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Bauermann schaut kritisch gen Osten

Bauermann schaut kritisch gen Osten

Steffen Hamann spielte mit einem Hexenschuss, sein Spielmacher-Kollege Heiko Schaffartzik, bis er Fieber bekam. Doch allem tapferen Einsatz bei der EM zum Trotz haben Deutschlands Playmaker einen schweren Stand bei den Fans. Schaffartzik, der deutsche Topscorer der vorigen EM, ...
1316091157/img_parker.jpg... erhält wegen seiner verwegenen Würfe, die im vorletzten Testspiel gegen Mazedonien und im abschließenden Vorrundenspiel gegen Lettland den Sieg brachten, und manches frechen Spruchs zwar einigen Respekt.
Hamann, der beim scheidenden Bundestrainer Dirk Bauermann wegen seiner Defensivqualitäten die Nummer 1 in der Regie war, ist dagegen für viele der Schwachpunkt in der Startfünf.

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Deutsche Bezwinger mit Top-Playmakern
"Dass Steffen und Heiko nicht in der NBA spielen, wissen wir auch", sagte Bauermann während der Zwischenrunde, die fürs DBB-Team zur Endstation wurde. "Trotzdem sind wir froh und glücklich, dass wir sie haben."
Denn bessere gibt es nicht, gleichwertige ebenso wenig. So nett Bauermann auch das Aussortieren von Per Günther formulierte: Dass er nur zwei etatmäßige Point Guards mit nach Litauen nahm und notfalls auf den Außenspieler Philipp Schwethelm zurückgriff, spricht Bände.
Dass die vier deutschen Bezwinger allesamt Spielmacher von europäischer Spitzenklasse, im Falle von Tony Parker absoluter Weltklasse aufboten, ist ein Grund des vorzeitigen Ausscheidens.

Einbürgerung im Osten leichter
Dies alles wäre noch zu verkraften, aber dass Underdog Mazedonien mit dem eingebürgerten Regisseur Bo McCalebb von Sieg zu Sieg eilt, stößt Bauermann übel auf: "Ohne diesen Spieler gewinnen die kein Spiel."
Dass im Osten zunehmend amerikanische Point Guards "naturalisiert" werden, auch wenn sie wie in McCalebbs Fall weder Vorfahren aus dem Land noch dort je gespielt haben, "ist eine Entwicklung, die uns Sorgen macht", meint der 53-Jährige.
Und verweist auf J.R. Holden, der 2007 im EM-Finale den siegbringenden Wurf gegen Gastgeber Spanien traf: "Die Russen haben deshalb eine Europameisterschaft gewonnen. In diesen Ländern ist Einbürgerung ein anderes Thema als bei uns."

Sextett mit Ami-Antrieb
Tatsächlich haben auch Kroatien mit Dontaye Draper, Montenegro mit Omar Cook, Georgien mit Marquez Haynes, Bulgarien mit Earl Rowland sowie die Ukraine mit Stiven Bertt einen Ami-Antrieb.
Und die Mazedonier statteten im August vorigen Jahres nicht nur McCalleb, sondern auch Marques Green für diese Position, auf der sie Verletzte zu beklagen hatten, mit einem Pass aus.
Hernach konnten sie sich, da zwei eingebürgerte Spieler nicht erlaubt sind, den Besseren aussuchen. Beide aber profitieren, weil in Europa ihr Marktwert steigt, da sie als „Bosmänner“ das Ausländerkontingent nicht belasten.

"Ich bin kein Europäer"
Die Identifikation mit dem neuen Land ist dabei nicht unbedingt ausgeprägt: "Ich bin kein Europäer, ich weiß nicht was es bedeutet, sich für Olympische Spiele zu qualifizieren", sagte McCalleb nach dem Viertelfinal-Coup gegen Litauen. "Aber ich werde es sicher bald herausfinden."
Worte, die weder Bauermann noch Schaffartzik, der 2008 nicht mit in Peking war, gerne hören dürften.
Dennoch plädiert Bauermann nicht dafür, den wahrscheinlich nicht mehr zur Verfügung stehenden Center Chris Kaman mit einem Spielgestalter made in America zu ersetzen.

Kein Mut zu großen Spielmachern
"Grundsätzlich muss es darum gehen, auch im deutschen Basketball sicherzustellen, dass wir mehr Spielmacher von einer europäischen Qualität finden und ausbilden", sagte er.
Es gehe darum, auch größer gewachsene Spieler auf der Einser-Position zu schulen. "Dazu müssen wir den Mut haben. Allzu oft werden sie auf den Flügel gesteckt, wenn sie alle Qualitäten haben, aber noch Schwierigkeiten im Ballvortrag haben."
Das Abschieben zur Seite und das Spezialisieren zum Schützen ist bereits zwei Talenten widerfahren, die Hamann mal beerben sollten.

Zipser der nächste Hoffnungsträger
Nationalspieler Lucca Staiger (23), inzwischen fast ausschließlich als Dreierwerfer gefürchtet, und Mathis Mönninghoff (19), der in der NCAA von Gonzaga ebenfalls nur als Shooting Guard eingesetzt wird.
Der nächste Youngster, auf den der DBB setzt, ist Paul Zipser (17) vom USC Heidelberg.
Der 2,00-Meter-Mann, der auf der Reserveliste für das europäische U-18-All-Star-Spiel am Samstag in Kaunas steht, will sich in der nächsten Saison ins ProA-Team kämpfen. Hoffentlich als Playmaker, denn auf der Vereinshomepage firmiert er auch als Forward.

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Quelle: SPORT1

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