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Bauermanns Mahnung

Bauermanns Mahnung "muss ich einspeichern"

Eines hat er Dirk Nowitzki voraus: Während der Finals-MVP der NBA Spiele um die Mittagszeit verabscheut, stört sich Bogdan Radosavljevic nicht daran. "Ob morgens um sechs oder nachts um zwölf ist mir egal", sagt Deutschlands größtes Centertalent nach dem ...
1316427908/img_bayer1.jpg... europäischen U-18-All-Star-Game in der EM-Arena von Kaunas. Am Samstagmittag vertrat der 2,12-Meter-„Riese“ vom FC Bayern München Deutschland bis zur Halbzeit perfekt. Nach vier verwandelten Würfen kamen aber nur noch drei Fehlversuche hinzu, und sein weiß gekleidetes Team verlor 80:81 (50:42).

Im SPORT1-Interview spricht Radosavljevic, der 2008 nach Deutschland kam, über seinen Kurztrip nach Litauen und das Duell mit dem Jahrgangsbesten, seine Vorbilder und seine Entscheidung gegen sein Heimatland Serbien. Und er verrät, dass Dirk Bauermann sanfter mit ihm umgeht als sein Vater. Aber auch Bauermanns mahnende Worte "muss ich im Kopf einspeichern", sagt der 18-Jährige.

