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Braunschweig am Ende einen Tick bereiter

Braunschweig am Ende einen Tick bereiter

Am 17. Spieltag der Beko Basketball Bundesliga haben die Telekom Baskets Bonn bei den New Yorker Phantoms Braunschweig eine 73:75 (18:10, 21:16, 13:26, 23:21)-Auswärtsniederlage einstecken müssen. Damit endete die fünf Spiele währende Siegesserie der Mannschaft von Trainer Michael Koch, die nach einer deutlichen Führung zur Halbzeit nach dem Seitenwechsel defensiv den Faden verlor.
Braunschweig steigerte sich im Laufe der Partie, traf insgesamt elf von 21 Dreiern (52,4 Prozent) und profitierte in der Schlussphase von einem wichtigen Offensiv-Rebound. Für Bonn endet die Hinrunde am kommenden Donnerstag (6. Januar 2011, 17:00 Uhr) mit einem Nachholspiel bei den WALTER Tigers Tübingen (3. Spieltag).

Wie es sich für eine Gastmannschaft gehört überließen die Telekom Baskets den Phantoms den ersten Korberfolg, für den Aufbau Tony Skinn verantwortlich zeichnete. Von da an übernahmen die Rheinländer gut sechs Minuten lang das Kommando. Mit aggressiver Verteidigung zwangen sie die Hausherren zu schlechten Würfen, oder erzwangen schon vorher Ballverluste, die auf der Gegenseite in Zählbares umgemünzt wurden. NYP-Coach Sebastian Machowski nutzte eine frühe Auszeit, um seine Schützlinge auf den basketballerischen Pfad der Tugend zurück zu bringen, doch Bonn bestimmte weiterhin das Tempo der Partie. Mit einem 14:0-Lauf setzten sich die Baskets zweistellig ab und brachten Braunschweig damit in Verlegenheit, schnell kontern zu müssen (2:14, 7. Minute). Zwei Dreier von Brandon Thomas sorgten in der Volkswagen Halle für beste Neujahrsstimmung und rüttelten seine Mannschaftskollegen endgültig wach (10:18).

Aufgeweckt präsentierte sich auch Folarin Campbell, der bereits im ersten Viertel acht Zähler im Statistik verbucht hatte. Bonns Combo-Guard netzte den ersten Telekom-Dreier des Abends ein, ehe er im darauffolgenden Angriff aus der Mitteldistanz ähnlich sicher vollstreckte (12:25, 12. Minute). Der von der Bank mit viel Energie aufs Feld kommende Jacob Jaacks schraubte den Vorsprung auf den bis dato höchsten Wert (17:32, 15. Minute), bevor die Löwenstädter mit einem 8:0-Lauf ein offensiven Lebenszeichen setzten (25:32, 18. Minute). Gerade schien das Momentum zu kippen, da schalteten die Baskets in der Verteidigung einen Gang höher, machten vor allem die Räume in der Zone dicht, überzeugten durch markigen Positionskampf und sammelten die fälligen Abpraller ein - Braunschweig wurden bis zur Pause insgesamt nur neun Treffer aus dem Feld (bei 26 Versuchen, 34,6 Prozent) und zwei magere Offense-Rebounds gewährt (26:39).

Die Machowski-Truppe kam mit viel Energie aus der Kabine und machte an beiden Enden des Feldes mit hoher Intensität klar, dass die Partie aus ihrer Sicht noch lange nicht vorentschieden war. Nur dank zwei Dreiern von Campbell und des bis dahin zurückhaltend agierenden Jeremy Hunt behielt Bonn die Oberhand (36:48, 25. Minute). Der zweistellige Vorsprung konnte lange Zeit gehalten werden, bis Lokalmatador Nils Mittmann mit fünf Zählern in Folge einen Lauf der Okerstädter initiierte. Braunschweig beendete den dritten Durchgang mit einem 11:1-Lauf, an dessen Ende ein Skinn-Dreier und der Ausgleich zu Buche standen (52:52).

