil ich nicht meinen Freunden oder meiner Familie auf die Nerven gehen wollte, musste ich auch noch meine Wohnsituation klären. Ich habe bei den Telekom Baskets Bonn nachgefragt und in einer der Spielerwohnungen, die über den Sommer leer stehen, zur Zwischenmiete gewohnt. Zwischendurch war ich noch auf einem Klassentreffen in München und habe nach meiner Reha ein paar Tage im alten Bauernhaus meines Vaters in der Nähe von Bamberg verbracht. Außerdem war ich mit einem Freund aus Köln mit meinem VW-Bus am Gardasee. Allerdings waren wir mehr im Hinterland, an kleineren Bergseen abseits des Tourismus und haben dort „wild“ gecampt."

"In der Liga hört man Schauermärchen über Quakenbrück"

Du gehst in deine zweite Saison im Artland. Was hat für dich den Ausschlag gegeben hier zu bleiben?
Johannes Strasser: "Nach der Saison brauchte ich erst einmal ein bisschen Abstand, um für mich zu schauen, wie die letzte Saison gelaufen ist. Nach zwei Wochen habe ich dann überlegt, was es für Möglichkeiten gibt. Aber sportlich ist die Situation bei den Dragons für mich einfach die attraktivste. Ich hatte auch andere Angebote, aber mit den Dragons habe ich noch Ambitionen. Ein so knappes Scheitern im Halbfinale möchte man ungern so stehen lassen. Außerdem passt hier für mich alles. Der Verein, die Leute, all das ist hier sehr angenehm. Und: Ich hatte nicht allzu große Lust, wieder umzuziehen."

Was macht Quakenbrück so besonders?
Johannes Strasser: "Ganz ehrlich: In der Liga hört man schon das eine oder andere Schauermärchen über Quakenbrück. Bevor ich hierher gezogen bin, habe ich mir echt Gedanken darüber gemacht, was ich alles mitnehmen muss, weil es das in Quakenbrück nicht gibt, ob ich mein Handy-Netz wechseln muss und so weiter. Jetzt weiß ich: Quakenbrück wird oft kleiner und verschlafener gemacht, als es tatsächlich ist. Ich finde dieses Städtchen sehr angenehm. Und in Kombination mit der sportlichen Situation, diesem attraktiven Basketball-Verein, ist es für mich hier echt schön. Ich hatte es mir viel schlimmer vorgestellt, aber es ist alles da, was man braucht."

1315812042/img_Johannes_Strasser_Artland_Dragons_1.jpgDu bist in München aufgewachsen, hast aber lange im Rheinland gelebt. Was ist für dich mehr Heimat?
Johannes Strasser: "Puh, eigentlich ist München meine Heimat. Da habe ich viele Freunde, meine Familie. Und ich fühle mich schon als Bayer. Die bayerische Kultur und Lebensgemütlichkeit schätze ich sehr. Wenn ich mich aber jetzt entscheiden müsste, ob ich in München oder im Rheinland leben will, würde ich mich fürs Rheinland entscheiden. Dort habe ich mich sehr wohlgefühlt, inzwischen auch viele Freunde und Familie. Außerdem weiß ich auch die rheinländische Mentalität zu schätzen. Und Köln hat sich zu meiner Lieblingsstadt entwickelt."

Du hast sowohl unter Michael als auch unter Stefan Koch gespielt. Wie unterscheiden sich die beiden Brüder als Trainer und was haben sie gemeinsam?
Johannes Strasser: "Auf den ersten Blick sind sich die beiden überhaupt nicht ähnlich. Aber es gibt gewisse Situationen, die schwierig zu beschreiben sind, wo man doch ein paar Gemeinsamkeiten sieht. Der größte Unterschied zwischen den beiden Trainern ist, dass Mike freier spielen lässt und nicht so akribisch ist wie Stefan. Stefan arbeitet sehr strukturiert. Man merkt, dass Stefan ein gelernter Trainer und Mike einfach noch näher an seiner Spielerkarriere dran ist. Ich komme mit beiden sehr gut aus."

"Konzentration auf den Verein"

Welcher Trainer war denn bislang dein wichtigster?
Johannes Strasser: "Oje, ich hatte schon so viele Trainer. In meiner Zeit in Köln gab's jedes Jahr einen neuen Trainer. Das war sehr interessant. Am meisten geprägt haben mich aber sicherlich meine Jugendtrainer, weshalb ich diese auch als wichtigste bezeichnen würde. In der Jugend macht man die stärkste Entwicklung und die größten Schritte. Namentlich sind dies Florian Kröpelin in Dachau gewesen und Berthold Bisselik in Rhöndorf."