1316427981/img_Radosavljevic_15727_klein.jpgSPORT1: Herr Radosavljevic, Sie sind für ein Showmatch mitten in der Beko BBL-Vorbereitung nach Litauen gereist. Geht da nicht viel Zeit verloren?
Bogdan Radosavljevic: Nicht wirklich, ich bin am Donnerstag hergeflogen, abends, und am nächsten Morgen hatten wir Training, sind in zwei Teams aufgeteilt worden und haben gespielt. In der Nacht geht es dann zurück nach Deutschland.
SPORT1: Sie haben gegen Przemyslaw Karnowski gespielt, der für viele Scouts Europas verheißungsvollster Spieler des Jahrgangs 1993 ist. Wie war das Duell?
Radosavljevic: Das ist immer interessant, immer eine Herausforderung. Er ist groß wie ich, stark wie ich. Wir verstehen uns sehr gut. Auf dem Feld ist das natürlich eine andere Geschichte…
SPORT1: Svetislav Pesic war auch vor Ort. Was hat er Ihnen mit auf den Weg gegeben?
Radosavljevic: Dass ich als Center Rebounds holen und gut verteidigen muss, um in der Offensive etwas zu erreichen.
SPORT1: Welche Schwächen sehen Sie selbst in Ihrem Spiel?
Radosavljevic: Schwächen? Gute Frage. Vielleicht meine Schnelligkeit. Und ein wenig abnehmen könnte ich auch, da ich nach meiner Schulter-OP etwas zugelegt habe.
SPORT1: Dirk Bauermann sagt, Sie könnten Ihre Arbeitseinstellung verbessern…
Radosavljevic: Er hat völlig Recht. Diesen Ratschlag muss ich im Kopf einspeichern.
SPORT1: Wie geht es mit Ihrer Arbeit beim FC Bayern weiter?
Radosavljevic: Am Montag werde ich wieder mittrainieren, am Dienstag fliegen wir zum Kurztrainingslager und zum Testspiel nach Treviso, und am Wochenende spielen wir in Bamberg den Domreiter-Cup.
SPORT1: Der FCB hält sich beim Setzen von konkreten Saisonzielen bedeckt…
Radosavljevic: Ich auch. Wir wollen einfach so viele Spiele gewinnen wie möglich, über die Platzierung mache ich mir keine Gedanken.
SPORT1: Vier Nationalspieler sind gerade erst von einem anstrengenden EM-Sommer zurück, Sie verpassen durch das Litauen-Abenteuer einige Einheiten bei den Bayern. Das könnte von Nachteil sein.
Radosavljevic: Am Anfang schon, aber im vorigen Jahr waren der Coach, Steffen Hamann und Demond Greene ja auch im Sommer weg. Es hat etwas gedauert, bis jeder von jedem wusste, wie er spielt. Aber am Ende hat alles gepasst, und so wird es auch diesmal sein.
SPORT1: Was ist Ihr persönliches Ziel?
Radosavljevic: Meine Spielzeit zu nutzen. Ich erwarte keine 30 Minuten, aber ein paar Minütchen werden es schon sein, dafür arbeitete ich ja hart.
SPORT1: Auf der Startseite der Vereins-Homepage sind Sie als einer von sechs Spielern des Kaders abgebildet. Wie kommt es zu der Ehre?
Radosavljevic: Ach, das sind unsere großen Jungs. Ein Super-Foto, nur dass ich als einziger weiße Schuhe trage. Als wir die schwarzen von unserem Ausrüster bekommen haben, waren meine zu klein, da habe ich sie zum Fototermin gar nicht mitgehabt.
SPORT1: Dirk Bauermann sagt, dass Ihnen zusammen mit Tibor Pleiß die Zukunft im deutschen Nationalteam gehört. Was bedeutet Ihnen das?
Radosavljevic: Toll, wenn ein Trainer das sagt, das spornt mich an. Schließlich werde ich erst mal beweisen müssen, dass ich so viel wie Tibor erreichen kann.
SPORT1: Können Sie Pleiß eines Tages aus der Startfünf verdrängen?
Radosavljevic: Es ist auf jeden Fall mein Ziel, ihn zu verdrängen.
SPORT1: Bei der EM hat Deutschland den erhofften Sprung zur Olympia-Qualifikation verpasst. Wie bewerten Sie das Abschneiden?
Radosavljevic: Nicht unbedingt als enttäuschend. Es hat viel damit zu tun, dass Nowitzki und Chris Kaman erst zwei Wochen vor der EM dazukamen.
SPORT1: Auch Sie spielen für Deutschland, obwohl sie in Serbien geboren sind und auch der dortige Verband um Sie gekämpft hat. Was sind die Gründe?
Radosavljevic: Ich habe mich entschieden, hier zu leben. Und da hätte es sich eh nicht gelohnt, jedes Mal nach Serbien zu fliegen.
SPORT1: Ihr Vater war auch Basketballer.
Radosavljevic: Ja, er hat unter anderem in Belgrad und zusammen mit Vlade Divac in Kraljevo gespielt. Eine Verletzung hat seine Karriere beendet. Dann ist er Trainer geworden, auch meiner.
SPORT1: Was hat er gesagt, als Sie sich für die deutsche Nationalmannschaft entschieden haben?
Radosavljevic: Er hat mir dazu geraten. Er kennt Dirk Bauermann von früher, und so kam es dazu, dass ich zum FC Bayern gewechselt bin.
SPORT1: Drillt Bauermann Sie dort mit harter Hand oder lässt er Ihnen eine lange Leine?
Radosavljevic: Da will ich nichts Falsches sagen.
SPORT1: Und im Vergleich zu Ihrem Vater?
Radosavljevic: Das war härter.
SPORT1: Beim FCB hat sich, wie Bauermann sagt, auch der fünfmalige Bundesliga-All-Star Aleksandar Nadjfeji Ihrer angenommen. Der spielt doch anders als Sie nicht auf der Center-Position.
Radosavljevic: Doch, das kann er aber auch. Er hat unter dem Korb unglaubliche Moves, die man einfach nicht verteidigen kann.
SPORT1: Welchen Center nehmen Sie sich zum Vorbild?
Radosavljevic: Auf jeden Fall Kaman. Er hat eine super EM gespielt. Er hat gute Bewegungen und schnelle Füße. Tibor war auch lange mein Vorbild, da er ja nur wenig älter ist als ich. Und den Serben Nenad Krstic.

Quelle: SPORT1

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