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Aufholjagd im Schlussviertel reicht nicht zum Derbysieg gegen Ulm

Aufholjagd im Schlussviertel reicht nicht zum Derbysieg gegen Ulm

Die EnBW Ludwigsburg musste am Samstagabend im Schwabenderby gegen ratiopharm ulm eine denkbar knappe 76:77 (42:40) Heimniederlage einstecken und bleibt damit auch im vierten Spiel hintereinander ohne Sieg. Die Mannschaft von Head Coach Markus Jochum war vor 3.546 Zuschauern in der ARENA Ludwigsburg zu Beginn des Schlussviertels bereits mit 15 Punkten ins Hintertreffen geraten, ehe eine furiose Aufholjagd in den letzten sieben Minuten für eine 76:75 Führung 21 Sekunden vor dem Ende gesorgt hatte. Ein Tip-In vom Ex-Ludwigsburger Dane Watts machte das Comeback der Barockstädter letztlich jedoch zunichte und bescherte Ulm den ersten Auswärtssieg in Ludwigsburg seit dem Wiederaufstieg.
Nachdem sich die beiden Fanlager beim Schwabenderby zwischen der EnBW Ludwigsburg und ratiopharm ulm bereits vor dem Sprungball auf Betriebstemperatur gebracht hatten und in der ARENA Ludwigsburg von Anfang an für echte Derbystimmung sorgten, benötigten die zwei württembergischen Kontrahenten auch auf dem Spielfeld nicht lange um offensiv in einen Rhythmus zu kommen. Die Zuschauer erlebten somit eine temporeiche Anfangsphase, in der Isaiah Swann und Jerry Green von der Dreierlinie und Dane Watts per Dunking erfolgreich waren um die ersten Ausrufezeichen zu setzen. Beide Teams gingen mit hoher Intensität zu Werke, wobei besonders den Ludwigsburgern nach drei Niederlagen in Serie der unbedingte Wille deutlich anzumerken war. Kein Ball wurde verloren gegeben, die Veteranen Zavackas und Green hechteten sich auf das Parkett und in der Verteidigung legte man mit einigen Ballgewinnen im ersten Viertel große Aggressivität an den Tag. Da jedoch auch die Gäste aus Ulm mit der richtigen Einstellung in die Partie gingen und dem Druck der Hausherren standhielten, ging es für die Barockstädter letztlich mit einem knappen 17:18 Rückstand aus den ersten zehn Minuten.

Im zweiten Viertels war es dann Donatas Zavackas, der mit zwei erfolgreichen Dreiern neue Energie bei den EnBW’lern freisetzte und so den Weg zu einem 12-2 Zwischenspurt der Jochum-Truppe ebnete. Dabei sorgten besonders eine Rettungsaktion von John Bowler und ein spektakulärer Dunking von Neuzugang Jeff Greer für Begeisterung, ehe Alex Harris mit einer weiteren Flugeinlage endgültig für ausgelassenen Jubel auf den Rängen sorgte und Ludwigsburg per Dreipunktspiel mit 40:30 in Führung brachte. Ulm blieb jedoch cool und beantwortete den Zwischenspurt der Barockstädter mit einer eigenen 10-2 Serie um bis zur Halbzeit wieder auf 42:40 zu verkürzen.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs wirkten die Gastgeber zunächst etwas unkonzentriert, sodass sich Ulm durch Swann und Watts die Führung zurückeroberte, ehe Johannes Lischka sein Team mit fünf Punkten in Serie zurück in die Spur und mit 49:45 in Front brachte. Gleichzeitig wurden die Gäste durch das frühe vierte Foul von Center John Bryant geschwächt, nichtsdestotrotz waren plötzlich jedoch wieder die Ulmer am Drücker. Auch nach einer Auszeit von Markus Jochum häuften sich nun die Ballverluste auf Seiten der Ludwigsburger und die Barockstädter verloren komplett den Faden. Die „Spatzen“ hingegen kamen so richtig ins Rollen und nutzten ihre Chancen durch Esterkamp und Günther konsequent aus, sodass der deutsche Nationalspieler kurz vor Ende des dritten Viertels einen 17-0 (!) Lauf der Gäste komplettierte und es somit beim Stand von 51:62 in die letzten zehn Minuten ging.