Wie bist du überhaupt zum Basketball gekommen?
Johannes Strasser: "Als Elfjähriger habe ich an einem Feriencamp in den USA teilgenommen und bin dort das erste Mal mit Basketball in Berührung gekommen. Intensiviert hat sich das dann über meinen älteren Bruder, der ja auch in Rhöndorf im Basketball-Internat Hagerhof war. In Dachau gab es damals einen kleinen, verrückten Amerikaner, der uns in den Verein geschleppt hat."

Du hast zwei Länderspiele für die Nationalmannschaft absolviert. Bist du enttäuscht, dass es nicht mehr sind?
Johannes Strasser: "Enttäuscht bin ich nicht. Ich habe ja schon ganz früh in Jugendnationalmannschaften gespielt und war eigentlich das ganze Jahr über mit Basketball beschäftigt. Da hatte ich wenig Zeit zum Verschnaufen. Aber nachdem ich dann mit der A2-Nationalmannschaft zwei Universiaden gespielt hatte, was eine Wahnsinns-Erfahrung war, habe ich mich entschieden, mich mehr auf meine Vereinsmannschaft zu konzentrieren. Ich habe ja auch immer in Mannschaften gespielt, die relativ weit in den Playoffs gekommen sind, so dass ich im Sommer ohnehin schon nicht so viel Zeit für mich hatte. In zwei Sommern hatte ich Einladungen zur Nationalmannschaft erhalten, aber entschieden, dass ich die Zeit für mich brauche."

"Alles was Krach macht"

Freizeit ist ein gutes Stichwort: Wie verbringst du diese?
Johannes Strasser: "Wir trainieren hier sehr hart, darum bin ich ganz froh, wenn ich einfach mal nichts tun kann. Ich verbringe meine Zeit mit Basketball, essen und schlafen. Nein, im Ernst: Ich lese sehr gern, höre Musik und fahre auch gern mal in eine Großstadt, also nach Osnabrück oder Bremen. Zudem habe ich vergangene Saison schon versucht, ein bisschen intensiver Sportmanagement an einem privaten Studieninstitut zu studieren, bin allerdings in keinen richtigen Rhythmus gekommen. Das will ich diese Saison ändern und dann im Sommer diverse Prüfungen schreiben. Und ich verbringe meine Freizeit gern mit Freunden oder Familie. Wenn wir mal einen Tag frei haben, fahre ich also auch mal nach Köln oder Bonn."

1315812372/img_Johannes_Strasser_Artland_Dragons_3.jpgMit deinem Ex-Teamkameraden Alexander Seggelke warst du vor ein paar Wochen beim Reggie-Festival in Bersenbrück. Trifft das auch privat deinen Musikgeschmack?
Johannes Strasser: "Eigentlich gar nicht. Das war nur eine gute Möglichkeit Ali und seine Freundin mal wieder zu sehen. Normalerweise höre ich alles, was mit Gitarren und Schlagzeug zu tun hat. Rock, Punk, Alternative, New Metal, kurz: alles was Krach macht, aber dennoch Melodie und Emotionen transportiert."

Wann warst du das letzte mal im Kino und welchen Film hast du gesehen?
Johannes Strasser: "Das ist noch gar nicht so lange her. Hier in Quakenbrück, wo es übrigens ein sehr schönes Kino gibt, habe ich Harry Potter und die Heiligtümer des Todes, Teil 2 in 3D geschaut. Eigentlich bin ich nicht so der Harry-Potter-Fan, aber eine Freundin von mir wollte den gucken, darum bin ich mitgegangen."

"Wein hat eine besondere Bedeutung"

Kochst du gern?
Johannes Strasser: "Ja, sehr gern. Allerdings ist das gastronomische Angebot in Quakenbrück günstig und gut, so dass ich auch oft essen gehe. Wenn ich mal selber koche, dann improvisiere ich gern. Ich koche viel Gemüse im Wok. Ein Lieblingsgericht habe ich nicht, aber Pasta ist als Grundlage immer gut."

Du betreibt mit deinen Brüdern den Online-Weinhandel www.vinokat.de. Wie seid ihr darauf gekommen?
Johannes Strasser: "Das ist auf dem Mist von meinem kleineren Bruder gewachsen. Der wollte unbedingt etwas auf die Beine stellen. Also haben wir überlegt, was man machen kann und da mein älterer Bruder Joscha Winzer ist, hat Wein bei uns eine besondere Bedeutung. Wir haben das aber nicht richtig groß aufgezogen, sondern machen das so nebenbei. Es macht aber Spaß, so etwas auszuprobieren."

Hast du auch schon Pläne für die Zeit nach deiner Basketball-Karriere?
Johannes Strasser: "Ich denke ungern länger in die Zukunft. Darum habe ich kein Ziel, was ich nach meiner Karriere unbedingt machen muss. Meine Pläne gehen bis zum Ende der nächsten Saison. Ich will mit Quakenbrück möglichst weit kommen und hoffentlich einen Titel gewinnen. Im Sommer will ich eine Menge Prüfungen schreiben. Mal schauen, was danach noch so passiert."

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