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Brose Baskets in der Euroleague zu Gast beim „Chaos-Club“ Zalgiris Kaunas in Litauen

Brose Baskets in der Euroleague zu Gast beim „Chaos-Club“ Zalgiris Kaunas in Litauen

Nach der bitteren Heimniederlage in der Euroleague gegen Unicaja Malaga will der Deutsche Meister Brose Baskets sich die in der Gruppe B verlorenen Punkte gleich am Donnerstag (10. November, 18:45 Uhr, ab 19:00 Uhr live auf SPORT1) beim noch sieglosen ...
1320830492/img_Karsten_Tadda_Brose_Baskets.jpg... Zalgiris Kaunas zurückholen. Dabei ist der litauische Meister jedoch aus einem ganz anderen Holz geschnitzt als das andere noch sieglose Team in der Gruppe B, KK Zagreb.

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Während die Kroaten drauf und dran sind, als einer der schwächsten Europaligisten aller Zeiten in die Geschichte einzugehen, unterlag Zalgiris vor zwei Wochen in Malaga erst nach Verlängerung und verkaufte auch am letzen Freitag beim 75:92 bei Panathinaikos Athen seine Haut teurer als es das Resultat vermuten lässt.

Noch vor Saisonbeginn war das mit fünf litauischen Nationalspielern gespickte Zalgiris mit dem Umzug in seine15.000 Zuschauer fassende neue „Zalgirio Arena“ und um die NBA-Akteure Ty Lawson (Denver Nuggets) und Sonny Weems (Toronto Raptors) verstärkt für viele ein klarer TOP16-Kandidat. Aber der mit seinen Launen unberechenbare Vereinspräsident Vladimir Romanov verlor gleich nach den ersten Niederlage gegen ZSKA Moskau die Nerven und feuerte den am Ende der letzten Saison nach dem „Triple“ (litauischer Meister und Pokalsieger sowie Champion der Baltischen Liga) noch als Erfolgstrainer gefeierten Ilias Zouros.

Acht verschiedene Trainer in zweieinhalb Jahren

Romanov, ein nach dem Zerfall der UdSSR zu großen Reichtum gekommener russisch-litauischer Geschäftsmann, dem auch der schottische Fußballclub Hearts of Midlothian gehört, rettete Zalgiris im Mai 2009 in letzter Sekunde vor dem Untergang, als er die damals im Club zur Höhe von sechs Millionen Euro aufgelaufenen Schulden beglich und zusätzlich neues Geld in den Verein schoss. Der Preis für die Rettung war und ist allerdings hoch: Der neue Boss nimmt sich nämlich das Recht, sich medienwirksam auch in sportliche Fragen einzumischen und agiert dabei ausgesprochen launisch.

So entließ Romanov im Mai 2010 mitten in der laufenden Finalserie gegen Rytas Vilnius den damaligen Trainer Darius Maskoliunas und wies, nachdem sich die Assistenten mit ihrem Headcoach solidarisiert hatten, die Spieler an, sich selbst zu coachen (Zalgiris verlor die Serie 3:4). Mit der Verpflichtung des besonnenen Griechen Ilias Zouros im Januar 2011 schien bei Zalgiris endlich etwas Ruhe eingekehrt zu sein, aber nach der Euroleague-Auftaktniederlage gegen ZSKA Moskau platzte Romanov erneut der Kragen. ZSKA sei, so befand der Präsident, wegen der EM-Teilnahme seiner vielen Nationalspieler noch weit von seiner Bestform entfernt. Trainer Zouros habe sich aber unfähig erwiesen, dies auszunutzen.

Folglich wurde der Grieche fristlos entlassen und stellte dennoch einen Rekord auf: So lange wie Zouros - neun Monate - hat es unter Romanov noch keinen Coach bei Zalgiris gehalten. Der Serbe Aleksandar Trifunovic, der seit der letzten Woche auf dem heißen Stuhl Platz genommen hat, ist – wenn man Interimstrainer Vitoldas Masalskis, dessen Ansagen Spielmacher Ty Lawson bereits über Twitter als „unbrauchbar“ bezeichnet und damit in Litauen eine große Medienlawine losgetreten hatte, mitrechnet - schon der achte Zalgiris-Trainer seit der Machtübernahme Romanovs.

Muss Bamberg die Rache von „DC“ Collins fürchten?

1320830538/img_Julius_Jenkins_Brose_Baskets.jpg„Die Zeit läuft gegen uns,“ weiß Trifunovic, der nach Niederlagen in Athen (75:92 in der Euroleague am vergangenen Freitag) und in Riga (79:88 gegen VEF am Montag in der osteuropäischen VTB United League) am Donnerstag gegen Bamberg seinen ersten Sieg holen muss, um im Rennen um die TOP16-Plätze zu bleiben. Als erste Maßnahme hat der Serbe die Guards Marko Popovic und Mantas Kalnietis in die erste Fünf beordert, was aber an der grundlegenden Spielzeitverteilung im Backcourt, wo mit Sonny Weems (19,3 Punkte pro Spiel), Marko Popovic (11,3) und Ty Lawson (19,3) die drei Zalgiris-Topscorer zu Hause sind, nichts verändert hat.

Die größte Baustelle sieht Trifunovic dem eigenen Bekunden nach ohnehin im Frontcourt, von dem er mehr Impulse erwartet. Tatsächlich waren in den ersten drei Euroleague-Spielen Spielmacher Ty Lawson (Spielmacher) und Small Forward Sonny Weems die besten Rebounder im Team. Trainer Trifunovic wird hier künftig die Center Robertas Javtokas und Milan Rakovic sowie den athletischen Forward Paulius Jankunas sicher schon gegen Bamberg mehr in die Pflicht nehmen. Am Montag in Riga zählten Javtokas mit 10 Punkten (und 8 Rebounds) und Rakovic mit 14 Zählern immerhin schon zu den Topscorern.

Ein Wiedersehen gibt es in Kaunas mit Spielmacher DeJuan Collins, der im Januar 2007 in Bamberg (damals noch von Dirk Bauermann) aus disziplinarischen Gründen entlassen wurde, was den US-Guard damals so schwer beleidigt hat, dass er sogar noch 2007/08, als er bei Zalgiris den Höhepunkt seiner Karriere erlebte, Interviews mit deutschen Medien ablehnte. Zwar verließ der von den Fans in Kaunas geliebte US-Guard den Club später angesichts der sich abzeichnenden finanziellen Probleme. Aber im Sommer 2010 kehrte „DC“ zurück und ist mit seinen 34 Jahren als vierter Guard heute immer noch ein gefährlicher Joker im Zalgiris-Backcourt.

Zalgiris im Stenogramm

Guards:
Marko Popovic (29, 185, CRO), Mantas Kalnietis (25, 195), Ty Lawson (24, 180, USA), DeJuan Collins (34, 188, USA), Tomas Delininkaitis (29, 190).
Forwards: Sonny Weems (25, 198, USA), Paulius Jankunas (27, 205), Mindaugas Kuzminskas (22, 205), Vytenis Lipkevicius (22, 198).
Center: Robertas Javtokas (31, 211), Milovan Rakovic (26, 208, SRB, Tadas Klimavicius (29, 204).
Headcoach: Alexandar Trifunovic (44, SRB, zweite Saison in der Euroleague)
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