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Begeisternder 93:89-Sieg über Oldenburg

Begeisternder 93:89-Sieg über Oldenburg

Vom ersten Hochball weg waren sie voll da, die Tübinger Nico Simon, Dane Watts und Chris Oliver. Und so stand es rasch 9:5 für die Tigers, die ja auch bereits das Hinspiel in Oldenburg am 6. Spieltag gleichermaßen klar wie überraschend mit 87:68 gewonnen hatten. Doch man spürte nicht minder den Siegeswillen und die Revancheambitionen der EWE Baskets Oldenburg. Mit einer bärenstarken Dreierquote drehten die Gäste aus dem hohen Norden den Spieß um und zwangen Tigers-Cheftrainer Igor Perovic beim Stande von 13:19 zur ersten Auszeit. Oliver kam danach immer besser ins Spiel und so kamen die Schwaben wieder heran zum 22:25 am Ende des ersten Viertels.
Nach weiteren zwei Minuten dann der erste Auftritt von Clifford Crawford im heimischen Dschungel. Hoch motiviert zeigte er seine Ballsicherheit und sorgte für Ruhe im Spiel und eine längere Verschnaufpause für den Ex-Oldenburger Bane Ratkovica. Erfreulich wie Tübingen sich in die Führung zurückkämpfte und zur Pause angefeuert von knapp 2800 Zuschauern mit je elf Punkten von Watts und Oliver gar 47:42 vorne lag.

Das sah gut aus und war vielleicht eine der besten ersten Hälften der WALTER Tigers. Auch gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit blieben die Schützlinge von Perovic voll konzentriert und schafften mit hoher Intensität in der Defense dem deutschen Meister von 2009 endlich auch die hohe Dreierquote besser wegzunehmen. Die Partie wurde härter und hektischer und die Gäste gerieten mehr und mehr in Foulnot, Leistungsträger Rickey Paulding musste gar kurz vor dem Ende des dritte Viertels mit seinem fünften Foul vom Feld, was ihm, wie EWE-Coach Predrag Krunic nachher auf der Pressekonferenz beklagte, "ansonsten ganz selten passiert." Zuletzt drei Siege in Folge für die Tigers, da war viel Selbstvertrauen bei den Würfen und auch Stabilität und Konstanz zu sehen. Kurzum so nach Spielschluss Perovic: "Ein exzellentes Spiel unserer Mannschaft und das obwohl uns natürlich unter der Woche die schlimme Nachricht von Kenny Williams schwerer Krankheit (Lungenembolie) geschockt hat. Er wird bis zum Saisonende ausfallen."

Mit neun Punkten Vorsprung (67:58) ging es in die letzten zehn Minuten. Dramatik pur. Über 72:64, 80:73 und 84:79 ging es in die finalen 120 Sekunden. Oldenburg spielte "Stopp-die-Uhr", aber Ratkovica und Oliver blieben eiskalt von der Freiwurflinie. Überhaupt die ganze Mannschaft schaffte diesmal wichtige 75% und insgesamt 24 von 32 Treffern von der Linie! Nichts für schwache Nerven also, der Dschungel kochte und ein lautstarkes "Ihr könnt nach Hause fahren" erschallte von den Rängen als Crawford einen besonders wichtigen Dreier durch die Reuse zirkelte. Es brannte nichts mehr an, obwohl die Baskets alles versuchten, immer wieder nahe rankamen aber den vierten Tigers-Sieg in Folge letztlich nicht mehr gefährden konnten.

Ein grandioser Sieg oder wie Robert Wintermantel jubelte:" Jetzt schlagen wir auch die großen Teams! Ohne Frage, diesen Top-Erfolg mit einer der besten Saisonleistungen hatte die sensationell geschlossen auftretende Tigers-Truppe nicht nur verdient, sondern vor allem auch Kenny Williams gewidmet und der Publikumsliebling wurde von den Fans mit Sprechchören gefeiert! Alles Gute, Kenny!