Die Volkswagen Halle stand endgültig Kopf, als die fleischgewordene Phantoms-Intensität Jason Cain einen Treffer von „Downtown" einnetzte, der nicht weniger als die erste Führung seit dem Beginn der Partie bedeutete (55:54, 31. Minute). Nic Wise, der bereits in den letzten zwei Spielen im Schlussviertel die Zügel in die Hand genommen hatte, übernahm in dieser kritischen Phase abermals Verantwortung und lancierte einen 8:0-Run, zu dem der Regisseur selbst sechs Zähler beisteuerte (55:62, 33. Minute). Wise impfte seinen Nebenleuten Selbstvertrauen ein, welches diese nutzten, um die so wichtige Führung in Händen zu bewahren (61:66, 34. Minute). Von da an blieb der Korb für Wise und Co. aus unerklärlicher Weise wie vernagelt. Die Phantoms witterten Morgenluft, rauften sich für einen allerletzten Kraftakt zusammen und lancierten einen 9:0-Lauf, den Michael Koch nur mit einer Auszeit stoppen konnte (70:66, 39. Minute).

Den Gästen drohte die Zeit davon zu laufen, was sie zu taktischen Fouls zwang. Gerade hatte Wise zwei Freiwürfe versenkt, da zeigte Brandon Thomas auf der Gegenseite ebenso wenig Nerven (72:68, 40. Minute). Bei elf Sekunden verbleibender Restspielzeit traf Hunt einen Dreier, der die finale Wende greifbar nah brachte (72:71). Kevin Hamilton wurde an die Linie geschickt, traf dort seinen ersten Freiwurf, verwarf jedoch seinen zweiten Versuch. Der Abpraller fiel Hamilton in die Arme, der ihn postwendend an LaMarr Greer weiterleitete. Bonn blieb keine andere Wahl, als den Routinier ebenfalls zu foulen, doch der Guard blieb eiskalt (75:71). Bonn konnte nur noch ein mittelschweres Basketballwunder weiterhelfen. Dieses blieb jedoch aus, sodass der letzte Wurf Folarin Campbells nur noch Ergebniskosmetik bedeutete (75:73).

Trotz der Niederlage ist den Baskets vier Tage vor dem letzten Spiel der Hinrunde Platz sieben und die damit verbundene Teilnahme am Beko-BBL-Pokal nicht mehr zu nehmen. Damit bestreiten die Bonner wie im Vorjahr eines der drei Qualifikationsspiele, deren Sieger darauf folgend das Endrundenturnier in Bamberg - als Gastgeber sind die Brose Baskets automatisch qualifiziert - bestreiten.

Michael Koch (Telekom Baskets Bonn):
„Trotz der Niederlage haben wir unser Minimalziel, das Erreichen der Pokal-Runde, realisiert. Nun ist es von der Auslosung abhängig, wie es weitergeht. Für uns ist es eine tolle Chance, uns mit starken Mannschaften zu messen und auf nationaler Bühne zu präsentieren. Das Spiel in Braunschweig haben wir in der zweiten Hälfte verloren. Bis dahin haben wir gut verteidigt und aus der eigenen Hälfte kommend das Tempo bestimmt. Die Phantoms haben in der zweiten Hälfte sehr viel stärker gespielt, Selbstvertrauen gezeigt und uns mit schweren Würfen zugesetzt. Mental haben wir es nicht mehr geschafft, den Willen der Partien gegen Frankfurt oder Quakenbrück zu entwickeln."

Telekom Baskets Bonn:
Ensminger (9), Hunt (11/3), King (0), Campbell (26/2), Thülig (0), Wise (14, 6 Assists), Jaacks (7/1), Flomo (0), Ohlbrecht (4), Wohlfahrt-Bottermann (dnp), Tyndale (2)

New Yorker Phantoms Braunschweig:
Skinn (9/1), Thomas (19/4), Mittmann (5), Visser (3), Schneiders (dnp), Cain (9/1), Greer (17/3), Hamilton (7/2), Obradovic (dnp), El Domiaty (dnp), Noch (dnp), Goree (6)
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