Hier setzte John Bowler mit einem Dreipunktspiel gleich zu Beginn das richtige Zeichen, nachdem Isaiah Swann einen weiteren 7-0 Run der Ulmer zum 54:69 Vorsprung sieben Minuten vor dem Ende komplettiert hatte, sahen die Gäste allerdings für die meisten schon wie der sichere Sieger aus. Zavackas per Dreier, Dorris von der Freiwurflinie und Bowler per Dunking hielten die Barockstädter jedoch im Spiel und als Johannes Lischka bei noch drei Minuten verbleibender Spielzeit den Rückstand auf fünf Zähler verkürzte, war wieder alles möglich für die EnBW’ler. Das Momentum des Spiels hatte sich binnen weniger Minuten komplett gedreht und so glich die zu Beginn des letzten Viertels noch ziemlich still gewesenen ARENA Ludwigsburg nach zwei erfolgreichen Freiwürfen von John Bowler zum 70:73 wieder einem wahren Tollhaus. Nach einer Ulmer Auszeit stoppte Dane Watts den 13-2 Lauf der Hausherren mit einem Treffer von der Freiwurflinie, Ludwigsburg blieb jedoch weiter am Drücker und so konnte Zavackas 47 Sekunden vor Schluss den 74:74 Ausgleich herstellen. Spätestens jetzt herrschte Gänsehautfeeling in der ARENA und nachdem Steven Esterkamp die Ulmer mit einem weiteren erfolgreichen Freiwurf knapp in Front gebracht hatte, erzielte Jerry Green bei noch 21 Sekunden verbleibender Spielzeit den viel umjubelten Treffer zum 76:75 für die Barockstädter. Den Gästen blieb noch ein letzter Angriff, die starke EnBW-Defensive zwang Rocky Trice dabei zu einem schweren Wurf, der den Korb als Air Ball komplett verfehlte, der ehemalige Ludwigsburger Dane Watts war jedoch zur Stelle um mit einem Tip-In zum Matchwinner für Ulm zu werden und den 76:77 Endstand zu besorgen.

Headcoach EnBW Ludwigsburg Markus Jochum:
„Wir haben uns heute mit dem Run in der 1. Halbzeit Selbstvertrauen zurück geholt, standen uns mit den vielen Ballverlusten anschließend aber selbst im Weg. Wir haben es dennoch geschafft den Rückstand weg zu stecken und den Glauben wieder zu finden um mit einer guten kämpferischen Leistung noch einmal zurück zu kommen. Den letzten Angriff der Ulmer haben wir dann gut verteidigt, dass der Ball direkt zu Dane Watts kommt ist dann einfach Pech.“

Headcoach ratiopharm ulm Thorsten Leibenath:
„Mit dem Ergebnis bin ich natürlich zufrieden, es ist ein sehr schönes Gefühl endlich in Ludwigsburg gewonnen zu haben. Mit der Art und Weise wie dieser Sieg zustande gekommen ist, bin ich allerdings nicht glücklich. Wir haben letztlich nur 15 Minuten lang guten Basketball gespielt und es so am Ende noch einmal unnötig spannend gemacht. Ludwigsburg hat sich noch einmal toll rangekämpft, sodass es schlussendlich doch ein glücklicher Sieg war.“

Die Viertel im Überblick: 17:18 25:22 9:22 22:15

Statistik:
Scorer Ludwigsburg:
Zavackas (19, 6 Rebounds), Lischka (14, 7 Rebounds, 3 Steals), Bowler (13), Harris (10, 5 Assists), Green (9), Dorris (4), Greer (4, 5 Rebounds), McCray (3), Looby (0), Koch (n.e.), Bekteshi (n.e.), Maier (n.e.)

Scorer Ulm: Swann (16), Esterkamp (13, 4 Steals), Watts (13, 11 Rebounds), Nankivil (9), Günther (8), Bryant (8), Trice (8), Betz (2), Mason-Griffin (0), Wenzl (0), Heberlein (n.e.), Oladipo (n.e.)
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