Und jetzt geht´s nächsten Samstag zum Schwabenderby nach Ulm. "Wir sind bereit, denn da ist noch eine Rechnung offen!", so Joe Herber total durchgeschwitzt mit einer klaren Ansage an die Donau zu den Ulmer Spatzen.

Kenny Williams fällt bis zum Saisonende aus
Wer Kenny Williams kennt, der weiß, dass der Tübinger Publikumsliebling stets mit viel Energie spielt, die nötige Härte in jeder einzelnen Begegnung aufbringt und auch persönliche Schmerzen im Dienst der Mannschaft überwindet. Genau letzteres traf aktuell auf den 25-jährigen US-Amerikaner zu, der seit der Pause um den Beko BBL ALLSTAR Day in Trier (22. Januar) in den letzten drei Begegnungen nicht im Vollbesitz seiner Kräfte war. Nach seiner Rückkehr aus den USA war er wegen hartnäckiger Beschwerden im Bereich des Brustkorbs mit teilweise erkältungsartigen Symptomen und immer wieder leichtem Fieber in ärztlicher Behandlung. Nachdem diverse Medikamente in den letzten Tagen und Wochen nicht die erhoffte Wirkung gezeigt haben, entschied sich Mannschaftsarzt Mstyslaw Suchowerskyj seinen Patienten in die innere Abteilung der Tübinger Sportmedizin zu überweisen. Nach weiteren verschiedenen Untersuchungen unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Niess (Sportmedizin) und Prof. Dr. Claus Claussen (Radiologie) stellten die Mediziner fest, dass Williams an einer tückischen und schwer festzustellenden Rippenfellentzündung sowie einer Lungenentzündung leidet, die wahrscheinlich auf dem Boden einer Lungenembolie entstanden ist. Es ist durchaus möglich, dass der Tübinger Center während des Langstreckenfluges nach Miami und zurück ein thromboembolisches Geschehen als Nährboden für den weiteren schicksalhaften Krankheitsverlauf entwickelt hat.

Der Tübinger Center weilt seither zur weiteren Beobachtung, Abklärung und Behandlung in der medizinischen Universitätsklinik. Ein Einsatz am Samstagabend gegen die EWE Baskets Oldenburg und in den nächsten Partien ist somit natürlich nicht möglich. Nach Überzeugung der Experten ist eine Rückkehr von "fear the beard" noch in dieser Saison ausgeschlossen. Viel wichtiger ist jedoch, dass die behandelnden Ärzte den Basketballprofi jetzt optimal therapieren, damit Williams in der kommenden Saison wieder voll einsatzfähig ist.

Entsprechend geschockt und betroffen nahm das Tübinger Management das Ergebnis der finalen Untersuchungen auf. "Das ist natürlich ein Schlag für ihn und für uns. Wir sind nun aber sehr froh, dass wir jetzt wissen, was mit ihm los ist und er nun optimal von den Ärzten betreut und versorgt werden kann", berichtet Manager Robert Wintermantel. Mentale Unterstützung erhält Williams ab sofort von seiner Mutter, die am Samstagnachmittag in Tübingen eintraf. Von "fear the beard" waren - trotz der Erkrankung - aber schon wieder positive Töne zu hören, wenngleich er sehr traurig ist, dass er seine Mannschaft gegen die Oldenburger nicht unterstützen kann. "Es kommt wie es kommt, ich muss es jetzt akzeptieren und ein Geduld haben. Ich hoffe, dass ich in der nächsten Zeit gute Fortschritte machen kann und schnellstmöglich wieder im Vollbesitz meiner Kräfte bin", so Williams am Samstagvormittag bei einem Krankenbesuch.

An dieser Stelle bedanken sich die WALTER Tigers Tübingen bei allen behandelnden Ärzten und wünschen Williams für seine Genesung viel Glück und viel Erfolg.
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